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Team World feiert HTT Laver Cup Hattrick

Team World hat zum dritten Mal in Folge den HTT Laver Cup gewonnen. Die aus internationalen HTT-Spie...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 18.09.2023, 14:18 Uhr

Team World hat zum dritten Mal in Folge den HTT Laver Cup gewonnen. Die aus internationalen HTT-Spielern zusammengestellte Weltauswahl, entschied am gestrigen Finaltag im UTC La Ville mit einer spektakulären wie fulminanten Aufholjagd und einem an Spannung & Dramatik kaum überbietbaren Finish die 4. Auflage des Team-Vergleichskampfs mit dem nach zwei Spieltagen noch überlegen führenden Team Austria hauchdünn mit 13:12. Für die Entscheidung sorgten schließlich Serbiens Jungstar Teo Katic und Mexikos Altmeister Sergio Gonzalez, die dem rot-weiß-roten Duo Florian Strutzenberger & Patrick Wydryzinski mit 10:8 im alles entscheidenden Match-Tiebreak-Doppel das Nachsehen erteilten. Ein Bericht von C.L

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Team Austria verspielt trotz 9:1 Zwischenführung noch den Titel

Und dieses Matchtiebreak-Doppel als wahre Nervenprobe wurde am Sonntag Abend – übrigens zum zweiten Mal in der Geschichte nach 2021 – fällig, weil Team Austria am dritten und letzen Spieltag eine scheinbar uneinholbare und am Tag zuvor eroberte 9:3 Führung noch aus der Hand gegeben hatte. Die rot-weiß-rote Equipe hatte einen grandiosen Samstag auf den Centercourt des UTC La Ville gezaubert, und vor dem abschließenden Doppel eine souveräne 9:1 Führung herausgespielt. Da schien der mit 8:10 im Matchtiebreak geschehene Ausrutscher in diesem letzten Samstag-Doppel nicht ins Gewicht zu fallen. Innerösterreichisch philosophierte man bereits über den greifbaren Sieg, wie “rauschend” doch die Siegesfeier am Centercourt werden würde, uvm. Doch zu früh gefreut Team Austria! Der heimischen Auswahl, die 2019 als erstes der beiden Teams die Premieren-Ausgabe des HTT Laver Cups für sich entschied, fiel am Schlußtag aber nicht nur die übereilte Vorfreude auf den Kopf. Auch die HTT Laver Cup-Arithmetik und die ganz spezielle Atmosphäre am Finaltag, bei der selbstbewusste und nervenstsrke Spieler gefragt sind, spielte eher den Gegnern von Team World in die Karten.

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Rot-Weiß-Rot scheitert an der HTT Laver Cup Arithmetik und den eigenen Nerven

Drei Punkte gibt es am finalen Schlusstag pro Matchsieg für die Gesamtwertung, und so standen die Team-Austria-Spieler am Ende bei der Siegerehrung trotz sieben gewonnener Matches bei gleichzeitig nur fünf Erfolgen ihrer Bezwinger mit leeren Händen und hängenden Köpfen bei der Siegerehrung auf “Lance Lumsden”. Vorallem aber war es die Kaltschnäuzigkeit, mit der die Akteure aus aller Herren Länder gegenüber ihren rot-weiß-roten Kontrahenten am gestrigen Sonntag in der Entscheidung aufgetreten sind. Team Austria hat in den entscheidenden Momenten dieses so beliebten Team-Wettbewerbs in vielen engen Situationen versagt, oder um es “zarter & milder” auszudrücken, nicht das Glück aus seiner Seite gehabt. Hätte Anton Ziel im Eröffnungsspiel am Freitag Nachmittag nicht eine 6:2, 2:0 Führung verschleudert, dann hätte der einzige Sonntags-Erfolg aus rot-weiß-roter Sicht von Inas Sarajlic schon zum Titel gereicht. Auch das Duo Strutzenberger-Braun hätte am Samstag Abend im letzten Doppel bei ihrer mit 8:10 im Match-Tiebreak erlittenen Niederlage längst alles klar machen können. Den Sieg am Schläger hatte auch Marcus Schischlik, der im zwölften und letzten Match bei einer 12:9 Führung für Team Austria den Sack hätten zu machen können, oder besser gesagt müssen! Denn der routinierteste und erfahrendste Spieler im österreichischen Team, hatte beim Stand von 6:7, 2:1 plötzlich einen total angeschlagenen und an der Leiste verletzten Spieler gegenüber, der sich fortan nur mit dem Ziel über den Platz quälte, den Match-Tiebreak zu erreichen. Und dort ereilte Marcus Schischlik dann ein “Deja-vu”. Der 27jährige vom TC Strebersdorf durchlebte nochmals jenen bösen Albtraum von 2021, als er der russischen Power-Lady Mariam Karadzhaeva als Favorit gestartet mit 8:10 im Match-Tiebreak unterlag, und sein Team am Ende wie auch gestern wieder mit 12:13 aus den durchaus realistischen Titelträumen gerissen wurde.

