Sky-Experte Philipp Kohlschreiber: Darum hat Jodar Fonseca und Mensik überholt

Philipp Kohlschreiber wird die US Open 2026 als Experte für Sky begleiten. Bei einer Medienrunde gab der achtmalige Turniersieger auf der ATP-Tour auch eine Einschätzung zur nächsten Generation ab.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 25.08.2026, 08:17 Uhr

Rafael Jodar steht im Race to Turin unter den Top Ten
© Getty Images
Rafael Jodar steht im Race to Turin unter den Top Ten

Durch die langen Verletzungspausen von Jannik Sinner und Carlos Alcaraz ist das Race to Turin ein bisschen durcheinander gewürfelt (wiewohl die beiden die Positionen eins und drei einnehmen). Was anderen Spielern eigentlich die Chance geben sollte, in der Jahreswertung weiter nach vorne zu stoßen als in den vergangenen Jahren. Auch weil sich Novak Djokovic ja nur noch selten bei Turnieren abseits der Grand Slams zeigt.  

Flavio Cobolli und Arthur Fils haben aus diesen Chancen viel gemacht, liegen im Race auf den Positionen vier und fünf. Die eigentliche Überraschung ist aber der Neuntplatzierte: Rafael Jodar. Mit dem Spanier hatte vor Beginn der Spielzeit wohl niemand in diesen Sphären gerechnet. Dafür Aren schon eher Jakub Mensik (aktuell Platz 14) und vor allem Joao Fonseca (32) vorgesehen. 

Aber Jodar hat seinen Konkurrenten aus der Tschechischen Republik und Brasilien doch einigermaßen deutlich überflügelt. Und Philipp Kohlschreiber, bei den US Open 2026 für Sky als Experte hinter dem Mikrofon, weiß auch, warum dem so ist. 

Kohlschreiber: „Jodar spielt erwachsener“ 

„Bei Mensik und Fonseca hat man in den letzten Monaten keine großen Veränderungen im Spiel festgestell“, erklärte Kohlschreiber also in einer kleinen Medienrunde. „Die beiden haben immer ihren Plan A. Und wenn der nicht funktioniert, dann können sie auch wirklich gegen viele ausscheiden. Deswegen sind auch wahrscheinlich diese konstanten und richtig guten Ergebnisse ausgeblieben.“ 

Rafael Jodar habe da schon ein etwas klareres Spielkonzept, so Kohlschreiber weiter. „Jodar spielt bei seinen eigenen Aufschlagspielen extrem solide. Immer mit einer gewissen Präzision, aber weit weg von den Linien. Aber er geht nicht dieses volle Risiko, wie er das bei den Returnspielen tut.“ 

Jodar habe eine kontrollierte Offensive, während Fonseca und Mensik „Big game Player“ wären, die auch das Publikum mehr mitnähmen. Das wäre besseres Entertainment, sagt Kohlschreiber, aber eben auch fehleranfälliger. Quintessenz der langjährigen deutschen Nummer eins: „Jodar spielt einfach ein Stück weit erwachsener und konsequenter.“
 

von Jens Huiber

Dienstag
25.08.2026, 13:35 Uhr
zuletzt bearbeitet: 25.08.2026, 08:17 Uhr