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174 Millionen Pfund Erstattung: Wimbledon und der Versicherungs-Coup

Britischen Medienberichten zufolge soll sich für die Veranstalter von Wimbledon die Sonderklausel in der Versicherung ganz besonders auszahlen. Angeblich soll eine Erstattung von 174 Millionnen Pfund für die Absage des diesjährigen Events geltend werden. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 14.11.2020, 21:29 Uhr

Wimbledon darf sich wohl über eine sehr großzügige Erstattung für den Ausfall 2020 freuen
Wimbledon darf sich wohl über eine sehr großzügige Erstattung für den Ausfall 2020 freuen

Bekanntermaßen war das Grand Slam im All England Club, das Major Wimbledon, das einzige Event dieser Kategorie, das im Jahr 2020 der grassierenden COVID-19-Pandemie zum Opfer fiel. Während in Australien zum Jahresstart noch problemlos gespielt werden konnte und die US Open mit einem rigorosen Sicherheitskonzept den Restart der ATP-Tour markieren konnten, setzten die Veranstalter der French Open auf eine Verschiebung auf einen späteren Termin im September. Ein Verschiebung, die aufgrund der Witterungsbedingungen für den Rasenklassiker in London undenkbar gewesen wäre. 

Umso wichtiger war es also für die Veranstalter, dass sich in deren Ausfallsversicherung, die Medienberichte zufolge rund 1,5 Millionen Pfund jährlich zu Buche schlagen soll, eine Sonderklausel für Pandemien wiederfand. Eine Klausel, die es in den Versicherungen der anderen Major-Events nicht gibt. Diese soll sich nun ganz besonders auszahlen, während die Veranstalter ursprünglich von rund 100 Millionen Pfund Ausfallszahlungen ausgegangen waren, soll die Versicherung nun gar 174 Millionen Euro rückerstatten. Das berichtete die britische Daily Mail in Berufung auf das Sportmedium Sportsmail

Abgabe an die Lawn Tennis Association nahzu gleich hoch

Dementsprechend hoch soll trotz der Absage auch die Abgabe des All England Clubs an den britischen Sport ausfallen. Dies geschieht über jährliche Abgaben über die Lawn Tennis Association. Berichten zufolge soll diese 2020 mit 36 Millionen Pfund nur unwesentlich niedriger im Vergleich zu den 45 Millionen Pfund im Vorjahr ausfallen. Und das ohne die Austragung des traditionellen Rasenturniers, welches erstmals seit dem 2. Weltkrieg nicht stattfinden konnte.

Der nächste Eintrag im Grand-Slam-Kalender sind nun die Australian Open. Das Turnier in Melbourne hat zwar zum jetzigen Zeitpunkt noch mit den restriktiven Einreisebeschränkungen des Staates, die etwa eine zweiwöchige Quarantäne aller Einreisenden vorschreibt, zu kämpfen, werden aber auf jeden Fall stattfinden, wie auch Turnierdirektor Craig Tiley klarstellte. Spieler wie der Vorjahresfinalist Dominic Thiem werden deshalb bereits Mitte Dezember nach Down Under reisen, um dort ihre Saisonvorbereitung zu absolvieren. 2021 soll dann auch das Grand Slam von Wimbledon wieder über die Bühne gehen. Mit welchen Einschränkungen lässt sich zu diesem Zeitpunkt aber nicht abschätzen. 

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von Michael Rothschädl

Samstag
14.11.2020, 21:35 Uhr
zuletzt bearbeitet: 14.11.2020, 21:29 Uhr