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Die Angst vor dem entscheidenden Match-Tiebreak – nur einer hatte Bock auf die heiße Nummer auf Lance Lumsden

Adam Goodsell holte schließlich mit seinen Stärken beim Volley den von seinen Teamkollegen umjubelten Punkt zum nicht mehr erwarteten Ausgleich, und machte zum zweiten Mal in der Geschichte beim Stand von 12:12 nach 12 ausgetragenen Matches am La Ville Centercourt ein alles entscheidendes Match-Tiebreak-Doppel notwendig. Ein Spiel, gleich einer Lotterie, nichts für zart besaitete Tennisspieler, und davon gab es in beiden Teams ein Menge. Wie bei einem Elfmeterschießen im WM-Finale, drückten sich die Spieler reihenweise vor einem Auftritt auf Lance Lumsden und vor der Verantwortung, womöglich die Schuld an der Niederlage mit sich tragen zu müssen. So trudelten beim HTT Veranstalter (zuständig für die Aufstellung) bereits während des Matches Goodsell gegen Schischlik und des sich abzeichnenden Showdowns im Matchtiebreak die Absagen mit den abstrusesten Gründen ein. Von vergessenen Schuhen, verschwitzten T-Shirts, plötzlich auftretenden Rückenschmerzen, gab es die gesamte Palette an herrlichen Ausreden. Nur einer gab mit erhobenen Daumen das Zeichen, diese Challenge gerne in Angriff nehmen zu wollen. Mexicos Altstar Sergio Gonzalez hatte “Bock” auf einen der heißesten Momente, die die HTT in dieser Saison zu bieten hat. “Ich habe nur geblufft, wie ein Pokerspieler ohne dem entsprechenden Blatt in der Hand, weil ich nicht mit einem Match-Tiebreak am Ende gerechnet hatte”, erzählte Sergio nach der gewonnenen Schlacht mit einem verschmitzten Lächeln. Der Lokalmatador vom UTC La Ville, der schon 2021 im Team Word den Titel nach so einer kniffligen Match-Tiebreak-Entscheidug feierte, zog seinen “Bluff” aber voll durch, und krallte sich mit dem an diesem Wochenende brillant spielenden Teo Katic an der Seite, zum dritten Mal in Folge den riesigen Silberpott.

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Rauschende Siegesfeier am Centercourt und Abschluss-Bankett mit Champions-Dinner

Mit dem verwandelten Matchball fiel dann die ganze Anspannung des Tages mit einer grenzgenialen und nie und nimmer mehr erwarteten Aufholjagd von den Spielern der HTT Welt-Auswahl ab. Die hate auch ohne ihre Superstars wie Damian Roman, Vladimir Vukicevic oder Emanuel Gal den dritten Titel in Serie fixiert, und danach allen Grund zum ausgelassenen Feiern. Nach einer “seriösen & stimmungsvollen Siegerehrung, bei der die Verlierer fair und hochanständig für die Champions Spalier standen und Beifall klatschten, ging die feuchtfröhliche Party am Centercourt los. Jubel-Arien mit dem Pokal, mehrere Champagner-Duschen, das obligate Team-Selfie, Team Wolrd genoss in diesen Augenblicken am Centercourt einfach den herrlichen Moment und danach auf der La-Ville-Terrasse auch noch gemeinsam mit Team Austria das Champsions-Dinner beim tradionellen Abschluss-Bankett. Damit war ein großaritges Tennisfest im Union Tennis Center La Ville zu Ende gegangen, für das “Oh Wunder” gleich alle Spieler für die 5. Auflage des HTT Laver Cups 2024 ihr Interesse anmeldeten.

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von Claus Lippert

Montag
18.09.2023, 12:38 Uhr
zuletzt bearbeitet: 18.09.2023, 14:18 Uhr