WTA-Boss Steve Simon plädiert für radikale Änderungen

Überlegt werden Match-Tiebreaks auch im Einzel und eine andere Turnier-Struktur.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 01.10.2016, 08:06 Uhr

ROME, ITALY - MAY 10: CEO of WTA Steve Simon applauds as Flavia Pennetta waves bye after retiring from tennis on Day Three of The Internazionali BNL d'Italia 2016 on May 10, 2016 in Rome, Italy. (Photo by Dennis Grombkowski/Getty Images)

Wer profitiert mehr davon, wenn die Matches auf den professionellen Tennis-Touren kürzer dauern – die TV-Stationen oder die Zuschauer in den Stadien? Steve Simon, Chef der WTA-Tour, meint: beide. „Es wird uns mit den TV-Übertragungen helfen“, erklärte Simon in Wuhan gegenüber Reportern. „Und es wird uns helfen, dass die Fans tatsächlich auf ihren Plätzen bleiben.“ Es sei viel wahrscheinlicher, dass sich die Zuschauer ein komplettes Spiel ansehen, wenn sie davon ausgehen können, dass dieses zwischen 60 und 90 Minuten dauere.

Ein Schlüssel dazu wäre die Einführung der „No-Ad-Rule“, jener Vorgabe also, nach der die Doppel-Matches bei regulären Turnieren mit dem ersten Punkt nach Einstand entschieden werden. Auch einem Match-Tiebreak anstelle des dritten Satzes ist Steve Simon nicht abgeneigt, so würde den Fans garantiert werden, dass die Punkte gerade gegen Ende eines Matches allergrößte Bedeutung bekommen. „Die Aufmerksamkeitsspanne der Zuschauer wird immer kürzer“, so Simon.

Besser Unterscheidung

Dass derart einschneidende Änderungen nicht ohne Widerstände verwirklicht werden können, darüber ist sich der WTA-Boss klar. „Ich bin mir sicher, dass die ersten Gespräche in die Richtung laufen: ‚Nein, das wollen wir nicht machen’“, sagte Simon. „Aber wenn wir auf niedrigeren Levels starten, dann wird es dort zur Normalität, und in wenigen Generationen hat man sich daran gewöhnt.“ Am Ende gehe es aber darum, dass die WTA-Tour besser dasteht als heutzutage.

Dazu gehört nach Ansicht von Steve Simon auch eine bessere Kategorisierung der Veranstaltungen auf der Tour – möglicherweise nach dem Muster der ATP-Serien. Im Moment gibt es neben den Grand-Slam-Turnieren für die Damen vier verpflichtende Events, eines davon hat in Peking gerade begonnen. „Ich glaube, da gibt es einige Verwirrung hinsichtlich der Fragen: Welches Turnier schaue ich gerade und welche Relevanz hat dieses Turnier für die Tour?“

von tennisnet.com

Samstag
01.10.2016, 08:06 Uhr