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Mark Philippoussis schwärmt – „Einen wie Federer wird es nie mehr geben“

Der Wimbledon-Finalist von 2003 spricht in höchsten Tönen von Roger Federer, hätte jedoch niemals damit gerechnet, dass der „Maestro“ derartig dominiert.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 07.07.2016, 10:53 Uhr

SINGAPORE - DECEMBER 04: Mark Philippoussis of the Manila Mavericks plays a backhand against Cedric Pioline of the Indian Aces during the Coca-Cola International Premier Tennis League at the Singapore Sports Hub on December 4, 2014 in Singapore. (P...

Es ist schon eine gefühlte Tennis-Ewigkeit her, dassMark Philippoussisund Roger Federer um die Rasen-Krone an der Londoner Church Road kämpften. Vor 13 Jahren legte der Schweizer seine unglaubliche Grand-Slam-Kollektion an und fügte dieser bis heute insgesamt 17 „Major“-Titel hinzu. Seinen ersten Meilenstein setzte der „Maestro“ gegen einen australischen Kanonenaufschläger, der bereits 1998 die Chance auf den ganz großen Wurf hatte. Bei den US Open fand Philippoussis inPatrik Rafterseinen Meister, fünf Jahre später war dann Federer eine Nummer zu groß. Dennoch blickt der 1.96-Meter-Hüne nicht im Groll zurück, vielmehr ist er begeistert von der atemberaubenden Karriere seines damaligen Widersachers. Im Interview mit dem „Blick“ spricht der mittlerweile 39-jährige „Aussie” über Federers Leichtigkeit, seine Chancen, mit fast 35 Jahren zum achten Mal in London zu triumphieren und einen sehr traurigen Tag für den Tennissport.

Mark Philippoussis über…

Federers vermeintlich überraschende Titelchance in Wimbledon:

„Nein, überhaupt nicht(ob er überrascht sei; Anmerkung).Roger war immer sehr clever beim Training. Sein Körper ist leicht, er ist austrainiert und er spielt nie zu viel. Das hat ihn immer schon ausgezeichnet. Und so wie er spielt und sich bewegt, das ist mühelos und ohne Anstrengung.Nadalpresst seinen Körper bei jedem Punkt aus, bei Federer sieht es so aus, als würde er keine Energie verbrauchen.“

negative Gedanken an die Finalniederlage 2003:

„Nicht wirklich, obwohl es ein wunderschönes Gefühl sein muss, ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Ich habe zwei Mal den Davis Cup und viele Turniere gewonnen. Auf das bin ich sehr stolz. Wenn mir das jemand gesagt hätte, als ich zehn Jahre alt war, hätte ich sofort unterschrieben. Wenn wir von Federer,DjokovicoderMurraysprechen, sprechen wir von mehrfachen Grand-Slam-Siegern und damit von Spielern, die zu diesem einen Prozent gehören, die in die Tennisgeschichte eingehen.“

die Erfolgsgeschichte des „Maestros“:

„Roger ist ein unglaubliches Talent und ich wusste, zu was er fähig ist. Aber dass er 17 Grand-Slam-Titel gewinnt, die Nummer eins wird und das Tennis über Jahre dominiert, damit hätte ich niemals gerechnet. Er hat höllisch viel erreicht, wenn man bedenkt, dass er meist gegen Nadal, Djokovic und Murray spielen muss.“

das Karriereende Federers und dessen Bedeutung:

„Es wird ein sehr, sehr trauriger Tag für den Sport. Er hat so viel für dieses Spiel getan. Das Tennis hat ihm sehr viel gegeben, aber er gibt dem Tennis noch viel mehr zurück. Niemand wird Federers Platz einnehmen können. Einen wie ihn wird es nie mehr geben. Aber es gibt Hoffnung, dass Junge nachrücken, zu denen die Kinder hochschauen können.“

die Favoritenrolle an der Church Road:

„Andy Murray ist sicher der Favorit, das ist klar, seit Djokovic draußen ist. Aber es gibt viele, die Schaden anrichten können.Raonicspielt hervorragendes Rasentennis undBerdychstand hier ebenfalls bereits im Finale. Wenn es etwas gibt, das wir über den Sport gelernt haben, dann das, dass alles passieren kann.“

Hier geht es zum kompletten Interview!

von tennisnet.com

Donnerstag
07.07.2016, 10:53 Uhr