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US Open: Die Regeln bis zum Äußersten gebogen

Im Qualifikationsmatch zwischen Sachia Vickery und Irina Shinikova sorgte eine späte Behandlungspause für große Verstimmung.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 23.08.2019, 11:07 Uhr

Sachia Vickery wurde am Donnerstag nicht happy
© Getty Images
Sachia Vickery wurde am Donnerstag nicht happy

Sachia Vickery zählte 2019 sicherlich nicht zu den großen einheimischen Hoffnungen bei den US Open 2019. Vickery ist in der WTA-Weltrangliste an Position 150 notiert, für eine der vielen Wildcards der USTA hat es nicht gereicht. Die dominierenden Themen für die lokalen Medien sind vielmehr der Auftaktschlager von Serena Williams gegen Maria Sharapova, der Rückzug von Amanda Anisimova nach dem überraschenden Tod ihres Vaters, oder die Chancen von Sofia Kenin, einer der Aufsteigerin des Jahres 2019.

Dennoch schaffte es Vickery, am Donnerstag die Aufmerksamkeit in der zweiten Runde des Qualifikations-Turniers auf sich zu ziehen, wenn auch als Verliererin. Die 24-Jährige aus Florida hatte gegen die Bulgarin Irina Shinikova im Tiebreak des dritten Satzes mit 6:4 geführt, danach den ersten Matchball vergeben. Während dieses Ballwechsels allerdings hatte sich Shinikova eigenen Angaben nach einen Muskel gerissen, nahm eine medizinische Auszeit. Vickery sank an der hinteren Bande zu Boden, begann zu weinen. Sie vermutete nicht als Einzige, dass ihre Gegnerin den hohen Temperaturen Tribut zollen musste - und nach einem Krampf einfach noch einmal ein letztes taktisches Ausrufezeichen setzen wollte.

Wie einst Alizé Cornet in Paris

Wie sich herausstellte: mit Erfolg. Shinikova gewann die letzten drei Punkte im Match und trifft am Freitag im Qualifikations-Finale auf Ana Bogdan. In alter Frische, wie ein erzürnter Brad Gilbert nach Matchende bei ESPN feststellte. Nun weiß niemand besser über die kleinen Tricks im Tennissport Bescheid als jener Mann, der „Winning Ugly“ geschrieben hat. Aber die Vorstellung Shinikovas ließ selbst Gilbert nach Worten suchen.

Der ehemalige Top-Ten-Spieler nahm allerdings auch die Schiedsrichterin in die Pflicht, die Shinikova die Behandlung gestattet hatte. Das Regelwerk gibt eine Auszeit her, allerdings nicht für Krämpfe. Tatjana Maria hatte in Roland Garros vor ein paar Jahren gegen Alizé Cornet ebenso verzweifelt gewirkt wie nun Vickery: Cornet war damals zwischen den Ballwechseln kaum noch in der Lage, sich zu bewegen, ließ mehrfach die Physiotherapeutin auf den altehrwürdigen Court 2 kommen, gewann schließlich noch gegen die Deutsche.

Shinikova jedenfalls wies unmittelbar nach dem Match jede Spekulation über eine Krampfbehandlung weit von sich. Wörtlich sprach sie davon, dass ein Muskel „gebrochen“ sei, eine Verletzung, die ihr schon öfter untergekommen sei. Nicht nur Brad Gilbert wird am Freitag wohl genau hinsehen, wie sich die Bulgarin über den Court 9 bewegt.

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