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„Du bist ein Idiot“ – Viktor Troicki rastet komplett aus

Der Belgrader verliert zum Ende seiner Zweitrunden-Partie beim Rasen-Grand-Slam in London völlig die Nerven.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 30.06.2016, 19:01 Uhr

Viktor Troicki

Immer wieder hat sichViktor Troickiim Umgang mit den Unparteiischen nicht ganz im Griff. Man erinnere sich etwa an seinenlegendären Ausraster von Rom 2013im Spiel gegenErnests Gulbis, als er sich mit einem Overrule des Stuhlschiedsrichters Cédric Mourier mehr denn nur nicht einverstanden gezeigt hatte („Aus dem Weltraum kann man sehen, dass er drauf war“) – und sich, nach Drohungen, das Match aufzugeben, letztlich einen Kameramann schnappte und den Ballabdruck aufnehmen ließ. Während man eben diesen Ausraster als neutraler Zuschauer wohl als höchst lustig in Erinnerung behalten dürfte, so verhält es sich mit einem weiteren, am heutigen Donnerstag beim Rasen-Grand-Slam-Turnier in Wimbledon, tendenziell anders.

Der Serbe stand bei seiner Zweitrunden-Begegnung gegen den spanischen LinkshänderAlbert Ramos-Vinolasbeim Stand von 6:3, 3:6, 3:6, 6:2, 3:5 und 30:30 bei Aufschlag seines Gegners knapp vorm Aus. Als ein allemal ganz enges Service seines Kontrahenten als ein Ass gewertet wurde, brachte das das Fass für Troicki zum Überlaufen. Der seiner Meinung nach zu inaktive und kaum mal den Ruf eines Linienrichters überstimmende Stuhlschiedsrichter musste sich in weiterer Folge eine ganze Schimpfkanonade anhören. Nicht weniger, als Ramos-Vinolas kurz danach seinen ersten Matchball zum Sieg verwertete. „Du bist der schlechteste Schiedsrichter auf der Welt“, „Du bist ein Idiot. Es tut mir leid, aber ich muss dir das sagen“, nur ein Auszug jener Worte, die Troicki verwendete.

Bei seiner Pressekonferenz rechtfertigte sich Troicki nach seinem bitteren Aus wie folgt: „Der Stuhlschiedsrichter, er hat keinerlei Erfahrung mit solch einem Belag und solch einem Match. Er hat ein Overrule in fünf Sätzen gegeben, was furchtbar ist.“ Der Weltranglisten-27. gab zu, vor Wut gekocht zu haben, kam aber immer wieder vielmehr auf Fehler des Unparteiischen zu sprechen – und zeigte sich gar überzeugt davon, dass dieser mehr Bestrafung verdienen würde als er: „Er ist derjenige, der bestraft werden sollte, ich habe mich bis zu diesem Moment ja gut verhalten.“ Man kann allerdings doch stark davon ausgehen, dass das recht unrühmliche Ende dieser Partie bei einer Beurteilung durch die Entscheidungsträger für disziplinäre Maßnahmen weitaus mehr Gewicht besitzen wird…

von tennisnet.com

Donnerstag
30.06.2016, 19:01 Uhr