ATP Challenger Monza: Raphael Collignon - "Ich kann leicht umschalten"

Für Raphael Collignon könnte es kaum einen besseren Ort geben, um die Sandplatzsaison zu beginnen als Monza. Die Stadt nördlich von Mailand verbindet italienisches Flair mit großer Sporttradition. Sie ist die Heimat einer der legendärsten Motorsport-Strecken der Welt, bietet aber auch weitläufige Parks, historische Gebäude und lebendige Cafés.

von Florian Heer aus Monza
zuletzt bearbeitet: 09.04.2026, 14:53 Uhr

Raphael Collignon ist in Monza topgesetzt
© Florian Heer
Raphael Collignon ist in Monza topgesetzt

Der 24-jährige Belgier kehrt in dieser Woche als Titelverteidiger und Weltranglisten-68. zu den Monza Open zurück. Vor zwölf Monaten gewann er hier den ATP Challenger 125 Titel, seitdem hat er sich in die Top 70 gespielt, die dritte Runde der Miami Open erreicht und mit einem weiteren Challenger-Titel im französischen Pau insgesamt fünf Trophäen auf dieser Ebene gesammelt.

„Ich komme immer gerne an Orte zurück, an denen ich erfolgreich war und mich wohlfühle“, erklärt Collignon. „Ich mag die Menschen und die Atmosphäre hier in Italien. Außerdem isst man sehr gut. Das Wetter ist schön und die Plätze sind in einem sehr guten Zustand. Das Hotel liegt etwas außerhalb der Stadt, sodass man sich gut auf das Tennis konzentrieren kann. Andererseits ist Monza nicht weit von Mailand entfernt. Insgesamt ist das hier eine großartige Mischung.“

Eindrücke und Erfolge beim Sunshine Double

Geboren wurde Collignon in Rochester, Minnesota. Er verbrachte jedoch nur das erste Lebensjahr in den Vereinigten Staaten. Sein Vater Frédéric arbeitete als Neurochirurg an der Mayo Clinic, bevor die Familie nach Belgien zog. Dort nahm „Raph“ erstmals einen Tennisschläger in die Hand und schlug Bälle gegen eine Wand, während sein Vater im Klub spielte.

Nach Jahren stetiger Entwicklung ist Collignon nun mit viel Selbstvertrauen nach Monza gekommen. Im Frühjahr stand er sowohl bei den BNP Paribas Open als auch in Miami im Hauptfeld und erreichte in Florida die dritte Runde.

„Es war eine großartige Erfahrung, bei den ATP-Masters in Indian Wells und Miami zu spielen. Das sind Turniere, von denen wir schon als Kind geträumt hat. Es sind besondere Orte, sehr gut organisierte Veranstaltungen. Die Anlagen waren unglaublich. Man sieht alle Topspieler und ich stand beide Male im Hauptfeld. Ich bin sehr glücklich über diese Erfahrung“, gab der Rechtshänder zu Protokoll.

Zurück auf der europäischen Asche

Der Wechsel von Hartplatz zurück auf Sand ist für viele Spieler kompliziert, doch Collignon glaubt, dass sein Spiel vielseitig genug ist, um sich schnell anzupassen.

„Es ist das erste Sandplatzturnier der neuen Saison, und Sand ist ein schwieriger Belag, auf dem man etwas mehr trainieren muss. Nach Miami habe ich zwei Wochen auf Asche trainiert, aber mein Spiel passt sowohl auf Hartplatz als auch auf Sand sehr gut. Ich kann leicht umschalten.“

Diese Vielseitigkeit ist zu einem seiner Markenzeichen geworden. Collignon sieht sich nicht als Spezialist für einen bestimmten Belag oder Spielstil.

„Ich bin ein ziemlich kompletter Spieler. Ich kann angreifen, habe aber auch gute defensive Fähigkeiten. Ich kann stark aufschlagen und mein Spiel variieren“, beschreibt er seine Stärken. „Manchmal muss ich auf dem Platz noch etwas aggressiver sein. Daran arbeite ich. Aber ich bin sehr zufrieden mit meiner Entwicklung in den vergangenen Jahren und hoffe, dass es so weitergeht.“

Belgische Tennislegende als Coach

Eine wichtige Rolle in seiner Entwicklung spielt sein Trainer Steve Darcis, der frühere Weltranglisten-38., der ihn weiterhin im Rahmen des belgischen Verbandes betreut, aber in Monza nicht mit dabei ist.

„Ich habe zwei Trainer vom Verband. Steve kümmert sich um mich, aber er war einen Monat in den USA und brauchte danach eine kleine Pause. In Madrid wird er wieder an meiner Seite sein“, erklärte Collignon.

„Er war selbst einmal Top-40-Spieler, und man kann sehr viel von ihm lernen. Ich kann ihm vertrauen, und das ist sehr wichtig. Er kann dir viele gute Ratschläge geben, und ich bin sehr glücklich, ihn als Trainer zu haben.“

Fashion-Fan Collignon

Abseits des Platzes wirkt Collignon bodenständig und interessiert an den Orten, die er als Tennisprofi bereist.

„Ich verbringe gerne Zeit mit Freunden. Meine Freundin ist für das Wochenende nach Monza gekommen und wir sind mit einem Mietwagen nach Mailand gefahren. Ich versuche, hartes Training mit etwas Spaß abseits des Platzes zu verbinden.“

Neben Tennis interessiert er sich besonders für Fußball. Seine Lieblingsvereine sind der FC Barcelona und Standard Lüttich. Zudem verfolgt er aufmerksam den Radsport.

„Wir haben in Belgien viele gute Sprinter“, merkte Collignon an.

Auch Mode gehört zu seinen Leidenschaften.

„Ich gehe auch gerne shoppen und interessiere mich für Mode. Ich kaufe gerne gute Kleidung, die vielleicht auch ein bisschen ungewöhnlich ist.“

Und wie würde ein Outfit aussehen, das Collignon selbst entwirft?

„Weite Hosen, gute Sneaker, aber nicht zu viel – einfach stilvoll. Vielleicht werde ich in den nächsten Tagen mal mit einem guten Outfit auf der Anlage erscheinen,“ stellte er mit einem Lächeln in Aussicht.

Das Einzel-Tableau in Monza

Verpasse keine News!
Aktiviere die Benachrichtigungen:
Collignon Raphael

von Florian Heer aus Monza

Donnerstag
09.04.2026, 14:54 Uhr
zuletzt bearbeitet: 09.04.2026, 14:53 Uhr

Verpasse keine News!
Aktiviere die Benachrichtigungen:
Collignon Raphael