Acht Matchbälle abgewehrt – Andrea Petkovic nach Drama im Viertelfinale

Andrea Petkovic musste beim WTA-Turnier in Antwerpen fast 3:20 Stunden für ihren Auftaktsieg kämpfen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 12.02.2015, 09:29 Uhr

Was für ein Tennis-Krimi! Andrea Petkovic hat bei den BNP Paribas Fortis Diamond Games in Antwerpen nach einem rund 3:20-stündigen Kampf den Einzug ins Viertelfinale geschafft. Die aktuelle deutsche Nummer zwei (WTA 12) rang nach einem Freilos im Achtelfinale des WTA-Premier-Hartplatz-Hallenturniers die Wildcard-SpielerinAlison van Uytvanck(WTA 103) aus dem Veranstalterland Belgien mit 6:7 (7), 7:6 (5), 6:2 nieder und wehrte dabei nicht weniger als acht Matchbälle ab. Das Match hatte am Mittwoch um etwa 20:45 Uhr begonnen und ging um wenige Minuten nach Mitternacht zu Ende. Auf die Darmstädterin wartet damit im Kampf um einen Platz im Halbfinale am Freitag die niederländische QualifikantinIndy de Vroomeoder die Australian-Open-Finalistin von 2014,Dominika Cibulkova(Slowakei/6).

Petkovics Kampfgeist bleibt unbesiegt

Den freien Tag wird Petkovic zur psychischen und physischen Erholung gut brauchen können – erst am Wochenende hatte sie das deutsche Fed-Cup-Team mit zwei dramatischen Erfolgen zum4:1-Sieg über Australiengeführt. Nun gelang ihr auf der WTA-Tour der so ersehnte erste Saisonerfolg – nach noch weitaus dramatischerem Verlauf. War es beim 12:10 im dritten Satz gegenSamantha Stosur„nur“ ein Matchball gewesen, den „Petko“ dabei abwehren musste, so waren es diesmal acht Gewinnchancen ihrer Gegnerin in einem Spiel, die sie vereiteln konnte. Bereits der erste Satz hätte kaum turbulenter verlaufen können. Petkovic kassierte nach einem Spielball das erste Break zum 1:2, machte daraus ein 5:2 und hatte bei dem Stand schon einen Satzball. Wenig später sah sie sich bei 5:5 wieder und wehrte im elften Game fünf Breakbälle ab, bloß um im Tiebreak nach einem weiteren Satzball bei 7:6 doch den Kürzeren zu ziehen.

Im zweiten Durchgang verspielte Petkovic eine 2:0- und eine 5:3-Führung, ehe sie danach bei 5:6 schließlich so dicht vor dem Aus stand. 15:40 stand es bei ihrem eigenen Aufschlag, sechs weitere Male sollte van Uytvanck den Vorteil auf ihrer Seite haben – doch alles zu wenig, um den Kampfgeist der Andrea Petkovic zu besiegen. Auch im Tiebreak lag diese bereits mit 1:3 und 3:5 zurück, erzwang aber mit vier Punkten in Folge einen dritten Satz. Dort erarbeitete sie sich eine schnelle 4:0-Führung, van Uytvanck kam aber nochmal auf 4:2 heran. Das nach 0:30 gewonnene Aufschlagspiel zum 5:2 wurde daraufhin zum Befreiungsschlag. Im letzten Game ließ Petkovic nochmal ein 0:40 als Rückschlägerin liegen, verwertete dann doch ihren vierten Matchball und tröstete ihre junge Kontrahentin am Netz herzlich.

„Einfach nur glücklich, dass ich durch bin“

„Ich weiß nicht mal, was ich sagen soll“, stammelte Petkovic nach ihrer erfolgreichen Tennis-Schlacht im Interview auf dem Platz in das Mikrofon. „Ich habe im Fed Cup am Samstag und Sonntag 5:20 Stunden gespielt, hier 3:19 Stunden. Ich nehme an, das ist einfach meine Art, zu spielen“, lächelte sie. „Ich bin einfach nur glücklich, dass ich durch bin.“ Ihre Gegnerin lobte sie in höchsten Tönen, doch es ist Petkovic, die in Antwerpen weiterspielen darf. Das werden am Donnerstag auch ihre deutschen Kolleginnen tun.Annika BeckundMona Bartheltreffen nach ihren Auftaktsiegen im Achtelfinale aufKarolina Pliskova(Tschechien/5) bzw.Eugenie Bouchard(Kanada/2).Angelique Kerberstartet nach einem Freilos gegen die bereits 34 Jahre alte ItalienerinFrancesca Schiavone, die French-Open-Siegerin von 2010.(Text: MaWa)

Hier die Ergebnisse aus Antwerpen:Einzel,Doppel,Einzel-Qualifikation.

Hier der Spielplan.

von tennisnet.com

Donnerstag
12.02.2015, 09:29 Uhr