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Wimbledon: Zenmeister Federer auf dem Weg zum neunten Titel?

Die Nummer zwei fordert die Nummer eins: Im Finale von Wimbledon 2019 kommt es zum Aufeinandertreffen zwischen Roger Federer und Novak Djokovic.

von Jörg Allmeroth
zuletzt bearbeitet: 13.07.2019, 21:04 Uhr

Roger Federer peilt seinen neunten Wimbledon-Titel an
© Getty Images
Roger Federer peilt seinen neunten Wimbledon-Titel an

Von Jörg Allmeroth aus London

Leo und Lenny Federer hatten sich auch noch eine Kleinigkeit für ihren Vater ausgedacht. In den Katakomben des Centre Court war Federer soeben als stolzer Gewinner des ewiggrünen Klassikers mit Rafael Nadal angekommen, da stimmten die fünfjährigen Zwillingssöhne ein vertrautes, wenn auch nicht ganz passendes Lied an. „Happy Birthday“, sangen die Kids zur Freude von Federer und seinem Team - es war irgendwie egal, Federer wird zwar erst am 8. August reife 38 Jahre alt, aber ein Fest- und Feiertag war dieser Freitag in Wimbledon ja allemal. „Sie kennen nur dieses Lied mit Happy“, schmunzelte Federer hinterher, „es war rührend und schön.“ 

Es war die erheiternde musikalische Abrundung einer Tennis-Aufführung, die Federer in allerbester Erinnerung bleiben wird - die aber eben auch noch nicht das Ende seiner Mission bei diesen Offenen Englischen Meisterschaften des Jahres 2019 darstellt. Wenn nicht alles täuscht, war der erbitterte Kampf um den Halbfinalsieg gegen Nadal, den alten Rivalen, nur der Vorgeschmack auf das, was jetzt kommt – der letzte, noch schwerere Fall für Zwei, das Finale gegen Novak Djokovic, den Titelverteidiger. „Ich weiß, was mich erwartet. Er steht nicht zu Unrecht auf Platz eins. Er hatte immer wieder diese großartigen Momente besonders bei den Grand Slams“, sagt Federer über seinen serbischen Kontrahenten. 

John McEnroe sieht Novak Djokovic vorne

Der Nummer-eins-Spieler hatte am Freitag im zweiten, etwas unter dem Radar verlaufenen Halbfinale den zähen Spanier Roberto Bautista Agut niedergerungen, so richtig ins Schwitzen und Bangen ist Djokovic im Turnierverlauf noch nicht gekommen. Für das Gros der Fachwelt ist er, der Djoker, auch der Favorit im ultimativen Match des Turniers, im Pokalfight. „Er wird Federer nicht so viel Raum und Zeit geben, seine Klasse zu entfalten“, sagte Ex-Superstar John McEnroe, „Federer wird viel mehr Bälle verarbeiten müssen. Ich sehe Djokovic vorne.“ Auch Englands früheres Ass Tim Henman tippte auf einen Zieldurchlauf von Djokovic als Champion: „Vielleicht auch, weil Federer so viel Energie und Emotion in das Duell mit Nadal investiert hat.“ Allerdings hielt der dreimalige Rasenkönig Boris Becker dagegen: „So gut wie in diesem Turnier, vor allem gegen Nadal, hat Federer seit langem nicht mehr auf Rasen gespielt. Ich traue ihm alles zu.“

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Gegen Federer sprechen die nackten Zahlen, das Datenmaterial, das die Statistiker verbreiten. Im direkten Vergleich mit Djokovic liegt er mit 22:25 hinten, bei den Rasenduellen 1:2. 2012 hatte er den Serben auf dem Weg zum Titel im Halbfinale geschlagen, es ist auch der bisher letzte Sieg gegen Djokovic bei einem Grand Slam-Turnier. 2014 und 2015 verlor Federer die Finals gegen Djokovic hier an der Church Road. Um den neunten Titel auf dem heiligen Tennis-Grün zu holen, muss Federer etwas schaffen, was ihm bisher noch nicht gelungen ist: Nadal und Djokovic gleichzeitig bei einem Grand Slam zu bezwingen. „Einmal ist immer das erste Mal“, sagte Federer dazu, „alle Statistiken sind sowieso uninteressant am Sonntag. Was zählt, ist dieser Tag. Die Form, die Nerven, das Gesamtpaket, was man auf den Platz bringt.“

Roger Federer lebt seinen Traum

Gegen Nadal überzeugte Federer als eiskalter, messerscharf fokussierter Championspieler. Der Maestro wirkte wie ein Zenmeister in seine Aufgabe versunken, selten leistete er sich auch nur die kleinste Emotion. Bei den Big Points demonstrierte er seine alters -und zeitlose Klasse. Die fünfzehn Jahre seit seinem ersten Triumph auf dem berühmten Centre Court schienen ohne Spuren an ihm vorüber gegangen zu sein. „Federer ist Federer. Ich wundere mich über nichts bei ihm“, sagte Djokovic, „ich nehme an, dass es wieder ein epischer Fight wird.“

Federer ist am Sonntag der zweitälteste Grand-Slam-Finalist überhaupt – nach dem Australier Ken Rosewall, der 1974 in Wimbledon mit 39 Jahren und 246 Tagen auf dem Rasen stand. Keiner als Federer könnte aber mehr überrascht sein über die Tatsache, dass er immer noch und immer wieder um die größten Hauptpreise in seinem Sport ringt, besonders in seinem grünen Paradies Wimbledon, in dem er zum fünften Mal jenseits der Dreißig das Endspiel erreichte. „Jeden, der mir das vor zehn Jahren gesagt hätte“, so Federer, „den hätte ich für verrückt erklärt. Ich lebe gerade meinen eigenen Traum.“ 

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