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Stakhovsky, Bastl, Brown: Die größten Überraschungen in Wimbledon

Die frühen Runden in Wimbledon haben schon oft Ergebnisse gezeitigt, die den Buchmachern in Großbritannien Kopfschmerzen bereitet haben. Wir haben mal fünf Partien bei den Männern herausgesucht, bei denen wir uns immer noch nicht sicher sind, wie die Resultate zustande gekommen sind.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 02.07.2020, 00:11 Uhr

Sergiy Stakhovsky hat 2013 Roger Federer und die Tenniswelt geschockt
© GEPA Pictures
Sergiy Stakhovsky hat 2013 Roger Federer und die Tenniswelt geschockt

2002 - George Bastl vs. Pete Sampras 6:3, 6:2, 4:6, 3:6, 6:4

Kein Turniersieg während seiner Karriere, ein Hoch in der ATP-Weltrangliste von Platz 71 - dennoch hat der Schweizer George Bastl Tennisgeschichte geschrieben. Als er nämlich Pete Sampras in der zweiten Runde des Wimbledon-Turniers 2002 gegenüberstand - und den haushohen Favoriten in fünf Sätzen besiegen konnte. Zwar hatte Sampras seit seinem siebenten (und auch letzten) Triumph 2000 in Wimbledon kein Turnier mehr gewonnen, über den vermeintlichen Sieger des Matches gegen Bastl gab es vorab aber keine zwei Meinungen.

Und selbst nach dem 0:2-Satzrückstand auf dem „Friedhof der Stars“, dem Court 2, schien sich Sampras doch noch durchsetzen zu können. Bastl aber behielt die Nerven. Und verabschiedete Pete Sampras für immer aus Wimbledon. Der US-Amerikaner trat nach seinem Erfolg bei den US Open wenige Monate später nämlich zurück.

2015 - Dustin Brown vs. Rafael Nadal 7:5, 3:6, 6:4, 6:4

Ein Heimsieg in Halle/Westfalen mag für Dustin Brown auch schon beinahe Gold gewesen sein. 2014 nämlich besiegte Brown den gerade von den French Open angereisten Rafael Nadal nach einer dominanten Vorstellung mit 6:4 und 6:1. Dass es dem Deutschen allerdings etwas mehr als ein Jahr später beim Major mit dem größten Prestige im Best-of-Five-Format gelingen sollte, Nadal wieder zu besiegen, war schlichtweg sensationell. Zumal Brown nicht einmal über die volle Distanz gehen musste. Die Bilanz gegen Nadal blieb damit makellos - und ist es heute noch: Dustin Brown führt mit 2:0. Und rechnet sich für ein neuerliches Wiedersehen auf Rasen sicherlich gute Chancen gegen Nadal aus.

2013 - Sergiy Stakhovsky vs. Roger Federer 6:7 (5), 7:6( 5), 7:5, 7:6 (5)

Bemerkenswert, gegen welche Spieler Roger Federer Zeit seiner Karriere Probleme gehabt hat: Tim Henman etwa, den er erst in der späteren Phase geknackt hat. Oder Patrick Rafter, der mit einer makellosen Bilanz gegen den Maestro in Rente gegangen ist. Beide, Henman und Rafter, hielten sich in der Regel nie lange an der Grundlinie auf, gingen vor allem ihren Aufschlägen sofort nach. Was eigentlich auch dem Spielansatz von Sergiy Stakhovski entspricht. In der Zweitrundenpartie 2013 zeigte der Ukrainer aber auch erstaunliche Geduld. Und nahm den großen Favoriten in vier knappen Sätzen aus dem Wettbewerb.

2003 - Ivo Karlovic vs. Lleyton Hewitt 1:6, 7:6 (5), 6:3, 6:4

Den Titelverteidigern gebührt die Ehre, den legendären Centre Court in Wimbledon zu eröffnen. Und bis zum Jahre 2003 ist dies, so der Vorjahressieger denn tatsächlich am Start war, auch immer gut ausgegangen. Dann aber kam Ivo Karlovic, der nur zwei Jahre, nachdem sein Landsmann Goran Ivanisevic seinen größten Erfolg auf jenem Centre Court gefeiert hatte, Lleyton Hewitt in vier Sätzen in Runde eins gleich wieder verabschiedete. Was im Nachhinein betrachtet keine ganz so große Überraschung war: Karlovic hat von sechs Partien gegen Hewitt vier gewonnen, den Australier sogar in Roland Garros über fünf Sätze lang gequält (wenn auch verloren). In Wimbledon 2003 aber behielt Dr. Ivo nach dürftigem ersten Satz die Oberhand.

1987 - Peter Doohan vs. Boris Becker 7:6, 4:6, 6:2, 6:4

Einfach ein schlechter Tag im Büro. Anders lässt sich die Zweitrunden-Pleite von Boris Becker gegen Peter Doohan auch mehr als drei Jahrzehnte später nicht erklären. Nicht nur, dass Becker in den beiden Jahren zuvor zum Titel gerauscht war - er hatte Doohan in den Partien zuvor beherrscht. Nicht zuletzt beim Vorbereitungsturnier im Londoner Queen´s Club, wo der Deutsche noch mit 6:2, 6:4 gewonnen hatte. In Wimbledon aber stoppte Doohan den Lauf Beckers, der aber 1989 noch ein drittes Mal triumphieren sollte.

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Donnerstag
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