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„Match of the Day“ – Andy Murray gegen Milos Raonic

Andy Murray will endlich den dritten Grand-Slam-Titel seiner Karriere gewinnen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 09.07.2016, 07:20 Uhr

Andy Murray

Zum ersten Mal seit seinem Sieg im Jahr 2013 ist Andy Murraywieder ins Wimbledon-Finale eingezogen. In den letzten beiden Wochen hat Murray fast ausnahmslos gutes Tennis gespielt. Doch sein GegnerMilos Raonicbesitzt die Mittel, um Murray zu schlagen.

Sonntag gibt es eine Premiere für Andy Murray. Denn bisher ist Murray noch nie in einem Grand-Slam-Finale gestanden, ohne dort aufRoger FedereroderNovak Djokoviczu treffen. Murray hat sieben seiner „Major“-Finals gegen Djokovic gespielt und drei gegen Federer. In diesem Jahr spielte Murray sowohl im Australian-Open-Finale als auch im French-Open-Finale gegen Djokovic. Die Auftritte von Murray hier in Wimbledon waren bisher mit einer Ausnahme sehr souverän. In fünf seiner sechs Matches gab der Brite keinen Satz ab. Nur im Viertelfinale wurde er vonJo-Wilfried Tsongain den fünften Satz gezwungen. Zwar führte der Franzose in dem Match vor, wie Murray mit variablem Spiel beizukommen ist. Doch Murray zeigte seinerseits einen unbändigen Willen, das Match für sich zu entscheiden.

Raonics wichtiger Sieg gegen Federer

Milos Raonic kann das Halbfinale gegen Roger Federer sicherlich alseinen der wichtigsten Siege in seiner Karriere verbuchen. Im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers einen Spieler vom Kaliber Federer zu schlagen, war enorm wichtig für Raonic. Schon vorher war bekannt, dass der Kanadier die Mittel für die ganz großen Siege hat. Doch bisher war Raonic den Beweis in der Praxis schuldig geblieben. Besonders beeindruckend an seinem Sieg war, wie Raonic die eine große Chance nutzte, die sich ihm bot. Das Match lief im vierten Satz schon klar in Richtung von Federer. Doch Raonic wehrte nicht nur drei Breakbälle im Verlauf des Satzes ab. Er setzte bei 6:5 auch den entscheidenden Passierball, um einen fünften Satz zu erzwingen und das Match letztendlich zu gewinnen. Schon das ganze Turnier hatte sich Raonic als nervenstark erwiesen, vor allem im Achtelfinale gegenDavid Goffin. Dort hatte er ebenfalls fünf Sätze gebraucht.

Murray führt im direkten Vergleich mit 7:4 gegen Raonic. Der Kanadier entschied vier der ersten sechs Matches für sich. Doch in den letzten anderthalb Jahren behielt stets Murray die Oberhand. Zwei Duelle sind dabei von besonderem Interesse. Im Australian-Open-Halbfinale in diesem Jahr führte Raonic schon mit 2:1 in Sätzen. Am Ende kosteten ihm eine Adduktorenverletzung und passives Spiel den Sieg. Auch im Queen’s-Finale vor drei Wochen lag Raonic mit 7:6 (5), 3:0 vorne. Doch auch dieses Mal drehte Murray das Match gegen einen im Verlauf immer konservativer spielenden Raonic.

Hier geht es zum Liveticker der Partie –Murray gegen Raonic ist das erste Match um 15:00 Uhr (MESZ) auf dem Centre Court!

Der Kanadier hat zahlreiche Aspekte seines Spiels in den letzten beiden Jahren verbessert. Immer noch ist seine Strategie um den überragenden Aufschlag und die brandgefährliche Vorhand aufgebaut. Doch die Rückhand ist stabiler und flexibler geworden. Beim Rückschlag bekommt Raonic mittlerweile mehr Returns zurück ins Spiel. Vor allem hat Raonic jedoch bei seiner Beinarbeit Fortschritte gemacht. Der Kanadier wartet nicht mehr hinter der Grundlinie was passiert, sondern bestimmt aktiv das Geschehen. Murray ist neben Djokovic einer der beiden besten Returnspieler der Welt. Er ist athletisch und kreativ, der zweite Aufschlag hat sich verbessert. Doch auch der Brite muss manchmal gegen sein Naturell kämpfen, um mit der Vorhand so aktiv anzugreifen, wie es ihm möglich ist.

Murray ist Favorit, Raonic könnte Chancen bekommen

Diebetsson-Quotensehen Murray als Favoriten (1,26 zu 3,85). Für den Weltranglisten-Zweiten ist das Finale eine große Chance. Endlich trifft er einem Grand-Slam-Endspiel nicht auf Federer oder Djokovic. Wenn Murray alle Facetten seines Spiels nutzt, mit der Vorhand angreift und den zweiten Aufschlag gut platziert, sollte er sich in einem engen Match durchsetzen. Zeigt Murray jedoch Nerven oder wird passiv, sollte Raonic eine richtige Chance bekommen. Der Kanadier hat in diesem Jahr gezeigt, dass er das Spiel eines Grand-Slam-Champions besitzt.

von tennisnet.com

Samstag
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