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„Match of the Day“ – Serena Williams gegen Angelique Kerber

Das Wimbledon-Finale der Damen ist eine Fortsetzung des hochklassigen Australian-Open-Finales.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 09.07.2016, 00:44 Uhr

Serena Williams

Serena Williamswill endlich Grand-Slam-Titel Nummer 22 gewinnen. In den letzten beiden Runden spielte sie fast fehlerfreies Tennis. Doch im Finale wartetAngelique Kerber.Gegen die hatte Williams schon bei den Australian Open in einem spannenden Match das Nachsehen.

Williams ist im Laufe der letzten zwei Wochen immer besser in Form gekommen. Nachdem sie in der zweiten Runde noch einen Satz gegen Christina McHale abgegeben hatte, gab es in den letzten beiden Matches von der Weltranglisten-Ersten fast fehlerfreies Tennis zu sehen. Sowohl gegenAnastasia Pavlyuchenkovaim Viertelfinale als auch gegenElena Vesninaim Halbfinale, ließ sie nicht einmal einen Breakball zu. Wie fast immer spielte Williams kein Vorbereitungsturnier vor Wimbledon. Insgesamt ist Wimbledon erst das sechste Turnier im Jahr 2016 für die 34-Jährige. Bei den Australian Open, in Indian Wells und bei den French Open verlor Williams im Finale. Nur in Rom konnte sie im Endspiel gewinnen. Bisher hat Williams den Titel in Wimbledon sechs Mal gewonnen, zwei Mal verlor sie im Finale.

Angelique Kerber – sehr gut beim Return

Das Wimbledon-Finale ist ein weiterer Karriere-Höhepunkt fürAngelique Kerber. Schon im Jahr 2012 war sie in der Vorschlussrunde gestanden, hatte damals aber das Nachsehen gegenAgnieszka Radwanskagehabt. Dieses Mal setzte sich Kerber völlig souverän in ihrem Halbfinale gegen Venus Williams durch. Nachdem Kerber zum Auftakt zwei Mal ihren Aufschlag verloren hatte, fand sie im Laufe des Matches ihren Rhythmus. Im zweiten Satz gewann sie 19 von 20 Punkten mit ihrem ersten Aufschlag. Von der Grundlinie zeigt sie ihr gewohnt herausragendes Defensivtennis und fand die richtigen Momente zum Angriff die Linie entlang. Nach ihrem Australian-Open-Sieg war das Jahr etwas holprig verlaufen für Kerber. Zwar siegte sie in Stuttgart und erreichte das Halbfinale in Miami. Doch sie scheiterte auch zahlreiche Male zum Auftakt, so zum Beispiel bei den French Open. Hier in Wimbledon beeindruckte Kerber vor allem mit ihrer Returnstärke. Bisher brachte sie 85 Prozent der Aufschläge ihrer Gegnerinnen zurück ins Feld. Im Halbfinale nahm sie Venus Williams den Aufschlag fünf Mal ab, im Viertelfinale gegenSimona Halepgelang ihr das sogar sieben Mal.

Hier geht es zum Liveticker der Partie –Williams gegen Kerber ist das erste Match um 15:00 Uhr (MESZ) auf dem Centre Court!

Im direkten Vergleich führt Williams mit 5:2. Im Australian-Open-Finale hatte Williams das Nachsehen, ebenso wie beim Turnier in Cincinnati im Jahr 2012. Ansonsten gewann Williams meist klar. Die Weltranglisten-Erste hat einen großen Vorteil gegenüber ihrer deutschen Gegnerin, und das ist der Aufschlag. Wenn Williams so serviert wie im Viertelfinale und Halbfinale wird es selbst für eine so gute Rückschlägerin wie Kerber schwer. Der Aufschlag von Kerber ist sicher angreifbarer als der von Williams, doch im Halbfinale gegen Venus Williams zeigte Kerber, warum auch ihr gut platzierter Linkshänder-Aufschlag gefährlich sein kann. Sowohl Kerber als auch Williams gehören zu den besten Athletinnen auf der Tour. Kerber nutzt diese Athletik vor allem um die Grundlinie abzudecken, Williams für ihre explosiven Angriffe. Williams sollte allerdings nie unterschätzt werden, wenn es um ihre Beinarbeit geht. Sie kann den Platz sehr effizient abdecken und genau wie Kerber blitzschnell aus der Defensive in die Offensive wechseln.

Viel hängt von Williams ab

Diebetsson-Quotensehen Williams natürlich als Favoritin (1,26 zu 3,75). Williams ist immer noch die beste und vor allem kompletteste Tennisspielerin der Welt. Wenn sie an ihrer absoluten Leistungsgrenze spielt, ist sie fast unschlagbar. Doch Kerber hat viele Elemente in ihrem Spiel, die Williams das Leben zumindest schwer machen können. Kerber verteidigt hervorragend, kann ihre Gegnerin ans Laufen bringen – gerade, wenn sie Winkel einsetzt. Dazu hat Kerber die wohl besten Returnstatistiken des Turniers. Am Ende könnte das Match von ähnlichen Faktoren wie das Australian-Open-Finale entschieden werden. Wackeln die Nerven von Williams, spielt sie taktisch unvernünftig wie in Melbourne, wo sie immer wieder ans Netz stürmte? Wenn das der Fall sein sollte, hat Kerber alle Fähigkeiten, um auch dieses Mal zu gewinnen.

von tennisnet.com

Samstag
09.07.2016, 00:44 Uhr