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US Open 2021: Kann es Camila Giorgi Flavia Pennetta gleichtun?

Camila Giorgi reist mit der Empfehlung des Triumphes beim WTA-Masters-1000-Turniers  in Montreal zu den US Open. Vor fünf Jahren hat dort zuletzt eine Italienerin gesiegt. Das Erstrunden-Los ist allerdings ein Hammer: Es geht gegen Simona Halep.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 28.08.2021, 11:16 Uhr

Camila Giorgi verfolgt auch Interessen außerhalb des Courts
© Getty Images
Camila Giorgi verfolgt auch Interessen außerhalb des Courts

2015 war alles angerichtet, ebenso wie es in diesem Jahr angerichtet ist: Serena Williams war vor fünf Jahren auf dem Weg zum Kalender-Grand-Slam, die Sterne standen gut, was sollte im Halbfinale gegen Roberta Vinci schon passieren? Nun, es ereignete sich bekanntermaßen der sportliche GAU für Serena, Vinci slicte sich in das Endspiel, das sie dann gegen Flavia Pennetta verlor. Nun ist es Novak Djokovic, dem nur noch der Titel in New York zum ganz großen Coup fehlt, dem Gewinn aller vier Major-Titel in einem Jahr. Das ist in der Open Era noch keinem Mann gelungen.

Sechs Jahre nach dem überraschenden Sieg von Flavia Pennetta hat sich nun wieder eine Italienerin in Stellung gebracht, im Billie Jean King National Tennis Center groß aufzuzeigen: Camila Giorgi nämlich, die vor wenigen Tagen in Montreal den größten Titel ihrer Karriere geholt hat. Rechtschaffen überraschend, denn Giorgi ist für ihr Spieltempo ebenso bekannt wie für ihre stets hohe Fehlerquote. Sollte sie diese in den Griff bekommen, könnte sie in New York City ein Wort um den Titel mitreden.

Giorgi mit vielen Interessen

Allerdings: Ein Blick auf die Präsenz Giorgis in den sozialen Netzwerken zeigt: Die mittlerweile 29-Jährige verfolgt durchaus andere Interessen als den Tennissport. Bilder von zermürbenden Trainingssessions wie bei einigen Kolleginnen auf der WTA-Tour sucht man dort vergeblich. Camila Giorgi weiß sich in Szene zu setzen, als Stillleben wie im Bewegtbild. Vielleicht der richtige Ansatz, um die Erwartungen gering zu halten. Zumal die Favoritenrolle eigentlich bei anderen liegt.

Allen voran bei der Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty. Die allerdings hat sich bei den US Open noch nicht mit Ruhm bekleckert, wartet noch auf das ganz große Erfolgserlebnis in Flushing Meadows. Und nicht zu vergessen: Nach ihrem überzeugenden Sieg in Wimbledon war Barty auch nach Tokio zu den Olympischen Spielen als erste Sieganwärterin angereist. Und verlor dann in Runde eins gegen Sara Sorribes Tormo.

Pliskova bekämpft Feuer mit Feuer

Viel hängt für Camila Giorgi von der Auslosung ab, vielleicht mehr als bei anderen Spielern: Eine Gegnerin wie Angelique Kerber ist mit ihren großen Defensivqualitäten Gilt das auch für die rekonvaleszente Simona Halep, die Giorgi zugelost wurde? Verteidigungskünstlerinnen sind Gift für die Italienerin, deren Vater dereinst ein ähnliches Finanzierungsmodell aufgelegt hat wie Peter Haas für seine Kinder Sabine und Tommy. Karolina Pliskova käme da schon eher gelegen: Die Tschechin pflegt Feuer mit Feuer zu bekämpfen, scheut das Risiko nicht. Gut für Giorgi, die die letzten drei Begegnungen mit Pliskova für sich entschieden hat, eben auch das Finale in Montreal. Dummerweise wurde Pliskova in die obere Hälfte des Tableaus gelost, Giorgi muss von unten angreifen.

Dass in New York City alles möglich ist, haben 2018 Naomi Osaka und ein Jahr später Bianca Andreescu gezeigt. Letztere hatte vor ihrem Sieg bei den US Open ebenfalls den Titel in Kanada geholt (und davor auch in Indian Wells). Osaka wiederum hat noch zu Beginn des Jahres auf Hartplatz ebenso unantastbar gewirkt wie bei ihrem Sieg in New York 2020. Nun erlebt die Japanerin eine kleine Schaffenskrise. Was nicht heißt, dass eine Titelverteidigung ausgeschlossen ist. Denn mit den ganz großen Erwartungen muss in diesem Jahr nur Novak Djokovic zurechtkommen.

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von Jens Huiber

Samstag
28.08.2021, 18:55 Uhr
zuletzt bearbeitet: 28.08.2021, 11:16 Uhr

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