ATP Finals: Jürgen Melzer - Geht da doch noch mehr?

Jürgen Melzer kann an der Seite von Edouard Roger-Vasselin noch das Halbfinale bei den ATP Finals in London erreichen. Schade, dass nach den Australian Open 2021 Schluss sein soll.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 19.11.2020, 12:58 Uhr

Am Freitag ins Halbfinale? Jürgen Melzer und Edouard Roger-Vasselin
© Getty Images
Am Freitag ins Halbfinale? Jürgen Melzer und Edouard Roger-Vasselin

Was, so haben sich die englischen Kommentatoren vor dem ersten Match von Jürgen Melzer und Edouard Roger-Vasselin bei den ATP Finals gefragt, was passiert eigentlich, wenn die beiden das Jahres-End-Turnier für sich entscheiden? Und danach auch noch die Australian Open? Nun, das ist, wie der Engländer auch gerne sagt, ein Stretch. Aber wer gegen Ende des zweiten Auftritts von Melzer/Roger-Vasselin in der O2 Arena keine Gänsehaut bekommen hat, der hat Tennis nie geliebt.

Vor allem der Punkt bei 8:9 aus Sicht von Melzer, der bis dahin vierte Matchball für John Peers und Michael Venus. Die österreichische Legende hat dabei einen Spontankurs in Sachen Vorhand abgehalten, mit dem Resultat, dass der letzte Schlag perfekt neben der Linie im Feld gelandet ist. Am Freitag dürfen sich Melzer und Roger-Vasselin nun gegen Horacio Zeballos und Marcel Granollers versuchen. Der Aufstieg ins Halbfinale ist noch möglich, ein Zwei-Satz-Sieg würde die Rechnerei vereinfachen.

Soares von Melzer beeindruckt

Nun hat Melzer zum einen in Köln zwar gemeint, dass sein eigenes und das System seines Partners in St. Petersburg (endlich) perfekt zusammen gefunden hätten. Dort gab es auch den einzigen gemeinsamen Turniersieg der beiden Veteranen. Wenige Tage später kündigte der 39-jährige Linkshänder allerdings an, dass er in Zukunft das Amt des Sportdirektors beim Österreichischen Tennisverband antreten wird. Und dass nach den Australian Open 2021 Schluss sei. Er wolle sich vor Zuschauern verabschieden, so Melzer damals, was angesichts der komplexen Lage in Australien aktuell nicht gewährleistet scheint.

Der Spielwitz von Jürgen Melzer wird auf der Tour fehlen, ebenso wie die ehrliche Freude nach einem Sieg wie jenem am Mittwoch. Kleinere Unannehmlichkeiten nimmt er da gerne in Kauf. Zum Beispiel, wenn ihm ein sehr, sehr motivierter Michael Venus schon beim allerersten Punkt des Matches einen Ball per Smash an den Fuß nagelt.

So weit sich das aus der Ferne beurteilen lässt, verstehen sich Jürgen Melzer und Edouard Roger-Vasselin ganz prächtig, das haben schon die Bilder von den US Open nahegelegt. Wie wichtig die Teamchemie ist, das hat in diesen Tagen ja auch der zweifache French-Open-Champion Andreas Mies festgestellt. Ein Jammer also in mehrfacher Hinsicht, wenn Melzer den Schläger wirklich in die Ecke stellt. Zumal die Kollegen die Klasse von Jürgen Melzer nach wie vor zu schätzen wissen. Nach der ersten Partie in London hatte Bruno Soares gemeint, dass Melzer im Tiebreak des Auftaktsatzes ein paar magische Schläge gezeigt hätte. Mehr davon werden am Freitag ab 18:45 Uhr MEZ nötig sein.

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19.11.2020, 11:50 Uhr
zuletzt bearbeitet: 19.11.2020, 12:58 Uhr