ATP Finals London: Thiem-Physio Alex Stober - „Dominic steht top da“

Alex Stober begleitet Dominic Thiem als Physiotherapeut das ganze Jahr über auf der ATP-Tour. Für tennisnet hat sich der Mann aus Nürnberg vor Beginn der Finals in London ein paar Minuten Zeit genommen.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 10.11.2019, 08:41 Uhr

Alex Stober begleitet Dominic Thiem beinahe das gesamte Jahr über
© GEPA Pictures
Alex Stober begleitet Dominic Thiem beinahe das gesamte Jahr über

tennisnet: Herr Stober. Was macht man in dieser Phase des Jahres als Physiotherapeut noch mit einem Spieler?

Alex Stober: Ganz einfach: Dominic körperlich am Laufen zu halten. Bei Laune halten, Spaß haben, dass er hier dabei ist. Und die wesentlichen Sachen erledigen, die notwendig sind, dass er auch die Spannung hält. Aber mit intensiven Fitnesseinheiten wird er natürlich nicht mehr gestresst. Er soll einfach genießen, dass er hier dabei ist.

tennisnet: Dominic trainiert gerade mit Rafael Nadal, von dem wir wissen, dass der Bauchmuskel ein wenig beleidigt war. Ist bei Ihrem Schützling so weit alles in Ordnung?

Stober: Dominic hat gar keine Anliegen. Nach der überstandenen US-Tour ist er wirklich auf einem sehr guten Weg mit steigender Tendenz, und er fühlt sich körperlich komplett frisch.

tennisnet: Waren die Schwierigkeiten, die Dominic in Cincinnati und danach bei den US Open gehabt hat, im Nachhinein betrachtet sogar ein wenig hilfreich?

Stober: Natürlich verzichtet keiner gerne auf ein Turnier wie Cincinnati. Aber es hat sich gezeigt, dass sich Dominic richtig verhalten hat. Er hat sich gut akklimatisiert, wir haben eine überraschend gute Asientour gespielt. Er hat das Turnier in Wien gewonnen, worüber sich alle gefreut haben. Und Dominic hat eben davor seine persönliche Auszeit genommen, hat bestimmte Sachen auskuriert. Und steht jetzt top da.

tennisnet: In Wien waren Sie in der Betreuerbox ausgesprochen emotional. Warum?

Stober: Ich habe mich einfach ehrlich für Dominic gefreut, weil irgendwie wollte er das Ding halt so dringend gewinnen. Und wollte sich selbst auch belohnen. Ich habe halt versucht, ihn in der einen oder anderen Situation zu bestätigen, dass er das Richtige macht. Und mich natürlich auch für ihn gefreut.

tennisnet: Sie haben in Rom erzählt, dass Sie ihrem Spieler etwa eine Stunde vor Spielbeginn noch einmal ein Schälchen Reis mit Tomatensauce anraten. Wie sieht der Plan aus, wenn er am heutigen Sonntag um 21 Uhr gegen Roger Federer spielt?

Stober: Wir werden gegen Mittag im Hotel eine leichte Fitnesseinheit machen, schon, um etwas Spannung aufzubauen, damit er schon mal gut durchgeschwitzt ist. Dann wird Dominic eine Pause einlegen, wenn wir dann rüber in die Halle kommen wird gegessen. Und dann wird er versuchen, nach dem Einzel von Djokovic  sich einzuschlagen. Dann haben wir genügend Zeit zu essen und uns vorzubereiten.

"Roger Federer macht nicht viele Fehler"

tennisnet: Was isst er da?

Stober: Von der Zeit her haben wir viel Spielraum, da kann er ruhig seine Schüssel Pasta zu sich nehmen. Vielleicht auch Suppe, etwas Gemüse, leichtes Hähnchen.

tennisnet: Das Mittagsschläfchen, von dem man aus Fußballerkreisen manchmal hört - spielt das auch bei Dominic Thiem eine Rolle?

Stober: Manchmal schon. Dadurch, dass es eben eine Abendveranstaltung ist und Dominic nicht vor 20 Uhr Ortszeit spielen wird, kann es nicht schaden, dass er eine Art Power Nap macht und kurz runterkommt. Muss ja nicht lange sein, eine Dreiviertelstunde Maximum. Das tut ihm in der Regel recht gut.

tennisnet: Sie waren in der abgelaufenen Saison wohl am längsten mit Dominic unterwegs. Welche Woche würden Sie da als Highlight heraussuchen?

Stober: Was mich in diesem Jahr wahnsinnig gefreut hat und was auch überraschend kam, war die Woche von Indian Wells, wo er das tolle Finale gegen Roger Federer gewonnen hat. Da hat er sehr viel Klasse und Stärke gezeigt. Das war eine tolle Überraschung - weil ich das Turnier auch sehr, sehr mag.

tennisnet: Ein Wort noch zum heutigen Gegner - wie schafft es Roger Federer, im Alter von 38 Jahren noch ganz vorne mitzuspielen?

Stober: Ich glaube, Roger hat sich persönlich ein gutes Management zurecht gelegt. Er spielt, nimmt seine Auszeiten, hört auf sich selbst und sein gutes Team. Er macht einfach nicht viele Fehler.

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von Jens Huiber

Sonntag
10.11.2019, 08:25 Uhr
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