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Die Siegertipps der tennisnet.com-Redaktion

Die tennisnet.com-Redaktion schaut in die Glaskugel und tippt den Sieger und die Siegerin in Wimbledon.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 24.06.2016, 14:45 Uhr

LONDON, ENGLAND - JULY 12: (EDITORIAL USE ONLY - NO COMMERCIAL USEAGE) (IMAGE IS A DIGITAL COMPOSITE OF TWO PHOTOGRAPHS) Serena Williams of the United States and Novak Djokovic of Serbia pose at the Champions Dinner at the Guild Hall on day thirtee...

Wimbledon gilt als das prestigeträchtigste aller Grand-Slam-Turniere und hat seine vielen Traditionen und Besonderheiten über die Jahrzehnte hinweg stets bewahrt. „Du kannst nicht als ein großer Spieler in Betracht gezogen werden, wenn du nicht in Wimbledon gewonnen hast“ sagte Mats Wilander, der bei den All England Championships nicht triumphieren konnte. Wer wird in diesem Jahr auf dem „Heiligen Rasen“ triumphieren? Triumphieren wieder die Weltranglisten-Ersten so wie im letzten Jahr? Oder wird Wimbledon zu einem Märchen für einen Spieler oder Spielerinso wie bei Goran Ivanisevic im Jahr 2001?Die tennisnet.com-Redaktion tippt den Sieger und die Siegerin in Wimbledon.

Jörg Allmeroth

Damen:Serena Williams

Der konservative Tipp auch hier, also die Nummer eins oder die Nummer zwei, also Serena Williams oder Garbine Muguruza. Mit Vorteil Serena. Ernsthafte Mitbewerberinnen: Petra Kvitova, Madison Keys. Stark zu beachten: Johanna Konta, Dominika Cibulkova. Die Deutschen: Kerber erreicht die zweite Woche. Petkovic auch mit Achtelfinal-Chance. Lisicki? Untippbar.

Herren:Novak Djokovic

An Novak Djokovic führt kein Weg vorbei. Er wird Station drei des Kalender-Grand Slams erfolgreich hinter sich bringen. Ernsthafte Mitbewerber: Andy Murray, Milos Raonic. Stark zu beachten: Roger Federer, Stan Wawrinka, Marin Cilic. Die Deutschen? Kohlschreiber und Zverev mit Achtelfinal-Chance

Christian Albrecht Barschel

Damen:Angelique Kerber

Noch nie fand ich es so schwer, eine Grand-Slam-Siegerin bei den Damen zu tippen. Serena Williams sollte im Normalfall die Topfavoritin sein, doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass sie immer wieder mindestens ein Spiel hat, wo sie gehörig wackelt und mit viel Glück weiterkommt, siehe letztes Jahr gegen Heather Watson. Wenn nicht Serena, dann wäre Rasenfreundin Petra Kvitova die logische Wahl, doch die Tschechin ist die vielleicht größte Wundertüte im Damentennis. Ich glaube an den zweiten Grand-Slam-Titel von Angelique Kerber. Warum? Weil Deutschland schon immer eine Rasennation war.

Herren: Novak Djokovic

Viele Experten sagen, dass sich der Rasen in Wimbledon im Laufe des Turniers zu einem Hartplatz entwickelt, was natürlich Novak Djokovic favorisiert. Ist der Rasen in seinem Urzustand oder so schnell wie früher sind Andy Murray, Roger Federer und ein paar andere Kollegen die besseren Rasenspieler im Vergleich zu Djokovic. Doch da Djokovic sich in den ersten Runden keine Blöße geben wird, macht er den nächsten Schritt in Richtung Golden Slam. Was ihn stoppen kann? Vielleicht Hardhitter Sam Querrey oder ein blendend aufgelegter Andy Murray mit frenetischer Unterstützung des Publikums. Zumindest die Auslosung hat es mit Murray in den ersten Runden sehr gut gemeint, aber ob das reichen wird?

