WTA Indian Wells: Ons Jabeur kurz vor arabischer Sportgeschichte

Ons Jabeur ist in den vergangenen Jahren zur absoluten Speerspitze des afrikanischen wie auch arabischen Tennissports avanciert. In Indian Wells könnte die Tunesierin nun auch ein Stück Sportgeschichte schreiben. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 14.10.2021, 09:05 Uhr

Ons Jabeur
Ons Jabeur

Aktuell zeigt sich auf der WTA-Tour ein äußerst spannendes Spannungsfeld an der Weltspitze. Auf der einen Seite Spielerinnen, die der langen Saison - zusätzlich erschwert durch die COVID-Restriktionen - Tribut zollen müssen und frühzeitig einen Schlussstrich unter dem Jahr 2021 ziehen oder ein äußerst gemächliches Programm zum Saisonausklang wählen. Auf der anderen Seite Spielerinnen wie Ons Jabeur, für die im Saison-Finish so viel auf dem Spiel steht - nichts Geringeres als Geschichte tatsächlich. 

Die Voraussetzungen hat die Tunesierin mit ihrem Achtelfinalerfolg über Anna Kalinskaya beim WTA-1000-Event von Indian Wells geschaffen. Sollte Jabeur auch ihr Viertelfinale gegen Anett Kontaveit gewinnen (heute Nacht ab 0 Uhr MESZ), stünde ihr Einzug in die Top-10 der Damen-Tenniswelt fest. Es wäre ein Meilenstein, der keiner arabischen Tennisspielerin zuvor gelungen ist.

Sollte Jabeur heute verlieren, müsste sie auf Schützenhilfe hoffen: nämlich auf einen Sieg von Paula Badosa gegen Angelique Kerber. Badosa oder Kontaveit dürften zudem nicht den Titel holen.

WTA Finals das Ziel für Jabeur 

Den Einzug unter die besten Zehn würde die 27-Jährige lediglich als Start betrachten: Sie fühle, so Jabeur, dass nun die Ergebnisse kommen würden, sie fühle aber gleichwohl, dass noch viel harte Arbeit vor ihr liege. "Es gibt so viele Dinge, die ich noch verbessern möchte, die ich noch verbessern muss." Um möglicherweise gleich Kapitel zwei ihres persönlichen Eingreifens in die arabische Sportgeschichtsschreibung nachzulegen: die Qualifikation für die WTA Finals, die in diesem Jahr in Guadalajara, Mexiko, über die Bühne gehen. Bereits vor einigen Tagen hatte Jabeur erklärt, für diese Qualifikation zu spielen. 

Trotz der großen Distanz und der geringen Popularität des Tennissports in ihrer Heimat erfahre Jabeur einen herausragenden Support aus Tunesien, betonte die 27-Jährige: "Die Unterstützung, die ich erfahre, ist unglaublich, und ich kann es kaum erwarten, nach Hause zu gehen und bei den Tunesiern zu sein. Nicht nur das, ich habe das Gefühl, dass ich jedes Mal mehr und mehr in der ganzen Welt anerkannt werde", so Jabeur. "Das ist etwas, womit ich nie gerechnet hätte. Es macht mich glücklich und erfüllt mich mit Stolz, und ich hoffe, dass ich weiterhin noch besser spielen und alle meine Ziele erreichen kann."

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Donnerstag
14.10.2021, 12:06 Uhr
zuletzt bearbeitet: 14.10.2021, 09:05 Uhr