ATP Cup: Sydney war nicht Adelboden - gut so

Kanada dank Félix Auger-Aliassime und Denis Shapovalov hat also den ATP Cup 2022 gewonnen. Zeit, eine kleine Bilanz zu ziehen.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 09.01.2022, 12:58 Uhr

So sehen Sieger aus: Das kanadische Team in Sydney 2022
© Getty Images
So sehen Sieger aus: Das kanadische Team in Sydney 2022

Die Atmosphäre

Zugegeben: Bei den meisten Matches waren die Ränge eher dünn besetzt, für die Australier ist nach wie vor Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Gut so inmitten einer Pandemie. Vor allem, wenn man nach Adelboden blickt, wo an diesem Ski-Weltcup-Wochenende alle Regeln außer Kraft gesetzt scheinen. Die Stimmung war dennoch ordentlich, nicht nur bei den Auftritten der Hausherren (da aber ganz besonders). Vielleicht hat man beim ATP Cup das im Augenblick beste Mittelmaß zwischen Geisterspielen wie in der Bundesliga und Party-Atmosphäre wie am Kuonisbergli gefunden.

Das Format

16 Mannschaften in vier Gruppen ist genau das, was dem Wettbewerb angemessen ist. Jedes Team bekommt drei Einsätze garantiert, große Rechnereien am Ende der Gruppenphase gab es nicht (im Gegensatz zur Davis-Cup-Finalrunde mit 18 Mannschaften, wo auch die zwei besten Zweiten von insgesamt sechs Gruppen weitergekommen sind).

Die Teilnehmer

Hier liegt der Hund begraben. Die ATP möchte alle Spitzenspieler am Start sehen. Und nimmt dabei unausgeglichene Teams wie Griechenland, Georgien, Norwegen und auch Österreich in Kauf. Vielleicht böte sich ein anderer Schlüssel zur Teilnahme an, etwa der Durchschnittswert der Weltranglisten-Platzierungen der beiden besten Einzelspieler. Oder auch die Berücksichtigung des Doppels. Dann hätte man auch die Kroaten, zuletzt im Finale des Davis Cups, in Sydney sehen können. Und mit dem Doppel Mektic/Pavic wäre Kroatien sicherlich konkurrenzfähiger gewesen als etwa die Georgier.

Die Finalisten

Nach dem coronabedingten Ausscheiden von Andrey Rublev und Aslan Karatsev war klar, dass Daniil Medvedev die Russen im Grunde alleine zur Titelverteidigung tragen muss. Roman Safiullin hat sich gut präsentiert, vor allem im Doppel. Die Ausgeglichenheit der Spanier und der Kanadier hat sich am Ende aber doch bewährt. Auch wenn Medvedev/Safiullin ein erfolgreiches Matchtiebreak vom Finaleinzug entfernt waren.

Die Deutschen

Wer hätte gedacht, dass mit dem verlorenen Doppel von Alexander Zverev und Kevin Krawietz gegen Daniel Evans und Jamie Murray schon alles den Bach runter gegangen war? Die weiteren Matches in der Gruppe C fielen dann eben so aus, dass die letzte Partie gegen die Kanadier nicht mehr von Bedeutung war. Das zeigte sich im Match von Alexander Zverev gegen Félix Auger-Aliassime, das die deutsche Nummer eins unter normalen Umständen immer gewinnt. Zverev war davor in den Einzeln souverän, Jan-Lennard Struff konnte sich nach dem desaströsen Auftakt gegen Evans mit den Siegen gegen John Isner und einem starken Vortrag gegen Denis Shapovalov rehabilitieren.

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von Jens Huiber

Sonntag
09.01.2022, 19:00 Uhr
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