Davis Cup: Thiem führt Österreich mit Sieg gegen de Minaur zurück in die Weltgruppe

Dominic Thiem und Co. werden im kommenden Jahr in der Davis-Cup-Weltgruppe vertreten sein. Die österreichische Nummer eins besiegte im ersten Einzel am Sonntag in Graz Alex de Minaur und holte damit den entscheidenden dritten Punkt für die Gastgeber.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 16.09.2018, 14:07 Uhr

Dominic Thiem ist seiner Favoritenstellung gerecht geworden

Von Jens Huiber aus Graz

Sonntagvormittage sind beim Davis Cup keine einfache Angelegenheit: Der Zauber des Anfangs vom Freitag ist ein bisserl verflogen, der gemütliche Doppel-Nachmittag längst Geschichte - und im speziellen Fall Graz kam auch noch das "Aufsteirern" dazu, ein Volksfest, das die Innenstadt ab zehn Uhr vormittags in Beschlag genommen hat.

Dominic Thiem indes ist Niederösterreicher, steirisches Brauchtum pflegt die österreichische Nummer eins, wenn überhaupt, nur im Privaten. Was Thiem pflegt: ein Portfolio aus Weltklasseschlägen. Mit denen die österreichische Nummer eins Alex de Minaur nach am Ende großem Kampf in die Schranken wies und der rot-weiß-roten Auswahl mit einem 6:4, 6:2, 3:6 und 6:4 nach einer Spielzeit von 2:47 Stunden einen Platz in der Davis-Cup-Weltgruppe 2019 bescherte.

Hewitt setzt doch auf de Minaur

"No changes", so verlautbarte der Pressesprecher des Österreichischen Tennisverbandes um exakt 10:01 Uhr die Entscheidung von Lleyton Hewitt, doch auf de Minaur zu setzen - und nicht auf John Millman, der bei den US Open Roger Federer geschlagen hatte. der 19-jährige de Minaur hatte zu Beginn des Jahres beinahe Alexander Zverev geschlagen. Allerdings zuhause in Brisbane. Und auf Hartplatz.

Der Grazer Sand dagegen war Dominic Thiem auf den Leib geschneidert worden. Auch wenn sich der Lichtenwörther bei den US Open ebenfalls unter die letzten Acht gespielt hatte. Und zwei Punkte vom Einzug in die Vorschlussrunde entfernt war.

Thiem holt Break-Rückstand auf

Thiem also bearbeitete de Minaur mit massiven Spinbällen, der 19-jährige Australier wieselte nach links und rechts, wie schon gegen Dennis Novak aber gelang es de Minaur zu selten, sich aus der Defensiv-Position zu befreien. Zwar gelang dem Außenseiter ein frühes Break zum 3:1, Thiem glich aber umgehend aus, übernahm gegen Ende des ersten Satzes die Kontrolle über das Match.

Der zweite Durchgang geriet von Beginn an zur klaren Angelegenheit für den Hausherren, de Minaur schrieb erst im fünften Spiel an. Nach 83 Minuten Spielzeit hatte sich Thiem den Satz mit 6:2 geholt. Coach Günter Bresnik, nur für den Sonntag nach Graz gereist, zeigte sich im ORF-Interview zufrieden.

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Davis Cup ab 2019 nur noch Best-of-Three

Sechs Spiele hatte Thiem de Minaur im bis zum Sonntag einzigen Treffen gelassen, 2017 bei den US Open, auch dort wird bekanntermaßen nach dem Best-of-Five-Format verfahren. Dass Thiem im dritten Akt kurz die Konzentration verlor, seinen Aufschlag zum 0:2 abgeben musste, kam für alle Beteilgten überraschend, die Australier inklusive. De Minaur nutzte die Schwächephase, servierte ohne große Probleme zum 6:3 aus.

In Satz vier war es zunächst wieder der Jüngere, der mit Break vorlegte. Gleich zweimal, Thiem schaffte zweimal den Ausgleich. Dann allerdings ging Thiem mit 5:4 in Führung - und nutzte seinen ersten Matchball zum Gesamtsieg der österreichischen Equipe. "Der vierte Satz war wirklich auf des Messers Schneide", erklärte Thiem nach dem Match. Zumal de Minaur von der Grundlinie einfach keine Fehler mehr gemacht hätte.

Im kommenden Jahr wird Österreich damit also Anfang Februar um einen Platz beim Finalturnier spielen, das voraussichtlich in Madrid oder Lille stattfinden wird. Ein Heimspiel ist möglich, die Setzung in Runde eins sicher. Ändern wird sich in jedem Fall eine Sache: Auf drei Gewinnsätze wird ab 2019 nicht mehr gespielt. Für Spieler mit der außerordentlichen Fitness eines Dominic Thiem kein Vorteil.

Sonntagvormittage wird es übrigens im kommenden Jahr nicht mehr geben.

von Jens Huiber

Sonntag
16.09.2018, 14:07 Uhr