Stefan Bergmann

Damen:Agnieszka Radwanska

Immer wieder krame ich bei meinem Tipp für die Damen-Siegerin von Wimbledon die Polin aus der Schublade. Ihr Spiel ist nicht nur besonders schön anzusehen, sondern auch wie gemacht für das Spiel auf dem Grün. Wenn Serena Williams abermals die Nerven flattern, könnte es sich möglicherweise diesmal für die Dame aus Krakau ausgehen. 2012 stand sie beim Turnier des All England Lawn Tennis and Croquet Clubs bereits im Endspiel, zudem zweimal im Halbfinale. Dass sie auch große Titel holen kann, bewies die 27-Jährige im Vorjahr bei den WTA Finals in Singapur.

Herren: Novak Djokovic

Was soll dagegen sprechen, dass der absolute Dominator dieser Saison auch in Wimbledon den Titel holen soll? Meines Erachtens so gut wie nichts. Die fehlende Matchpraxis auf Rasen ist da zum Beispiel kein echtes Argument, hatte der Serbe doch auch im Vorjahr vor Wimbledon kein Turnier auf grasigem Untergrund bestritten, bevor er sich seinen dritten Titel an der Church Road sicherte. Sollte der Weltranglisten-Erste verletzungsfrei bleiben, ist er wohl von niemandem aufzuhalten. Alexander Zverev traue ich die dritte Runde zu, Dominic Thiem, wenn er die erste Hürde Florian Mayer meistert, das Achtelfinale.

Florian Goosmann

Damen: Angelique Kerber

Garbine Muguruza oder Angelique Kerber? Ich glaube, dass eine der beiden Grand-Slam-Turnier-Siegerinnen 2016 auch in Wimbledon gewinnen wird, zumal der Belag beiden liegt. Problem: der Druck und die erhöhte Aufmerksamkeit ob der großen Erfolge in diesem Jahr. Damit muss Muguruza jedoch akuter umgehen; Kerber hatte Zeit, alles setzen zu lassen. Und ein Kerber-Sieg in Wimbledon, das in Deutschland selbst Nicht-Tennisfans auf der Landkarte haben, wäre doch eine feine Sache... Die Geheimtipps: Venus Williams, ihres Zeichens fünfmalige Siegerin an der Church Road, und Madison Keys, die zuletzt stark spielte und in Wimbledon das ganz große Ding schaffen könnte.

Herren:Andy Murray

Ivan Lendl is back – und somit auch Andy Murray. Beziehungsweise sein Glaube, auch gegen Novak Djokovic in großen Spielen siegen zu können. Mit Lendl in der Box hat er das 2012 bei den US Open und 2013 in Wimbledon geschafft. Vor allem wird sich Murray seine Schimpftiraden in Richtung Box gegenüber Lendl nicht erlauben und ruhiger agieren – das entscheidende Elemant, das ihm im Jahr 2016 gefehlt hat. Die Form hat ja bereits gestimmt.

Jens Huiber

Damen: Serena Williams

Nur einen einzigen, winzigen, wiewohl wegweisenden Sieg hätte es in den vergangenen Wochen gebraucht, dann hätte der Tipp Petra Kvitova gelautet. So aber wird an dieser Stelle von einem US-amerikanischen Sieg ausgegangen, im Normalfall von Serena Williams, im außergewöhnlichen Fall von Madison Keys.

Herren: Andy Murray

Der Tipp geht so lange zum Murray, bis der den Bann bricht. Die Magie von Ivan Lendl wird es möglich machen.

Manuel Wachta

Damen: Serena Williams

Zwei große Fragen stellen sich im Vorfeld: Wie gut kann Serena Williams die Jagd nach dem Rekord von Steffi Graf ausblenden? Wie gut hat sie ihre Finalniederlagen von den Australian Open und French Open, bei denen sie die Bestmarke schon zwei Mal einstellen hätte können, wirklich verdaut? Es ist bei ihr ganz wie immer: Steckt sie diese Enttäuschungen im Stile des großen Champions, der sie ist, weg, hat sie ihre Nerven im Griff und zieht ihr Ding durch, so kann ihr immer noch keine andere das Wasser reichen. Wer ihr am ehesten gefährlich werden könnte: Agnieszka Radwanska und Angelique Kerber als gute Rasenspielerinnen und Garbine Muguruza als Vorjahresfinalistin und mit dem Selbstvertrauen ihres Paris-Triumphes. Und als echte Außenseiter-Tipps: die in der Rasensaison wiedererstarkte Ekaterina Makarova oder gar Lokalmatadorin Johanna Konta.

