Simona Halep kommentiert Kokain-Affäre von Nick Kyrgios
Mit klaren Worten nahm Simona Halep in einem Instagram-Post Stellung zum Kokain-Vergehen von Nick Kyrgios – ohne ihn jedoch namentlich anzuklagen und ohne jegliche Häme.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
20.08.2026, 11:07 Uhr

Wohl kaum jemand kann sich besser in die Situation einer Sportlerin oder eines Sportlers hineinversetzten, wenn die Karriere aufgrund eines Dopingfalls eine entscheidende Wendung nimmt, als die ehemalige Weltranglistenerste Simona Halep. 2022 wurde die Rumänin aufgrund eines positiven Doping-Tests bei den US Open wegen der Einnahme von Roxadustat für vier Jahre gesperrt. Später wurde die Strafe jedoch auf neun Monate reduziert, da sie den internationalen Sportgerichtshof CAS davon überzeugen konnte, dass diese Substanz unbeabsichtigt aufgrund eines verunreinigten Nahrungsergänzungsmittels in ihren Körper gelangt war.
Auch bei Jannik Sinner, dem aktuellen Branchenführer bei den Herren, war die Sachlage ähnlich. Aufgrund einer unvorsichtigen Behandlung seines Physiotherapeuten gelangten Spuren von Clostebol in seinen Körper, weshalb der Südtiroler eine dreimonatige Sperre zu verbüßen hat.
Bei unterschiedlichen Reaktionen im Netz zur Causa Sinner, die sich aber weniger an der unwissentlichen Einnahme, sondern überwiegend an der unterschiedlichen Handhabung von Doping-Sperren bei den verschiedenen Spielerinnen und Spielern entzündeten, kristallisierte sich gerade Nick Kyrgios als Hardliner heraus. So kommentierte der Australier damals: „Wäre es irgendein anderer Spieler gewesen, der mit Steroiden erwischt worden wäre, wäre er für vier Jahre gesperrt worden. Regeln sind Regeln. Es ist mir egal, ob man der beste Spieler der Welt ist – man sollte für vier Jahre gesperrt werden.“
Doch nicht nur das ähnliche Schicksal mit der versehentlichen Einnahme einer verbotenen Doping-Substanz schaffte eine Verbindung zwischen Sinner und Halep. So arbeitete Darren Cahll vor seiner Zusammenarbeit mit dem fünffachen Major-Sieger aus Südtirol auch mit der Rumänin zusammen, die auch während ihrer Sperre regemäßig mit dem Team Sinner trainierte.
Und so überraschte es nicht, dass auch Halep eine klare Meinung zum Fall Kyrgios äußerte, der die Einnahme von Kokain selbst zu verantworten hat und diese auch nicht bestreitet. In einer Instagram-Story eröffnete sie jedoch mit vorsichtigen Worten, ohne konkret den Namen des Australiers zu nennen: „Man sollte niemanden treten, der ohnehin schon am Boden liegt.“
Dass es sich dabei aber um das Vergehen des ehemaligen Wimbledon-Finalisten handelt, verdeutlicht die darauffolgende Aussage, die einen Vergleich zwischen den Fällen von ihr und Sinner mit dem von Kyrgios aufzeigen: „Das Leben hat eine seltsame Art, die Rollen zu tauschen. Und eine noch seltsamere Art, den Unterschied zwischen einem Versehen und einer bewussten Entscheidung aufzuzeigen.“
