Verdasco schockt Dimitrov - Federer muss nachsitzen

Von wegen NextGen: Der 34-jährige Fernando Verdasco hat in der zweiten Runde von Indian Wells Grigor Dimitrov geschockt und den an Position drei gesetzten Bulgaren nach Hause geschickt. Roger Federer muss wegen des Regens in der kalifornischen Wüste am Sonntag nachsitzen.

von Ulrike Weinrich
zuletzt bearbeitet: 11.03.2018, 11:50 Uhr

ATP, Fernando Verdasco

Es schien, als wolle Fernando Verdasco bei all dem Gerede über den Jugendwahn und die "NextGen" im Welttennis ein Zeichen setzen. Und das gelang dem spanischen Routinier am fünften Tag des ersten Masters der Saison eindrucksvoll. Verdasco, vor neun Jahren schon einmal die Nummer sieben der Welt, drehte die Uhr auf seine Weise zurück. Der Linkshänder schaltete beim Masters in Indian Wells überraschend ATP-Weltmeister Grigor Dimitrov mit 7:6 (7:4), 4:6, 6:3 aus.

"Tennis war schon immer mein Leben - seitdem ich ein Baby war. Ich liebe diesen Sport einfach, und ich liebe es, Matches zu spielen. Immer", sagte der Weltranglisten-39. Verdasco nach seinem Coup auf die Frage, warum er immer noch als Profi auf der Tour unterwegs sei.

Lippenstift? Federer als "Kunst-Kritiker" von Indian Wells

Als Vorbild dient ihm dabei wahrscheinlich auch Roger Federer. Der zwei Jahre ältere Meastro aus der Schweiz steht nach seinem Traumjahr 2017 wieder auf dem Gipfel. Im Coachella Valley möchte der 20-malige Grand-Slam-Champion seinen insgesamt sechsten Indian-Wells-Titel gewinnen. Sein erster Auftritt bei den BNP Paribas Open 2018 verlief allerdings nicht ganz nach Wunsch.

Das Match gegen den Argentinier Federico Delbonis musste beim Stand von 6:3, 2:2 für den topgesetzten Federer wegen Regenfällen auf Sonntagnachmittag Ortszeit verschoben werden. Im Auftaktsatz hatte sich der Branchenprimus 19 unerzwungene Fehler erlaubt - 12 davon auf der Vorhandseite. Das sieht man nicht allzu oft vom "GOAT".

Komplett im Bilde war er allerdings am Rande eines Treffens mit Kindern, die kleine Gemälde von dem großen Star angefertigt hatten. Vierfach-Vater Federer verriet, dass er kein Talent zum Malen habe - und amüsierte sich köstlich über die roten "Lippenstift"-Lippen, die ihm ein Junge auf seinem Bild verpasst hatte.

Während Federer nachsitzen muss, trifft Verdasco im Match um den Einzug ins Achtelfinale auf Taylor Fritz (USA), der im Duell der 20-Jährigen den Russen Andrey Rublev mit 6:4, 7:6 (7:4) bezwang. Borna Coric (21) aus Kroatien, ein anderer aus dem NextGen-Team, schaltete den 30-Jährigen Albert Ramos-Vinolas (Spanien/Nr. 19) mit 6:0, 6:3 aus. Am Sonntag ist auch der an Position vier gesetzte Alexander Zverev erstmals im Einsatz.

von Ulrike Weinrich

Sonntag
11.03.2018, 11:50 Uhr