Sensation unter französischer Trikolore
Langsam trennt sich die Spreu vom Weizen, die HTT French Open 2026 in ihrer 35. Ausgabe sind “...
von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet:
01.06.2026, 12:18 Uhr
Langsam trennt sich die Spreu vom Weizen, die HTT French Open 2026 in ihrer 35. Ausgabe sind “starbesetzt” im Viertelfinale angekommen. Und das mit der ein oder anderen – auch größeren – Überraschung! So sucht man im Tableau der letzten Acht beispielsweise vergeblich nach den beiden Top 3-Stars und routinierten Größen der Szene, nämlich nach dem Ranglisten-Ersten und 48fachen HTT Turniersieger Damian Roman und dem 2fachen HTT US Open Gewinner Rene Gräflinger. Dafür hat sich “unter dem Radar” aller HTT Experten, der 17jährige Luis De Giacomo ins Viertelfinale vorgespielt. Ein Bericht von C.L
Nicolas Fares aus Frankreich schockt die HTT Nr. 1 und den Rest des Feldes bei den HTT French Open
Im Stade Roland Garros zu Paris warten die Tennisöffentlichkeit – und vorallem die dort heimischen Fans – auch heuer wieder vergeblich auf einen französischen Triumph am Bois de Boulogne. Der letzte bei den French Open siegreiche Franzose war Rastaman Yannick Noah, der 1983, also vor mitlerweile 43 Jahren den Titel holte, und den viele junge HTT Spieler von heute, gar nicht mehr kennen. Für einen französischen Titel beim wichtigsten Sandplatzturnier der Tennisszene, könnte hingegen die Hobby Tennis Tour im Amateurbereich sorgen. Ein French-Open-Titel für einen Franzosen, das ist auf der HTT seit gestern Abend keine utopische Vorstellung mehr. Für Realität in dieser “romantisch anmutenden Causa” könnte ein bis dato völlig unbekannter 29jähriger sorgen, der erst seit wenigen Wochen in Wien weilt, und im letzten Match am gestrigen vierten Spieltag der HTT French Open 2026 mit einem Schlag seinen Bekanntheitsgrad um 100 Prozent vergrößerte. Die Rede ist von Nicolas Fares, einem in Mauritius geborenen, und in Bordeaux sowie in Lyon aufgewachsenen 29jährigen, der am Sonntag Abend für die große Sensation sorgte, und mit Rumäniens HTT Superstar Damian Roman den Klassenbesten der HTT im Achtelfinale eliminierte. Und es war mehr als die rein statistisch betrachtet 108. Karriere-Niederlage des 48fachen HTT Titelträgers aus Negresti Oas. Es wurde ein durchaus sich schmerzhaft anfühlendes Debakel mit dem Roman das Viertelfinale verpasste.
Fares mit bestem französischen HTT Grand Slam Resultat der Geschichte, und Damian Roman verpasst 600. HTT Karriere-Match
“Ich habe ihn nach dem Warm Up unterschätzt. Während des Matches hatte ich dann allerdings nur kurz im zweiten Satz das Gefühl, die Oberhand gewinnen zu können. Im Rest des Matches war er extrem stabil und ich hatte gefühlt keine Chance. Es war irgendwie so, wie wenn er immer noch einen Gang höher schalten hätte können” lautete die trockene Analyse des Damian Roman nach dem Spiel. Erst bei 0:6, 0:2 konnte der HTT Branchen-Beste im Achtelfinale seines 160. HTT Karriere-Turniers erstmals ergebnistechnisch anschreiben. Ein zweites Ehrengame war dem 44fachen HTT French Open Sieger von 2016 noch gegönnt, dann war die rumänisch-französische Chose erledigt. Die Auswirkungen dieses sportlichen Erdbebens sind unterschiedlicher Natur: Die verbliebene Konkurrenz kämpft seit Sonntag Abend mit permanenten Bauchschmerzen! Wer ist dieser Nicolas Fares und war kann der womöglich noch Alles so anrichten mit dem Tennisschläger in Händen? Und Damian Roman geht an diesem Wochenende nebst der verpassten Chance auf den 10. HTT Grand-Slam-Karriere-Titel “lediglich” ein bißchen Statistik daneben. Mit einem Sieg über den französischen Newcomer, hätte Damian Roman am Montag Abend im Viertelfinale sein 600. HTT Karriere-Match bestritten. Und der Rekord des Martin Kova mit 157 absolvierten HTT Grand Slam Matches, den er im Falle eines Finaleinzuges eingestellt hätte, ist auch – zumindest vorerst – passe. Frankreichs neuer HTT Held hat hingegen die HTT Major-Bilanz der “Grande Nation” entscheidend aufgebessert. Fares ist der erste Franzose in einem HTT Grand Slam Viertelfinale überhaupt. Bislang teilten sich mit Noah Deron, Paul Haller und Nils Klermund gleich drei Spieler mit einem Einzug in die dritte Runde, das beste französische HTT Grand Slam Resultat.
