tennisnet.comATP › Grand Slam › Wimbledon

US-Open-Finalrevanche mit tragischer Pointe

Kei Nishikori muss am „Manic Monday” auf dem Court 2 gegen Marin Cilic aufgeben.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 04.07.2016, 10:01 Uhr

LONDON, ENGLAND - JULY 02: Kei Nishikori of Japan reacts during the Men's Singles third round match against Alexander Kudryavtsev of Russia on day six of the Wimbledon Lawn Tennis Championships at the All England Lawn Tennis and Croquet Club on July...

Von Jens Huiber aus London

Die US Open 2014, das war jenes Turnier, bei dem sichRoger Federerplötzlich eine goldene Gelegenheit präsentiert hatte, seinen 18. Grand-Slam-Titel zu holen.Kei Nishikorihatte im ersten Samstags-Halbfinale völlig überraschendNovak Djokovicbesiegt, für den Finaleinzug würde Federer lediglich einen Erfolg überMarin Cilicbrauchen, einen Spieler, den er unter normalen Umständen mühelos im Griff hat. Tatsächlich hatte der Kroate aber dann den „Maestro“ im Würgegriff, genauso wie im Finale Nishikori.

Der „Manic Monday“ in Wimbledon, nach Meinung vieler Fans und Experten der beste Tennistag des Jahres, bringt es mit sich, dass das Rematch des US-Open-Finales von 2014 nun nur auf dem drittgrößten Platz angesetzt ist. Vor Cilic und Nishikori darf sich mitAngelique Kerberauch eine „Major“-Gewinnerin auf Court 2 versuchen, die Deutsche kennt den Centre Court in diesem Jahr nur aus TV-Bildern.

Südeuropäische Coolness

Die Tage in Wimbledon könnten für Marin Cilic und Kei Nishikori nicht unterschiedlicher laufen. Die kroatische Fraktion, die im Grunde nur aus Cilic und seinem CoachGoran Ivanisevicbesteht, bewegt sich mit einer Ruhe über die Anlage, die an Lockerheit nicht zu überbieten ist. Ivanisevic, der vor Ort 2001 seinen größten Erfolg gefeiert hat, spielt fast noch mit dem gleichen Tempo wie sein Schützling, die Österreicher würden wohl sagen, dass der „Schmäh“ auf dem Platz rennt.

Im Falle Nishikoris rennt nur der Japaner selbst. Ansonsten gleichen die Auftritte des Japaners religiösen Andachten, die Pressekonferenzen, in Wimbledon ohnehin schon ein wenig gedämpfter als etwa in Roland Garros und bei den US Open, finden in erhabener Stille statt. Die japanischen Journalisten verfolgen die Ausführungen ihres Heroen zutiefst ergriffen und konzentriert, Nishikori scheint jedes Wort auf die Goldwaage zu legen.

Am Montag gewinnt diese Atmosphäre noch einmal an Bedeutungsschwere. Kei Nishikori kann nicht einmal den zweiten Satz zu Ende spielen, die Probleme im Rippenbereich,die ihn schon in Halle/Westfalen zur Aufgabe gezwungen hatten, erzwingen beim Stand von 1:6 und 1:5 das Aus der aktuellen Nummer sechs der Welt. Schon aus Paris war Nishikori enttäuscht abgereist, dort hatteRichard Gasquetauf sportlichem Weg den Abschied in die Wege geleitet.

Die nächste Revanche

Marin Cilic darf dableiben. Und im Viertelfinale am Mittwoch nun wieder gegen Roger Federer antreten, eine Runde früher als weiland in New York. Cilic und Federer haben vor Turnierbeginn wie auch in Stuttgart ausführlich miteinander trainiert, bei der International Premier Tennis League sogar in einem Team gespielt, wie der Schweizer nachseinem Erfolg gegen Steve Johnsonausführte. Es steht die nächste Revanche an, der sich der US-Open-Champion von 2014 stellen muss.

Hier die Ergebnisse aus Wimbledon:Einzel,Doppel,Einzel-Qualifikation,Doppel-Qualifikation.

Hier der Spielplan.

Hot Meistgelesen

21.01.2021

Wolfgang Thiem - „Wir haben weder Djokovic noch Nadal gesehen“

22.01.2021

ATP Cup: Deutschland trifft auf Serbien und Kanada, Österreich gegen Italien und Frankreich

18.01.2021

Kritik an Djokovic: "Der Letzte, von dem man irgendwelche Ratschläge annehmen sollte"

22.01.2021

ATP Cup: Thiem gegen Lieblingsgegner und Stallkollegen

19.01.2021

Alizé Cornet mit ehrlicher Entschuldigung

von tennisnet.com

Montag
04.07.2016, 10:01 Uhr