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US Open: McEnroe über Niemeier - „She got game“

Jule Niemeier hat mit ihrer Leistung gegen Iga Swiatek am Labour Day auch Tennis-Legende John McEnroe überzeugt.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 06.09.2022, 12:44 Uhr

Jule Niemeier und Iga Swiatek nach ihrem Match am Labour Day
Jule Niemeier und Iga Swiatek nach ihrem Match am Labour Day

John McEnroe war am Montagnachmittag eigentlich mit dem Match zwischen Rafael Nadal und Frances Tiafoe beschäftigt. Einen Blick hinüber ins Louis Armstrong Stadium hat der Parade-New-Yorker aber dann doch gewagt. Und ist zu folgender Schlussfolgerung gekommen: „Niemeier got game.“ Das war als höchstes Kompliment gemeint, in Anlehnung an Spike Lee´s Film „He got game“, in dem die bemerkenswerten Fähigkeiten eines College-Basketballspielers (gespielt von Ray Allen) gefeiert werden.

Und in der Tat: Jule Niemeier hat ja schon in Wimbledon gezeigt, welch großes Arsenal an Schläge sie gewinnbringend einsetzen kann. Was McEnroe vielleicht dort schon hätte bemerken können - schließlich erreichte die 23-jährige Dortmunderin dort schon das Viertelfinale. Dieser Schritt blieb ihr in New York (noch) verwehrt, Iga Swiatek fand dann irgendwann doch noch ins Match, wusste am Ende kleine und größere Schwächen ihrer Gegnerin auszunutzen.

Kas und Niemeier - das passt gut zusammen

Allerdings: Nach dem 2:6, 6:4 und 6:0 war bei Swiatek eher Erleichterung festzustellen als die Freude eine souveränen Siegerin. Im ersten und auch zu Beginn des zweiten Satzes wurde die Weltranglisten-Erste von Niemeier schlicht und ergreifend überwältig. Mit den harten Schlägen in ihre Vorhand konnte Swiatek nichts anfangen, in dieser Phase funktionierte auch der Aufschlag von Niemeier genau dann gut, wenn es die Deutsche am meisten brauchte. Das sollte sich mit Fortdauer des Matches ändern, 13 Doppelfehler waren am Ende einfach zu viel.

Jule Niemeier, perfekt eingestellt von Christopher Kas, war, so glatt der dritte Satz dann in die Binsen ging, knapp dran, eine formidable Überraschung zu schaffen. Weil Kas, der alte Zocker und Tennisfeingeist, viele Ideen hat, wie sein Schützling am besten zum Sieg kommt. Und weil Jule Niemeier, selbst ein bisserl Zockerin, diese Ideen auch umsetzen kann. Ein Stopp als Return? Immer mal wieder Serve-and-Volley beim zweiten Aufschlag? Aber ja!

Niemeier wird am kommenden Montag mit Platz 73 ein neues Karriere-Hoch erreichen, es wird nicht das Ende der Fahnenstange sein. Wenn sie gesund bleibt. Und wenn sie so weiter zockt wie bisher. Und warum sollte sie das nicht?  

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