Die denkwürdigsten deutschen Herren-Matches – Platz 11
Boris Becker und Michael Stich gewannen bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona die Goldmedaille im Doppel.
von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet:
04.12.2014, 08:45 Uhr

Vom 1. bis 24. Dezember präsentierttennisnet.comeine redaktionelle Bestenliste und kürt die zwölf denkwürdigsten deutschen Matches bei den Damen und Herren. Für die Wertung wurde nicht nur der Spielverlauf und die Dramatik, sondern auch die historische Bedeutung der Matches berücksichtigt. In unseremtennisnet.com-Adventskalenderwerden wir bis Heiligabend abwechselnd ein Türchen bei den Damen und Herren öffnen. Wir wollen euch damit die tennisfreie Weihnachtszeit etwas versüßen. Getreu dem Motto „Ladies first“ haben die Damen immer den Vorrang. Die Herren ziehen dann nach.
Die denkwürdigsten deutschen Herren-Matches: Platz 11
Boris Becker/Michael Stich – WayneWayne Ferreira/Piet Norval(Südafrika) 7:6 (5), 4:6, 7:6 (5), 6:3
(5. August 1992 in Barcelona – Doppelfinale Olympische Spiele)
Die Vorgeschichte:
Als es darum ging, wer als deutsches Doppel bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona antreten sollte, fiel die Wahl auf die beiden deutschen Vorzeigespieler Boris Becker und Michael Stich. Die Sache hatte nur einen großen Haken. Becker und Stich waren sich ganz und gar nicht grün und sprachen nur das Nötigste miteinander. Durch seinen Wimbledonsieg 1991 im deutschen Finale gegen Becker war Stich in das Hoheitsgebiet seines Landsmannes eingedrungen. Dass es überhaupt zu dieser Doppelkombination in Barcelona kam, war vor allem der Verdienst des damaligen Davis-Cup-Kapitäns Niki Pilic, der zwischen den beiden Alphatieren vermittelte. Da Becker und Stich im Einzel früh gescheitert waren, konnten sie sich voll und ganz auf das Doppel konzentrieren. Mit zwei Siegen in Fünfsatzkrimis zogen die beiden Deutschen ins Endspiel ein – und das auf dem nicht so geliebten Sandboden. Edelmetall war bereits sicher, es ging jetzt noch um die Farbe.
Das Match:
Die Endspielgegner von Becker und Stich waren die Südafrikaner Wayne Ferreira und Piet Norval, die durch den Finaleinzug die erste südafrikanische Olympiamedaille seit 1960 sicher hatten. Es entwickelte sich von Beginn an ein munteres Spiel an diesem heißen Nachmittag im Brutofen von Vall d’Hebron in Barcelona. Becker und Stich kamen ihre starken Aufschläge zugute, sodass beide Tiebreaks an die Deutschen gingen. Mit dem Break im ersten Spiel des vierten Satzes waren die Weichen in Richtung Olympiasieg gestellt. Nach dem verwandelten Matchball fielen sich beide um den Hals, umarmten sich, klatschten sich immer wieder ab und strahlten nach dem Olympiasieg wie Honigkuchenpferde. „Das kann man noch gar nicht richtig in Worte fassen. Ich bin sehr stolz heute. Mein Verhältnis zu Olympia ist goldig“, sagte Becker direkt im Anschluss an den Gewinn der Goldmedaille. „Gold kann man nicht planen. Aber wir haben es gewonnen, das zählt“, äußerte sich Stich dazu. Bei der Siegerehrung schauten die frischgebackenen Olympiasieger immer wieder ungläubig auf das goldige Edelmetall – dem Lohn ihrer Arbeit.
Die Auswirkungen:
Aus der olympischen Zweckgemeinschaft wurde keine Freundschaft. Schon einige Stunden nach ihrem historischen Triumph gingen Becker und Stich wieder getrennte Wege. Die beiden bildeten nur noch bei vier Davis-Cup-Partien ein gemeinsames Doppel. An einer möglichen Titelverteidigung bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta waren die beiden nicht interessiert.
Lest hier die ganze Geschichte zum denkwürdigen Olympiafinale mit Boris Becker und Michael Stich auf tennisnet.com!
Die denkwürdigsten deutschen Herren-Matches im Überblick:
Platz 12: Boris Becker - Ivan Lendl
(Text: cab)
