Statement der Veranstalter in Causa Querrey: "Wollten Sam in privates Appartement bringen"

Die Causa rund um den positiven COVID-19-Test von Sam Querrey und seiner Flucht per Privatjet aus Russland schlägt hohe Wellen. Nach der ATP haben sich nun auch die Veranstalter des ATP-500-Events von St. Petersburg zu Wort gemeldet. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 16.10.2020, 07:37 Uhr

Sam Querrey blühen nach seinem COVID-Regelverstoß harte Sanktionen
Sam Querrey blühen nach seinem COVID-Regelverstoß harte Sanktionen

Obwohl beim ATP-Event in St. Petersburg sportlich einiges geboten wird, stand dies in den letzten Stunden doch deutlich im Schatten jener Geschehnisse, die sich im "Four-Seasons-Hotel" in der russischen Millionenmetropole abgespielt haben. Sam Querrey, der aufschlagstarke US-Amerikaner, war bei seiner Ankunft in St. Petersburg standesgemäß getestet worden und durfte nach dem negativen Testergebnis auch am Turnier teilnehmen. 

Den ATP-Regeln zufolge müssen die Spieler jedoch alle vier Tage auf das Coronavirus getestet werden, weshalb für Querrey am 11. Oktober bereits der nächste Test auf dem Programm stand. Diesmal lieferte dieser aber eine Hiobsbotschaft für den Amerikaner, der Test fiel nämlich positiv aus. Die Folge - gleiches Procedere wie bei den Fällen Fognini, Goffin, Paire et cetera, et cetera: Selbstisolation. Solange, bis ein Test negativ ausfällt. 

Ein Procedere, auf das sich der Amerikaner aber nicht wirklich einlassen wollte, woraufhin Querrey am 13. Oktober um 5:45 Uhr morgens, wie die Veranstalter von St. Petersburg in Berufung auf die Videoaufnahmen aus dem Hotel bekanntgaben, die Unterkunft in der russischen Metropole verließ, um schnellstmöglich in Richtung einer bislang undefinierten Destination innerhalb Europas aufzubrechen. 

Bei asymptomatischem Verlauf Transfer in Appartement 

Wie der New-York-Times-Journalist Ben Rothenberg veröffentlichte, soll Querrey diese Entscheidung nach einem Anruf der russischen Gesundheitsbehörden getroffen haben, in welchem ihm mitgeteilt worden sein soll, er würde bei Symptomen zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Nun schildert der Veranstalter in dieser Angelegenheit seine Sicht der Dinge. 

"Das Turnier hat eine Visite durch einen Arzt und einen Kinderarzt organisiert, welche zwei Versuche unternommen haben, die Familie Querrey zu untersuchen. Beide Male ohne Erfolg, denn der Sportsmann hat seine Türe nicht geöffnet", so die Veranstalter. Im Falle einer asymptomatischen Erkrankung wäre es ferner geplant gewesen, den US-Amerikaner in ein privates Appartement zu bringen, "um jegliche Unbequemlichkeiten für den Spieler zu vermeiden und das Infektionsrisiko im Hotel zu minimieren." 

Etwaige Konsequenzen für Sam Querrey werden unterdessen jedenfalls nicht vonseiten der Turnierverantwortlichen verhängt: "Die Turnierorganisatoren haben alles getan, um die Sicherheit der Spieler, der ATP-Repräsentanten und allen Beteiligten am Turnier zu gewährleisten. Es steht nun in der Macht der ATP, die Aktionen von Sam Querrey zu evaluieren und zu beurteilen."

Bis zu drei Jahre Sperre

Die Spielervereinigung hat in einem ersten Statement bereits angekündigt, die Angelegenheit zu prüfen: "Sich an die Gesundheits- und Sicherheitsprotokolle zu halten, ist entscheidend dafür, dass Events sicher und innerhalb der von lokalen Behörden beschlossenen Guidelines stattfinden können. Die Spieler und ihre Teams wissen, dass die Missachtung des Protokolls die Durchführung eines Events gefährden und Auswirkungen auf den Rest der Tour haben kann. Übereinstimmend mit dem ATP's Code of Conduct nehmen wir diese Sache sehr ernst - die Ermittlungen laufen."

Gemäß des ATP-Reglements könnten dem US-Amerikaner nun eine Geldstrafe von 100.000 Dollar sowie eine dreijährige Sperre blühen. Sam Querrey selbst hat sich indes noch nicht zu den Ereignissen geäußert, lediglich die Information, er habe das Land per Privatjet verlassen, ließ der 33-Jährige dem ATP-Verantwortlichen beim Turnier wissen. 

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16.10.2020, 08:05 Uhr
zuletzt bearbeitet: 16.10.2020, 07:37 Uhr