Aiava verkündet Karriereende – mit Generalabrechnung!
In einem emotional geladenen Istagram-Post kündigte die Australierin Destanee Aiava ihr sofortiges Karriereende an und tat dies mit einer Generalabrechnung mit dem professionellen Tennissport, den sie unter anderem als rassistisch, frauenfeindlich, homophob und feindselig bezeichnete.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
16.02.2026, 14:45 Uhr

Eine aufsehenerregende Art und Weise wählte die Australierin Destanee Aiava, um ihren sofortigen Rücktritt vom professionellen Tennissport zu verkünden. In einem mit vulgären Ausdrücken gespickten Instagram-Post handhabte die 25-jährige dies in Form einer Generalabrechnung mit dem professionellen Tennissport, den sie unter anderem als „toxischen Freund“ bezeichnete.
Schon in den Anfängen ihrer Karriere hegte sie Zweifel ob sie das richtige tue, hielt aber aufgrund fehlenden Selbstbewusstseins daran fest: „Manchmal machte ich weiter, weil ich zu viel Angst hatte, wieder anzufangen. Oder weil mir langweilig war. Ich wusste auch nicht, wer ich außerhalb des Tennis war und was meine wahre Leidenschaft war. Der Grund, warum ich weiterspielte, waren die Menschen, die mich während meiner Karriere unterstützten.“
Mit ihren heutigen Erfahrungswerten lässt sie jedoch kaum ein gutes Haar am Tennissport, den sie als heuchlerisch bezeichnete und „der sich hinter sogenannter Klasse und Gentleman-Werten verstecke“.
Ganz oben auf ihrer „Abschussliste“ steht die anonyme Tennis-Gemeinschaft, die aus der Ferne in Form von Wetten oder Kommentierungen an ihrer Karriere teilgenommen hat: „Ich möchte allen in der Tennis-Community, die mir jemals das Gefühl gegeben haben, weniger wert zu sein, ein riesiges F**k you sagen. F**k you an jeden einzelnen Wettbetrüger, der mir Hass oder Mordandrohungen geschickt hat. F**k you an die Leute, die hinter ihren Bildschirmen in den sozialen Medien sitzen und meinen Körper, meine Karriere oder was auch immer sie an mir auszusetzen haben, kommentieren.
Dennoch zeigt Aiava Hoffnung, abseits des Tennissports ein glückliches und erfülltes Leben führen zu können: „Mein größtes Ziel ist es, jeden Tag aufzuwachen und von Herzen sagen zu können: ‚Ich liebe, was ich tue – und ich finde, jeder verdient diese Chance.‘ Ich bin 25 und werde dieses Jahr 26 und fühle mich so weit hinter allen anderen zurück, als würde ich ganz von vorne anfangen. Ich habe auch Angst. Aber das ist besser, als ein Leben zu führen, das nicht mit meinen Zielen übereinstimmt, sich ständig mit anderen zu vergleichen und sich selbst zu verlieren.“
In der Weltrangliste schaffte es die aktuell auf Position 321 geführte Aiava, die in der Qualifikation der Australian Open in ihrem somit letzten Karrierematch der Britin Harriet Dart in drei Sätzen unterlegen war, bis auf Rang 147. Ihren größten Erfolg auf Grand-Slam-Ebene feierte sie im vergangenen Jahr beim Heim-Major in Melbourne mit dem Einzug in die zweite Runde aus der Qualifikation heraus, in der sie sich der ehemaligen Finalistin Danielle Collins aus den USA in drei Sätzen geschlagen geben musste. Schon in der Vergangenheit prangerte sie das harte Leben auf der ITF World Tennis Tour an und berichtete sogar von einem Selbstmordversuch.