Wenn HTT Grand Slam Champs und der Vorjahresfinalist auf die Hinterhof-Courts ausweichen müssen
Mit Damian Roman ist also die Nummer 1 seit Sonntag Abend nicht mehr im Rennen um den Titel beim zweiten HTT Grand Slam Turnier des Jahres, und auch die Nr. 3 der Setzliste und der aktuellen HTT Computer-Rangliste ist nur mehr in der Rolle des Zuschauers aktiv. Rene Gräflinger wird also auch 2026 den ersten und erhofften HTT FO Titel seiner Karriere nicht erobern. Der 40jjährige Kärntner musste sich in einem vom Regen unterbrochenen Achtelfinal-Match gegen den HTT FO Champion von 2024 Dominik Krenkel mit 3:6, 4:6 geschlagen geben, womit der siegreiche Sandplatzkönig von vor 2 Jahren im Head to Head nach 9 Duellen auf 4:5 heranrückte. Kurios auch, dass sich Gräflinger und Krenkel bei ihren letzten drei Treffen auf HTT-Ebene jeweils bei den HTT French Open gegenüberstanden. Krenkel hat also entgegen der Erwartung vieler HTT Insider und Mitspieler bei seinem Comeback und dem ersten Auftritt seit Kitzbühel 2025, voll überzeugt, und zum insgesamt fünften Mal nach 2021, 2023, 2024 und 2025 das Viertelfinale der HTT French Open erreicht, wo übrigens Vorjahresfinalist Uros Bigic aus Serbien wartet. Apropos Bigic und Krenkel. Die beiden mussten in ihren Achtelfinal-Begegnugen auf die “Hinterhof-Courts” Nr. 3 und Nr. 4 ausweichen. Wenn der Champion der HTT FO von 2024 im Duell mit einem 2fachen HTT US Open Sieger, und der Vorjahresfinalist keinen Platz auf den beiden La Ville-Showcourts finden, dann bekommt man die Qaulität des gestrigen Achtelfinal-Programms nochmals nachdrücklich vor Augen geführt.
Serbiens Vuk Jovanovic seit 19 HTT Matches ungeschlagen
Auch am gestrigen vierten Spieltag der HTT French Open des Jahres 2026, spielte der Regen wieder ein große Rolle. Eineinhallb Stunden war der Tour-Zirkus am Sonntag Nachmittag zum Nichtstun & Warten verdammt. Wie gut, dass die 35. Auflage des Sandplatz-Klassikers am Altmannsdorfer Ast auf den “wunder”baren Couts des UTC La Ville zur Austragung gelangt. Dort wurde ein weiteres Kapitel des rote Asche-Wunders geschrieben, als nämlich knapp nach 20 Uhr der Achtelfinaltag nochmals Fahrt unter Flutlicht aufnahm. So kam auch der an Nummer 2 gesetzte große Titelfavorit und HTT AO Sieger Vuk Jovanovic noch zu seinem Viertelfinalticket. Der 20jährige Serbe nahm Mateo Wagner mit 6:1, 6:2 aus dem Bewerb, und feierte damit den saisonübergreifend bereits 19. Sieg in Serie. Deutlich mehr Mühe hatte Jovanovic übrigens in seinem Auftakt-Match drei Stunden zuvor. Da entpuppte sich der erst 14jährige Ararat Danilyan als richtig ernsthafter Gegner, der dem großen Titelfavoriten einen engen ersten Satz abtrotzte und ein insgesamt sehenswertes Match ablieferte. Ebenfalls den Einzug unter die Top 8 hat auch Theo Strobl geschafft. Der 18jährige vom TC Blau Weiss mühte sich im ersten Satz seines Duells mit Julian Fröhlich sowohl mit seinem spielstarken Gegenüber, als auch mit den Bedingungen auf Centercourt Lance Lumsden ab. Im leichten Niesel rutschte der Ranglisten-‘Zwölfte über den Platz und hinein in einen Tie-Break, der schließlich gewonnen, zum Ausgangspunkt seines 7:6, 6:0 Erfolges wurde.
Luis De Giacomo avanciert mit Viertelfinaleinzug zur großen Überraschung der HTT French Open 2026
Wir müssen abschließend aber auch noch über Luis De Giacomo reden. Den 17jährigen hatte wohl vor Turnierbeginn kaum einer der vielen HTT Experten auf der Rechnung, und doch steht der junge Mann vom Ober St. Veiter TC im Viertelfinale der HTT French Open 2026. Damit ist er neben dem französischen Damian Roman-Bezwinger Nicolas Fares sicher die große positive Überraschung des 70. HTT Saisonturniers im UTC La Ville. De Giacomo, dessen Bruder Yannick übrigens im Coronajahr 2020 die HTT French Open gewinnen konnte, sorgte am Sonntag für einen sehenswerten Doppelpack ohne Satzverlust. Zunächst ließ er die Nr. 5 der Tour Teo Katic ins Leere laufen. Der 18jährige Serbe ist nach seinem 4:6, 4:6 erneut und zum insgesamt dritten Mal nach 2023 und 2025 am Einzug ins HTT French Open Achtelfinale gescheitert. De Giacomo hingegen scheint sich beim prestigeträchtigsten HTT Sandplatz-Event von Jahr zu Jahr weiter zu steigern. 2024 in Runde 2 gescheitert, 2025 im Achtelfinale raus, steht er 2026 im Viertelfinale, und das gegen den Sieger der wegen Regens abgebrochenen Partie Leitgeb gegen Volbert, und nach einem 6:1, 6:4 Erfolg über Alexander Linsbichler. Und dazu kommt noch, dass der italienische Vorjahressieger Luca Vanella heuer nicht am Start ist. Und der war es immerhin, der Luis De Giacomo in den beiden vergangenen Jahren jeweils bei den HTT French Open im Wege stand.
