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Andrey Rublev auch in Wimbledon 2023 außen vor? "Politik wichtiger als Frieden"

Andrey Rublev hat im Interview mit CLAY über den Ausschluss russischer Spieler in Wimbledon gesprochen - und dabei eröffnet, dass es Stand jetzt auch für 2023 wenig rosig aussieht. Deshalb hat der Russe durchaus zum Angriff auf die britische Politik ausgeholt. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 19.12.2022, 23:09 Uhr

Andrey Rublev lässt kein gutes Haar an der britischen Regierung
Andrey Rublev lässt kein gutes Haar an der britischen Regierung

Andrey Rublev ist einer jener Spieler, die die obligatorische Unterschrift auf die Kamera nach einem gewonnen Match sehr gerne für eine Botschaft nutzen. Ganz besonders gerne tut der 25-Jährige das seit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine, immer wieder ruft der Weltranglistenachte über diesen Kanal zum Frieden auf. Ein starkes Zeichen, das auch und insbesondere zeigt, dass ein Generalausschluss russischer Spieler - als Einzelakteure - in Wimbledon zumindest eine heikle Entscheidung ist.

Und genau eine solche bahnt sich auch 2023 an, wie Rublev gegenüber CLAY erklärte: So habe man zusammen mit der ATP und den Grand Slams zahlreiche Meetings gehabt, in denen man sehr aktiv angeboten habe, helfen zu können. Insbesondere bei den Veranstaltern von Wimbledon sei man hier aber weitenteils auf taube Ohren gestoßen: "Wir haben ihnen das angeboten, aber sie sind nicht interessiert. Sie wollen wirklich nicht helfen. Die englische Regierung hat wahrscheinlich bewiesen, dass es für sie nur um Politik geht."

Rublev mit scharfen Worten in Richtung Großbritannien

Andrey Rublev geht sogar einen Schritt weiter: "Sie zeigen, dass Politik wichtiger ist als Frieden", echauffierte sich der Russe: "Wir können zumindest einmal ein deutliches Zeichen setzen, dass Sport von politischen Fragen getrennt werden kann. Das könnte ein guter Anfang sein. Ich weiß, dass das schwierig ist, denn sie werden den Sport immer benutzen, um die Politik zu manipulieren." Zumal der 25-Jährige betonte, dass ein neuerlicher Ausschluss keinen wirklichen Effekt zeigen würde - außer natürlich einen negativen für den Tennissport. 

Und um den sollte es ja eigentlich gehen, impliziert Rublev. Der in der ATP-Weltrangliste auf Platz acht überwintern wird, wenngleich auch im Kalenderjahr oftmals das Nervenkostüm des Russen größere Erfolge verhindert hatte - auch und insbesondere im Halbfinale der Nitto-ATP-Finals, wo der Russe nach mehrfachen Aubrüchen am Platz deutlich an Casper Ruud scheiterte. An der mentalen Komponente arbeitet Rublev deshalb bereits mit Akribie, wie dierser erklärte: "Ein paar Übungen, Meditation und solche Sachen. Ich tue alles. Ich analysiere mich selbst, akzeptiere die Dinge, vor allem, wenn sie schwer zu akzeptieren sind. Ehrlich zu sich selbst sein, wenn man etwas falsch macht: Es ist meine Schuld, es ist nicht die Schuld eines anderen." 

Damit, diese Schwachstelle zu akzeptieren, sei dem Russen jedoch bereits der erste Schritt in Richtung Besserung gelungen: "Viele Menschen wollen nicht zugeben, dass sie Schwächen haben, weil sie vielleicht Angst haben, dass andere mehr über sie erfahren, oder vielleicht wegen ihres Egos", sagte Rublev. "Es war eine Reise. Ich kenne meine Schwächen schon seit vielen Jahren. Für mich ist der mentale Aspekt der schwierigste Teil. Für mich ist es einfacher, technische oder körperliche Dinge zu verbessern."

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zuletzt bearbeitet: 19.12.2022, 23:09 Uhr

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