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Wenn Glück & Pech ganz nahe beieinander liegen

Der gestrige Viertelfinaltag bei der 27. Auflage des HTT Mai Masters Series 1000 Turniers hat wieder...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 09.05.2022, 13:18 Uhr

Der gestrige Viertelfinaltag bei der 27. Auflage des HTT Mai Masters Series 1000 Turniers hat wieder einmal gezeigt, wie “positiv verrückt”, wie unberechenbar und gleichzeitig wunderschön der Tennissport sein kann. Der dritte Spieltag des 44. HTT Saisonturniers im UTC La Ville hat zudem auch offen gelegt, wie knapp Sieg & Niederlage aber auch Glück & Pech oft beieinanderliegen. In Summe brachte der gestrige Super-Sonntag nach doch überraschenden Resultaten ein Semifinale, das man so in dieser Zusammensetzung vor der ersten Aufschlag des 163. HTT Masters Series 1000 Turniers der Open Era nicht erwartet hätte. Und zum Drüberstreuen gab es dann zum Abschluss des Muttertags auch noch eines der verrücktesten Tennismatches der HTT Geschichte zu bestaunen. Ein Bericht von C.L

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Rene Gräflinger bezwingt im fünften Anlauf zum ersten Mal Angstgegner Alexander Schager

Wer bitte hätte vor Turnierbeginn auf ein Mai-Masters-Series-1000 Semifinale in der Konstellation Damian Roman gegen Severino Nowikovsky und Mila Masic gegen Rene Gräflinger getippt? Wohl kaum jemand, der sich intensiv mit der HTT und ihren Stars beschäftigt, und das Geschehen des Tourzirkus permanent verfolgt. Nun ja, die beiden erwähnten Halbfinali sind Realität, sind durchaus von Interesse, versprechen sogar hochklassigen Tennis-Breitensport, und sind das Produkt eines Tennistages, der vollgepackt mit Höhepunkten und Ereignissen für Aufsehen und Aufregung sorgte. Da wäre einmal der Halbfinaleinzug von Rene Gräflinger zu besprechen! Zwar katapultierte sich der 36jährige Kärntner mit einem unerwarteten 6:1, 6:1 Kantersieg im HTT-Südgipfel gegen den steirischen HTT Wimbledonsieger von 2019 Alexander Schager ins Semifinale, rechnen konnte man mit diesem Resultat aber nicht. Vor dem fünften Aufeinandertreffen mit Schager plagte Gräflinger eine 0:4 Head to Head Bilanz gegen seinen Angstgegner, dazu echauffierte sich der hier beim Mai Masters Series 1000 Turnier an Nummer 2 gesetzte Ranglistendritte über die seiner Meinung nach miserablen Platzverhältnisse auf “Lance Lumsden”. Genau auf diesem Court demolierte Gräflinger am frühen Sonntag Nachmittag aber die Hoffnungen Schagers auf dessen ersten HTT Sandplatz-Karriere-Titel. Verstummt sind seitdem die Kritik am Platz und Schagers Ansprüche auf einen Titelgewinn auf roter Asche. Gräflinger steht derweil zum zweiten Mal nach 2020 im Semifinale des HTT Mai Masters Turniers, und zum insgesamt siebenten Mal auf HTT 1000 Ebene in einer Vorschlussrunde.

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Der Verletzungsteufel hat bei Seb Wojta wieder zugeschlagen, und Mila Masic als erste Frau im Semifinale des Mai Masters Series 1000 Turniers

Gegner dort wird aber nicht wie allgemein erwartet Sebastian Wojta sein, sondern Serbiens Power-Lady Mila Masic. Womit wir auch schon beim Pechvogel des gestrigen Sonntags im UTC La Ville wären, und der heißt wieder einmal Sebastian Wojta. Der 19jährige hat das Verletzungspech scheinbar gepachtet. Nachdem er in der vergangenen Saison mit einer Handgelenksverletzung und gerissenen Bändern im rechten Knöchel monatelang pausieren musste, erwischte es die Nr. 16 des HTT Computer-Rankings am Sonntag Nachmittag erneut mit dem Verdacht auf eine üble und noch nicht näher diagnostizierte Verletzung. Dabei schien zunächst alles nach Plan zu laufen. Wojta fertigte im Achtelfinale in einer Art “warm up” zu früher Stunde Sensationsmann und Karadzhaeva-Bezwinger Florian Hoynigg mit 6:2, 6:0 ab, ehe er im Viertelfinale das Geschlechter-Duell mit Serbiens Mila Masic klar dominierte, und er sich in seinem 90. HTT Karriere-Single den ersten Satz ganz souverän mit 6:2 erspielte. Dann gleich im ersten Game des zweiten Satzes passierte das Unglück. Wojta blieb im Halbfeld plötzlich mit dem linken Fuß hängen, überknöchelte und ging mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden. “Ich ärgere mich, dass ich heute auf meine Bandagen verzichtet habe. Womöglich wäre das dann alles nicht passiert”, so der 19jährige, der damit Mila Masic kampflos den Platz im Halbfinale überlassen musste. Die 24jährige ist indes die erste Frau, die es ins Semifinale des Mai Masters Series 1000 Turniers geschafft hat, und zudem die erste Dame in einer HTT Vorschluss-Runde auf 1000er-Ebene seit der legendären Ines Kreilinger, die vor acht Jahren im März 2014 sogar den Titel beim März Masters Series 1000 Turnier in der Südstadt davontragen konnte.

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Finals-Aspirant Amel Bisevac vom Berliner Stadtmeister entzaubert

Die Teilnahme an den Tour Finals Ende November im UTC La Ville sind das große erklärte Ziel des Amel Bisevac. Natürlich ist es noch ein halbes Jahr hin, bis sich die besten acht Spieler des Jahres in einem elitären Rahmen um den prestigeträchtigsten Titel der Hobby Tennis Tour matchen werden. Sein Punktekonto frühzeitig entsprechend aufzufüllen, das gelingt dem Babolat-Cup-Champion derzeit aber nur mit mäßigem Erfolg. Nachdem der 35jährige beim April HTT 500 Turnier nur Achtelfinalpunkte einstreifen konnte, endete auch seine HTT Masters Series 1000 Premiere früher als ihm lieb war, und vorallem früher, als die meisten HTT Insider erwartet hätten. Und so musste sich Bisevac am Sonntag Nachmittag dem Berliner Stadtmeister der über 30jährigen, Severino Nowikovsky mit 3:6 und 4:6 geschlagen geben. Nowikovsky brillierte einmal mehr an diesem gestrigen Sonntag mit seinen körperlichen Vorzügen, rannte nebst durchaus ansehnlicher Spielkultur die Konkurrenz nieder, und rammte seinen beiden Gegner Dominik Jaros und Amel Bisevac in den Altmannsdorfer Sand des UTC La Ville. “Ich bin happy mit meiner heutigen Leistung. Das war eine klare Steigerung zu Freitag”, verabschiedete sich Nowikovsky, während Amel Bisevac die Pressekonferenz schwänzte, und wohl erstmal die unerwartete Niederlage zu verdauen hatte.

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von Claus Lippert

Montag
09.05.2022, 12:49 Uhr
zuletzt bearbeitet: 09.05.2022, 13:18 Uhr