Herren: Novak Djokovic

Der potenzielle Weg von Novak Djokovic ins Finale könnte definitiv auch leichter sein. Nach möglicherweise zwei Duellen mit den auf Rasen meist besonders starken Briten könnte in der dritten Runde Lukas Rosol warten – der in jener Form, in der er hier 2012 Rafael Nadal einst geschlagen hatte, jedem gefährlich werden kann. Kevin Anderson ist nicht in der Verfassung, in der er im Vorjahr mit 2:0 in Sätzen gegen den „Djoker“ geführt hatte und muss erst mal ins Viertelfinale kommen. Und im Halbfinale könnte auf diesen danach Roger Federer warten, in einer Neuauflage der letzten zwei Endspiele. Wären die Verletzungsprobleme des „Maestros“ nicht, so wäre es vielleicht das vorweggenommene Finale. Nach seinen schwierigen Monaten und ob seiner fehlenden Spielpraxis sähe ich Federer diesmal nicht um den Titel mitspielen – wenn auch nicht zwingend früh scheitern. Dass sich Djokovic von einem der Genannten oder auch einem anderen oder im Finale dann aufhalten lassen wird, scheint also unwahrscheinlich. Der nächste Schritt in Richtung Grand Slam dürfte vorgezeichnet sein, und vielleicht sogar in Richtung Golden Slam. Der Weg dorthin ist freilich trotzdem noch ein langer.

Björn Walter

Damen: Serena Williams

Aller guten Dinge sind drei. Nach den verlorenen Endspielen von Melbourne und Paris zieht Serena Williams auf dem Londoner Grün mit Steffi Graf gleich und triumphiert zum 22. Mal bei einem Grand-Slam-Turnier. Die Branchenführerin hat zwar in diesem Jahr einiges von ihrer Aura verloren, ist aber auf Rasen immer noch eine Klasse für sich. Einzig körperliche Probleme wie in Roland Garros oder eine überragend aufgelegte Gegnerin könnten Williams straucheln lassen. Apropos: Das Duo Angelique Kerber und Garbine Muguruza ist spielerisch sicherlich dazu in der Lage. Der zweite Grand-Slam-Titel innerhalb eines Jahres, dürfte aber für die frisch gekürten „Major“-Siegerinnen noch zu früh kommen. Wenn Petra Kvitova nicht wieder an ihre Sternstunden von 2011 und 2014 anknüpfen kann, ist Wimbledon zum siebten Mal Serena-Territorium.

Herren: Andy Murray

Der Kopf sagt Djokovic, der Bauch Murray. Es ist zwar oft nicht ratsam, irrationale Wege zu beschreiten, sorgt aber zumindest für ein größeres Kribbeln. So verhält es sich auch bei Andy Murray, der mit dem Faktor Ivan Lendl wieder die entscheidende Erfolgskomponente in sein Puzzle eingefügt hat. Der stoische US-Amerikaner mit tschechischer DNA saß auch vor drei Jahren in Murrays Box. Damals zeigte der überragend aufspielende Schotte, was er für ein genialer Rasenspieler sein kann und führte den „Djoker“ im Wimbledon-Finale 2013 phasenweise vor. Feliciano Lopez, Nick Kyrgios oder Jo-Wilfried Tsonga sind gute Prüfsteine auf dem Weg ins Finale, dort wartet dann voraussichtlich der Weltranglisten-Erste. Das besagte Bauchgefühl signalisiert mir aber, dass Novak Djokovic auf seinem Weg zum Kalender-Grand-Slam überraschend gestoppt wird.

von tennisnet.com

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24.06.2016, 14:45 Uhr