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Stars and Stripes auf Court 18

Steve Johnson beendet das Wimbledon-Erlebnis von Grigor Dimitrov.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 01.07.2016, 09:19 Uhr

Steve Johnson (USA) Tennis - Wimbledon 2015 - Grand Slam ITF / ATP / WTA - AELTC - London - - Great Britain - 1 July 2015.

Von Jens Huiber aus London

Der Spielplan bei Grand-Slam-Turnieren ist auch als Dienst an der zahlenden Kundschaft zu verstehen. Kaum einer der Tennis-Afficionados kommt ohne Präferenzen auf die Anlage, oft liegen diese schlicht und ergreifend in der Herkunft begründet. Auf den großen Showcourts kann darauf keine Rücksicht genommen werden (es sei denn, man kommt aus Großbritannien – dann ist 2016 alles möglich), auf den Plätzen mit unbeschränktem Zugang sehr wohl. Court Nummer 18 ist so einer.

Am besten nähert man sich dieser Spielstätte vom „Murray Mountain“, einstmals zu Berühmtheit gelangt als „Henman Hill“. Auf höchster Ebene werden zwar auch Sitzplätze angeboten, die Fans können die Matches aber auch stehend verfolgen – und nicht nur jene auf der 18: Wer sich günstig postiert, überblickt gleich mehrere Arenen, inklusive der Interview-Fläche für die TV-Stationen. Am Freitag wäre dieser Platz in ausschließlich US-amerikanischer Hand gewesen, immerhinJohn Isnerkonnte tatsächlich seine zweite Runde dort beenden.

Kein Sitz mehr frei

Steve Johnsonist ein Überbleibsel aus dem US-Freitag, er hat seine Partie gegenGrigor Dimitrovvor dem Schlussvorhang noch beginnen dürfen, die Fortsetzung am Samstag findet dermaßen großen Zuschauer-Zuspruch, als würden John McEnroe und Björn Borg ihr legendäres 1980-Finale noch einmal ausspielen. Johnsons Weg auf die ATP-Tour ist wohldokumentiert, er hat die Schiene über das US-Collegetennis genommen, ebenso wie etwaKevin Andersonoder Benjamin Becker. Johnson hat dereinst für die USC Trojans aufgeschlagen, in Los Angeles, wo die Wetterverhältnisse deutlich angenehmer sind als in London.

Zwei Sätze bekommen der US-Amerikaner und Dimitrov in trockene Tücher, dann wird erstmals die Plane aufgefahren, die Platzarbeiter haben mittlerweile eine feine Routine entwickelt. Mit dieser Paarung war laut Setzliste nicht zu rechnen, eigentlich sollten sich hierGilles SimonundGael Monfilstreffen. Simon hat Dimitrov höchstselbst entsorgt, Johnson immerhin den Monfils-BezwingerJeremy Chardy.

Ein guter Slice reicht

Als Hauptpreis wartet auf den GewinnerRoger Federer,der Schweizer ist der große Profiteur der ersten Regentage, kann sich seit Freitagabend auf ein Montags-Achtelfinale einstellen. „Steve! Steve! Steve!“ Johnson nach seinem Viersatz-Erfolg auch, die Zuschauer, wiewohl in der Mehrzahl eher im Lager von Dimitrov, skandierten den Namen des US-Amerikaners, als dieser sich bei einer der vielen Unterbrechungen mehr Zeit für die Rückkehr gestattete.

Die durchgezogene Rückhand ist nicht die Sache des Steve Johnson, sein Slice fliegt allerdings so knapp über die Netzkante, dass es die Gegner schwer haben, auf Rasen damit etwas Sinnvolles anzustellen. Vor ein paar Jahren wäre dies Dimitrov womöglich gelungen, anno 2016 muss der Bulgare am Ende glatt die Schläger strecken. Der Court 18 ist, zumindest zu diesem Anlass, fest in US-amerikanischer Hand.

Hier die Ergebnisse aus London:Einzel,Doppel,Einzel-Qualifikation,Doppel-Qualifikation.

Hier der Spielplan.

von tennisnet.com

Freitag
01.07.2016, 09:19 Uhr