US Open vor dem Knall: Der nächste Spielerprotest rund um das Preisgeld kündigt sich an
Die Preisgelddebatte im Tennis spitzt sich vor den US Open erneut zu. WTA-Weltranglistendritte Jessica Pegula bestätigt, dass die Spieler auf eine Ankündigung der Veranstalter warten und ein Protest in New York damit keineswegs vom Tisch ist.
von Isabella Walser-Bürgler
zuletzt bearbeitet:
19.08.2026, 14:49 Uhr

Noch hat die USTA das Preisgeld für die US Open 2026 nicht bekannt gegeben. Genau darauf warten die Spielerinnen und Spieler, bevor sie über weitere Schritte entscheiden. „Wir haben noch keine großen Entscheidungen getroffen“, sagte die US-Amerikanerin Jessica Pegula gegenüber Front Office Sports. Gleichzeitig bestätigte die Weltranglistendritte, dass es inzwischen einen intensiveren Austausch mit den Grand-Slam-Veranstaltern gebe.
Auch Aryna Sabalenka kritisch
Die Gespräche seien grundsätzlich konstruktiv. Die US Open hätten sich offen dafür gezeigt, bestimmte Dinge zu verändern. Wie weit diese Bereitschaft tatsächlich reicht, dürfte sich allerdings erst mit der angekündigten Preisgeldsumme zeigen. Auch Aryna Sabalenka wurde zuletzt auf einen möglichen Protest angesprochen und ließ die Frage offen: „Mal sehen. Wer weiß, was passiert?“
Warum die Spieler 22 Prozent fordern
Wie bereits in Wimbledon und bei den French Open dreht sich der Streit um die angemessene Höhe der Siegprämie. Die Grand-Slam-Spieler fordern seit Längerem einen größeren Anteil an den Einnahmen der vier größten Turniere. Ihr Ziel liegt bei rund 22 Prozent der Grand-Slam-Umsätze.
Die US Open stehen dabei besonders im Fokus. Das Turnier ist traditionell jenes mit dem höchsten Preisgeld und setzte 2025 mit einem Gesamtpreisgeld von 85 Millionen US-Dollar einen Rekord. Gleichzeitig erzielt der Grand Slam in Flushing Meadows auch die höchsten Einnahmen der vier Major-Turniere. Nach Berechnungen der Spielerseite liegt der Anteil, der als Preisgeld an die Profis zurückfließt, dennoch bei lediglich rund 15 Prozent.
Von Roland Garros bis Wimbledon: Der Druck steigt
Dass die Spieler bereit sind, ihre Forderungen öffentlich zu machen, zeigte sich bereits bei den French Open. Dort beschränkten zahlreiche Profis ihre Mediengespräche symbolisch auf 15 Minuten. Das ist genau jener Prozentsatz, der ihrer Darstellung zufolge bislang dem Spieleranteil an den Grand-Slam-Einnahmen entspricht.
Auch Wimbledon stand vor einem möglichen Protest. Das Preisgeld von 85,8 Millionen US-Dollar blieb hinter den von den Spielern erwarteten 93,5 Millionen zurück. Gespräche zwischen Spielervertretern und dem All England Club verhinderten letztlich eine Eskalation. Ob das auch in New York gelingt, ist offen.
Jannik Sinner ebenfalls im Fokus
Zusätzliche Brisanz bekam die Debatte durch Jannik Sinner. Auch der Weltranglistenerste soll laut The Times erwogen haben, das Mixed-Doppel bei den US Open zu boykottieren, sollte es bei den Forderungen der Spieler keine Bewegung geben. Nach seinem verletzungsbedingten Rückzug aus Cincinnati ist allerdings ohnehin unklar, ob und in welcher Verfassung Sinner nach New York reisen wird.
Auffällig ist unterdessen das Timing der USTA. In den vergangenen drei Jahren wurde das US-Open-Preisgeld jeweils bereits Anfang August bekannt gegeben, 2025 etwa am 6. August. Für die Ausgabe 2026 steht die Ankündigung bis dato aber immer noch aus…
