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US Open: Julia Görges vermisst Respekt bei der nächsten Generation

Julia Görges geht zuversichtlich in das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres 2019. Im Gegensatz zu Wimbledon hat die deutsche Nummer zwei bei den US Open eine ordentliche Auslosung erwischt.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 24.08.2019, 03:58 Uhr

Julia Görges darf optimistisch auf die US Open blicken
© Getty Images
Julia Görges darf optimistisch auf die US Open blicken

Von Jens Huiber aus New York City

Julia Görges ist eine Frau, die sehr genau weiß, in welchen Vierteln sie sich gerne aufhält. Was allerdings unabhängig von lokalen Präferenzen der Fall ist: Ob die deutsche Fed-Cup-Spielerin London als Aufenthaltsort mehr schätzt als New York City sei einmal dahingestellt, was sich allerdings noch ein paar Wochen nach Ende des Wimbledon-Turniers 2019 sagen lässt: Mit ihrem Viertel des Tableaus beim traditionsreichsten Rasenturnier ist Julia Görges nicht happy gewesen. Zumal sie auf Gras gute Form gezeigt hatte - und dann schon in Runde drei gegen Serena Williams ran musste. Wie im Halbfinale 2018. Und wieder mit dem Ergebnis, dass bei der 23-fachen Major-Siegerin Schluss war.

„Mit den Leistungen, die ich während der gesamten Rasensaison gezeigt habe, wäre ich in einem anderen Bracket viel weiter gekommen“, erklärte also Görges vor einer kleinen deutschsprachigen Journalisten-Runde in New York City. „Im Vergleich zum Halbfinale im vergangenen Jahr hatte ich das Gefühl, viel näher dran zu sein.“

Gegen Kenin knapp verloren

Nah dran war Julia Görges auch in Cincinnati an einem Erfolg gegen Sofia Kenin. Die junge US-Amerikanerin ist eine der Aufsteigerinnen der Saison, hat in Roland Garros eben jene Serena Williams besiegt. Und sich von der großen Landsfrau nicht einschüchtern lassen. Im Gegenteil: Kenin zeigte in Paris wenig Scheu vor dem immer noch größten Namen im Frauentennis, ebensowenig wie die junge Kanadierin Bianca Andreescu bei anderen Anlässen.

„Es hat sich definitiv etwas geändert im Vergleich zu jenen Zeiten, als ich auf die Tour gekommen bin“, so Görges. „Ich finde, es ist wichtig, dass man als Mensch auch Respekt vor einem anderen Menschen hat. Diese Linie ist meinem Empfinden nach etwas gesunken. Es heißt ja nicht, dass man vor dem Namen Respekt haben sollte, sondern auf menschlicher Ebene. Egal ob auf dem Tennisplatz oder daneben. So bin ich erzogen worden und das möchte ich auch beibehalten.“

Görges in New York mit ordentlichem Los

Angelique Kerber hatte Andreescu im Frühjahr als größte Drama-Queen aller Zeiten geadelt, auch Julia Görges sind die kleinen taktischen Nadelstiche der Kanadierin nicht verborgen geblieben. Und das schon zum Saisonauftakt in Auckland, wo Görges gegen Andreescu, die damals aus der Qualifikation gekommen war, den Titel geholt hatte. „In jedem Match gibt es eine Verletzungspause. Aber wenn man acht Matches hintereinander spielt, kann man ja nicht so sehr verletzt sein.“

Mit ihrem New Yorker Viertel darf Julia Görges übrigens ganz zufrieden sein. Zum Auftakt wartet Natalia Vikhlyantseva, gegen die die Wahl-Regensburgerin alle drei bisherigen Matches gewonnen hat. Erster großer Prüfstein könnte in Runde drei Kiki Bertens werden. Aber auch diese Aussicht dünkt deutlich freundlicher als ein frühes Treffen mit Serena Williams.

Hier das Einzel-Tableau der Damen in New York

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Samstag
24.08.2019, 15:35 Uhr
zuletzt bearbeitet: 24.08.2019, 03:58 Uhr

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