Thiem-Manager Herwig Straka zu möglicher Davis-Cup-Endrunde in Österreich: „Interessant, aber noch in frühem Stadium“

Die ITF möchte neben Madrid noch mindestens zwei weitere Länder mit der Austragung der frühen Phase der Davis-Cup-Endrunde betrauen. Österreich könnte eine Option sein. Der ÖTV will sich jedenfalls darum bewerben.

 

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 20.01.2021, 09:58 Uhr

Herwig Straka hat mit seinem Team die letzten beiden Davis-Cup-Partien von Österreich veranstaltet
© GEPA Pictures
Herwig Straka hat mit seinem Team die letzten beiden Davis-Cup-Partien von Österreich veranstaltet

Herwig Straka hält sich derzeit in Adelaide auf, der Manager von Dominic Thiem und Turnierchef in Wien ist nicht nur im Dienste seines Schützlings nach Australien gereist. Straka bekleidet auch in der ATP eine wichtige Funktion, es gibt viel zu bereden in dieser Saison, die nach einem ersten Aufflackern in Antalya und Delray Beach bzw. in Doha mit der Qualifikation für das erste Major des Jahres nun in der Quarantäne ruht.

Der Davis Cup spielt dabei wohl eine untergeordnete Rolle, zumal dieser ja von der ITF ausgerichtet wird. Dennoch ist auch Herwig Straka hellhörig geworden, als der Weltverband zu Beginn der Woche bekannt gegeben hat, dass die Finalrunde mit 18 Teams nicht ausschließlich in Madrid stattfinden soll, sondern dass zwei weitere Städte jeweils zwei Vorrundengruppen und ein Viertelfinale ausrichten sollen. Einzige Auflage dabei: In Europa soll es sein.

Gipfeltreffen zwischen Thiem, Zverev und Djokovic?

So eine Vorgabe beflügelt natürlich die Fantasie der deutschsprachigen Tennisfans, zumal die Auslosung für das vergangene Jahr auch im späte Herbst 2021 noch Gültigkeit haben wird: Österreich und Deutschland wurde dabei in dieselbe Gruppe gezogen, dazu mit Serbien einer der großen Favoriten. Vorausgesetzt, Novak Djokovic tritt wie 2019 auch in diesem Jahr an.Dann käme es zu einem spektakulären Gipfeltreffen mit Dominic Thiem und wohl auch Alexander Zverev, der die Premiere in Madrid noch ausgelassen hatte.

Novak Djokovic hat Dominic Thiem und Herwig Straka im Herbst 2020 schon einen sportlichen Besuch abgestattet
© GEPA Pictures
Novak Djokovic hat Dominic Thiem und Herwig Straka im Herbst 2020 schon einen sportlichen Besuch abgestattet

Das Interesse in Österreich ist da, am Zug ist nun erst einmal der Verband. Sollte Österreich den Zuschlag bekommen, dann ist es aber sehr gut vorstellbar, dass sich Herwig Straka und seine e I motion mit der Thematik auseinandersetzen dürfen. Denn die Agentur Strakas hat die letzten beiden Länderkämpfe auf dem Grazer Messegelände gegen Australien 2018 und in Premstätten gegen Uruguay Anfang 2020 ausgerichtet. Mit großem Erfolg.

Davis Cup ein Monat nach den Erste Bank Open

„Es wurden die europäischen Tennisverbände und ein paar Veranstalter eingeladen, zu denen auch wir zählen. Das heißt, wir haben die Ausschreibung direkt bekommen. Die ganze Sache befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium“, erklärte Straka gegenüber tennisnet.com. Der ÖTV werde eine mögliche Veranstaltung in Österreich sicherlich ausschreiben, für Straka und sein Team wäre ein mehrtägiges Mannschafts-Turnier ab dem 25.November 2021 eine Herausforderung. Denn die Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle findet ziemlich genau ein Monat davor ihr Ende. Er müsse die Ressourcen erst checken, so Straka weiter, aber: „Es wäre sicherlich interessant.“

Der ÖTV hat den ersten Schritt gemacht. "Wir bekommen vielleicht die einmalige Chance, Teil dieses Finalturniers zu sein", erklärte ÖTV-Präsident Magnus Brunner am Mittwoch in einer Aussendung. "Wir haben bereits eine offizielle Interessensbekundung abgegeben."

Und ganz generell keine leichte Aufgabe: Denn eigentlich sind die großen Hallen gegen Ende November schon langfristig ausgebucht. Und das Auftreten von Stars wie Thiem, Djokovic und Zverev würde eine angemessene Bühne benötigen. Dem Vernehmen nach wird von der ITF allerdings ein Austragungsort gefordert, der in einer ähnlichen Höhenlage wie Madrid angesiedelt ist. Das würde Graz oder Wien im Grunde ausschließen. Und Innsbruck oder, sollte der Deutsche Tennis Bund Interesse zeigen, auch München ins Gespräch bringen.

Den ersten Schritt muss jetzt jedenfalls die ITF machen. Am besten in Richtung Österreich oder Deutschland.

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