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Wimbledon: Patrick Mouratoglou - Der Mann an ihrer Seite

Kaum ein Coach zeigt in Wimbledon 2019 mehr Präsenz als Patrick Mouratoglou. Der Franzose weiß aber ganz genau, wer seine wichtigste Klientin ist.

von Jörg Allmeroth
zuletzt bearbeitet: 10.07.2019, 10:36 Uhr

Serena Williams und Patrick Mouratoglou in Wimbledon 2019
© Getty Images
Serena Williams und Patrick Mouratoglou in Wimbledon 2019

Von Jörg Allmeroth aus London

Als in Wimbledon der Hype um die wundersame Teenagerin Cori Gauff seinen Höhepunkt erreichte, machte Patrick Mouratoglou schnell klar, wem im Zweifel seine erste Loyalität gilt. Mouratoglou ist eine Art Nebentrainer von Himmelsstürmerin Gauff, immer wieder trainierte das Wunderkind in seiner südfranzösischen Akademie. Aber Mouratoglou, dieser 49-jährige Hansdampf in allen Tennisgassen, ist eins vor allem: Der schillernde Chefcoach der besten und erfolgreichsten Spielerin dieser Epoche, der überlebensgroßen Szenefigur Serena Williams. „Serena wird Wimbledon gewinnen. Für Cori kommt das noch zu früh“, sagte Mouratoglou bei jedem seiner traditionell vielen TV-Interviews schon in der ersten Wimbledon-Woche, er wiederholte dieses Mantra dann sicher einige Dutzend Male bei BBC, CNN, Fox News Asia oder Australiens Channel Nine. 

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Mouratoglou, der gebürtige Franzose mit griechischen Wurzeln, ist einer der einflussreichsten Player im weltweiten Tennisbetrieb. Ein Mann, der mit Leidenschaft fürs Tennis trommelt – der aber auch sich selbst bei diesem Marketing keineswegs vergisst. „Ich lebe meinen Traum. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal diesen Weg gehen könnte“, sagt der Lehrer, der inzwischen über die größte europäische Ausbildungsstätte für Tenniskids, aber auch gestandene Profis verfügt. In Biot, nahe Nizza, gebietet Mouratoglou über einen ultramodernen Tennispark mit 33 Courts, in dem regelmäßig 170 Schüler unterrichtet werden, Hotel und Appartement-Anlage sind angeschlossen. Finanzielle Anschubhilfe leistete Vater Paris, der mit Erneuerbaren Energien ein stattliches Vermögen aufbaute. Eigentlich sollte Mouratoglou auch einmal ins Familienbusiness einsteigen, Partner des erfolgreichen Daddy werden, doch er entschied sich dagegen – und fürs Tennis. Bis heute, sagt Mouratoglou, „war das die beste Entscheidung meines Lebens.“

Seit 2012 an der Seite von Serena Williams

Die beste Entscheidung als Tennis-Unternehmer war die Allianz mit Serena Williams, die 2012 nach der frustrierenden Erstrunden-Pleite der Amerikanerin bei den French Open, überhaupt einer Karriere-Krise bei ihr begann. „Es war die erste Auftaktniederlage bei einem Grand Slam, sie war am Boden zerstört“, sagt Mouratoglou, „aber ich hatte sofort einen Plan für sie.“ Mit Mouratoglou bekam das Williams-Spiel noch mehr Aggressivität, aber gleichzeitig auch mehr Solidität und Berechenbarkeit. Zwölf Monate nach dem Desaster unterm Eiffelturm gewann sie dann das Pariser Major, es war der Beginn eines Traumlaufs für das Gespann - mit bisher zehn gemeinsam errungenen Grand-Slam-Titeln jenseits der Dreißig. „Wenn Serena fit ist, wenn sie spielerisch, mental und körperlich auf der Höhe ist, kann sie keiner schlagen“, sagt Mouratoglou. Zwischenzeitlich waren der Coach und die Berühmtheit angeblich auch privat miteinander verbandelt, doch man trennte sich nach knapp zwei Jahren wieder schiedlich-friedlich – und setzte die erfolgreiche Zusammenarbeit einfach professionell fort.

Das Jahr 2019 war schwierig für Williams und ihren Chefanweiser verlaufen. Bis zum Saison-Höhepunkt in Wimbledon gewann die 37-jährige nur schlappe fünf Spiele, mehrfach musste sie Turnierstarts wegen einer hartnäckigen Knieverletzung absagen oder abbrechen. Nun hat sie in Wimbledon schon fünf Matches bis zum Halbfinaleinzug gewonnen, der achte Triumph ist in Reichweite. Und mit ihm die Chance, den ewigen Grand-Slam-Rekord der Australierin Margaret Court-Smith einzustellen, mit 24 Karrieretiteln im Einzel. Wie Williams zu dieser Chance gekommen ist, was sie ausmacht als beherrschende Kraft auf dem Centre Court – keiner weiß es in diesen Tagen besser als Mouratoglou: „Sie ist nie zufrieden. Sie ist so hart zu sich selbst wie keine andere“, sagt der Fast-Fünfziger, „sie will jeden Tag besser werden, auch jetzt noch, wo sie schon alles erreicht hat.“

Patrick Mouratoglou auf allen Kanälen zuhause

Mouratoglou verkündet diese Botschaft auf vielen Kanälen, selbst als Analyst für den Fachsender Eurosport. Er ist fast so etwas wie der klammheimliche Pressesprecher des Williams-Imperiums – umso mehr aktuell, da seine anderen Schützlinge wie Gauff oder Stefanos Tsitsipas schon aus dem Grand-Slam-Rennen sind. Auch ein anderer sagte in Wimbledon Goodbye, und zwar für immer: Der Zyprer Marcos Baghdatis, der vor fast zwanzig Jahren der erste hoffnungsvolle Schüler war, den Mouratoglou als Alleinunterhalter unter seine Fittiche nahm. Inzwischen beschäftigt er mehr als 50 Coaches, gerade lässt er eine weitere Akademie in Kuwait bauen, noch größer als die in Südfrankreich. Aber die nächsten Tage gilt seine ganze Aufmerksamkeit nur noch dem Projekt Wimbledonsieg – eng an der Seite von Serena Williams: „Ich bin sicher, dass es ein glückliches Ende gibt.“

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von Jörg Allmeroth

Mittwoch
10.07.2019, 11:52 Uhr
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