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Murray und Lendl wiedervereint –„Wissen, wie wir zurückschlagen können“

Andy Murray und sein Erfolgscoach Ivan Lendl wollen Novak Djokovics Plan vom Golden Slam zerstören.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 25.06.2016, 09:04 Uhr

LONDON, ENGLAND - JUNE 19: Andy Murray of Great Britain (L) and his coach Ivan Lendl (R) pose with the Aegon Championships trophy after winning his record breaking fifth title with victory in his final match against Milos Raonic of Canada during day...

Novak Djokovicparierte die Kampfansage aus dem Murray-Lager, wie es wohl nur der weltweit beste Returnspieler vermag. Er fühle sich geschmeichelt, sagte der Serbe. Geschmeichelt. Nicht verunsichert oder gar bedroht. Ob das wiedervereinte ErfolgsduoAndy Murrayund Ivan Lendl mit solch einer Reaktion gerechnet hat? Murray und Lendl wollen Djokovics Traum vom Golden Slam „zerstören“, wie Lehrmeister Lendl ankündigte. Den Traum vom historischen Triumph bei allen vier Majors in einem Kalenderjahr, garniert mit olympischem Gold in Rio. In Melbourne und Paris verlor Murray die Endspiele gegen Djokovic, bei seinem Heim-Grand-Slam in Wimbledon (ab Montag) soll die Wende folgen.

„Wir wissen, wie wir zurückschlagen können“, sagte Murray voller Hoffnung, mit Ex-Profi Lendl an die erfolgreichste Zeit seiner Karriere anknüpfen zu können. An der Seite des gebürtigen Tschechen hatte der Schotte 2012 die US Open und Olympiagold in London gewonnen sowie 2013 in Wimbledon triumphiert, ehe beide für mehr als zwei Jahre getrennte Wege gingen. Auch Lendl (56) verbreitet Zuversicht, nicht zuletzt dafür hat ihn Murray erneut engagiert. Boris Becker füllt diese Rolle im Team Djokovic beinahe staatsmännisch aus, nun ist sein früherer Widerpart gefordert. „Wir wissen, dass Andy es drauf hat. Daher stellt sich nur die Frage: Kann er es noch einmal schaffen? Die ist deutlich einfacher zu beantworten als die Frage, ob er es überhaupt schaffen kann“, sagte Lendl.

Boris Becker säet Zweifel

Eingewöhnungszeit brauchen Murray und er jedenfalls nicht. „Es fühlt sich an, als ob wir niemals getrennt gewesen wären“, sagte Lendl: „Wir verstehen einander.“ Für Djokovic ist Murrays Rückkehr zum achtmaligen Grand-Slam-Champion eine „logische Entscheidung“, für Murray selbst ist Lendl der geborene Anführer. „Er ist sehr, sehr erfahren“, lobte der 29-Jährige. Nur der dreimalige Wimbledonsieger Becker versuchte, inmitten der Euphorie Zweifel zu säen, was durchaus als Teil einer Strategie im Team Djokovic gelesen werden kann. Er sei ein wenig überrascht, dass Murray es erneut mit Lendl probiert, meinte Becker. Murrays Ex-Coach Jamie Delgado habe doch gute Arbeit geleistet: „Andy hat auf Sand nie besser gespielt.“

Auf einen Grand-Slam-Titel wartete Murray allerdings mit Delgado und der Französin Amélie Mauresmo vergebens. Wenn es drauf ankam, war Murray gegen Djokovic beinahe chancenlos - wie im Januar bei den Australian Open und Anfang Juni in Roland Garros. Mit zweiten Plätzen hinter Dominator Djokovic wird sich das Duo Murray/Lendl nicht anfreunden, mit Teilerfolgenwie Murrays fünftem Titel beim Vorbereitungsturnier im Londoner Queen's Clubebenso wenig. Djokovic ist gewarnt, bleibt aber offensichtlich gelassen. „Es wird viel über ein mögliches Match zwischen mir und Andy mit Ivan in seinem Team geredet. Aber dafür ist es noch sehr früh“, sagte Djokovic. Die Nummer eins der Welt darf seine Titelverteidigung entspannt starten. Es liegt an Murray und Lendl, in Wimbledon ihre Ansagen mit Leben zu füllen.

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