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„Golden Set” – Als Yaroslava Shvedova in Wimbledon ihr „goldenes Ei“ legte

Die Kasachin machte 2012 in der dritten Runde in Wimbledon gegen Sara Errani im ersten Satz alle 24 gespielten Punkte.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 06.07.2016, 08:31 Uhr

on day four of the Wimbledon Lawn Tennis Championships at the All England Lawn Tennis and Croquet Club on June 28, 2012 in London, England.

Einen „Triple Bagel“ im Tennis zu schaffen ist nur den Herren vorbehalten. Im Profitennis gab es dies bislang nur 17-mal(hier die Übersicht aller „Triple Bagels“).Es gibt noch ein selteneres Kunststück im Tennis, wo auch die Damen ihre Chance haben. Die Rede ist vom „Golden Set“. Ein goldener Satz ist ein Satzgewinn ohne Punktverlust, also wenn ein Spieler oder Spielerin alle 24 gespielten Punkte macht. Wie oft wurde ein „Golden Set“ bislang dokumentiert“? Nur fünfmal. Der aufsehenerregendste und spektakulärste „Golden Set“ ereignete sich am 30. Juni 2012 in Wimbledon auf Court 3.

Shvedova holt das nach, was sie versäumt hat

Yaroslava Shvedovaführte in der dritten Runde ihre GegnerinSara Erraniim ersten Satz vor und gab den Durchgang ohne Punktverlust ab. Das Endergebnis war schließlich 6:0, 6:4 für Shvedova. Die Kasachin spielte bei ihrem „Golden Set“ im ersten Satz wie aus einem Guss und schlug 14 Winner, darunter vier Asse. Die Weltranglisten-Zehnte Errani, die als extrem sichere Spielerin bekannt ist, produzierte nur einen unerzwungenen Fehler, was die herausragende Leistung von Shvedova unterstreicht. Errani kam in Topform nach Wimbledon. Die Italienerin erreichte zuvor das Finale der French Open und gewann zudem den Doppeltitel in Paris an der Seite von LandsfrauRoberta Vinci.

Kurioserweise war die Kasachin bereits im Jahr 2006 ganz kurz vor einem „Golden Set“. Beim WTA-Turnier in Memphis machte Shvedova im Achtelfinale gegen Amy Frazier (USA) 23 Punkte am Stück. Sie scheiterte dann aber am finalen Punkt zum „Golden Set“, weil sie einen Doppelfehler servierte. Shvedova konnte sich von dem „Schock“ nicht mehr wirklich erholen. Sie gewann zwar den Satz mit 6:1, gab dann aber die Sätze zwei und drei sang- und klanglos mit 0:6 ab. In Wimbledon machte es Shvedova dann besser und erreichte nicht nur den „Golden Set“, sondern auch den Matchgewinn. Shvedova erfuhr erst nach Matchende von ihrem historischen Kunststück. „Ich habe es erst nach dem Match im Fitnessraum bemerkt, als mir mein Trainer davon erzählte. Ich habe ihm nicht geglaubt, ich dachte, dass es ein Fehler sein müsste. Ich habe mich nicht auf die Statistik während des Matches konzentriert. Ich habe nur Punkt für Punkt gespielt. Ich dachte nur, dass ich einen guten Satz gespielt hatte“, sagte Shvedova nach dem Match. Als die Kasachin sich ihrer seltenen Leistung bewusst war, twitterte sie in die Welt: „Heute habe ich ein goldenes Ei gelegt.“

Hier könnt ihr euch den „Golden Set“ in (fast) voller Länge und im Schnelldurchlauf anschauen.

Plakette auf Court 3 nicht gewollt

Wimbledon und Shvedova, das passt zusammen. In diesem Jahr erreichte die Kasachin das Viertelfinale, 2010 holte sie sich im Doppel ihren ersten Grand-Slam-Titel. Auf eine Auszeichnung für ihren „Golden Set“ musste sie allerdings verzichten. „Ich frage mich, ob sie eine Plakette auf Court 3 tun, um sich an dieses Ereignis zu erinnern – genauso wie bei Mahut und Isner auf Court 18“, sagte sie damals. Aber es scheint fast so, dass Shvedova den „Golden Set“ wieder salonfähig gemacht hat. Bis zu ihrem „goldenen Ei“ gab es den „Golden Set“ im Tennis nur zweimal, 1943 in Cincinnati (Pauline Betz gegen Catherine Wolf) und 1983 in Cincinnati (Bill Scanlon gegen Marcos Hocevar). In der Zwischenzeit gab es den „Golden Set“ zwei weitere Male:2013 in der ersten Quali-Runde bei den US Open im deutschen Duell zwischen Julian Reister und Tim Pütz im entscheidenden dritten Satzsowie2015 in der zweiten Quali-Runde beim ATP-Challenger in Todi im italienischen Duell zwischen Stefano Napolitano und Augusto Virgili.Napolitano erzielte dabei sogar 33 Punktgewinne in Folge.

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