ATP Finals: Novak Djokovic und eine späte, ganz große Kampfansage

Novak Djokovic hat die Nitto-ATP-Finals in Turin in beeindruckender Manier für sich entschieden. Eine Kampfansage - auch bereits in Hinblick auf die Australian Open. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 20.11.2022, 22:30 Uhr

Novak Djokovic hat in Turin mächtig aufhorchen lassen
Novak Djokovic hat in Turin mächtig aufhorchen lassen

Patrick Mouratoglou brachte es gewissermaßen auf den Punkt: "Das Beeindruckendste an Novak ist seine Fähigkeit, zu gewinnen, ohne nahe an seiner Bestform zu sein. Das hat er während des gesamten Turniers gezeigt", schrieb der Star-Coach wenige Augenblicke, nachdem der Serbe zum sechsten Mal die Nitto-ATP-Finals für sich entschieden hat. Ein Bestwert, den sich der Mann aus Belgrad nur noch mit Roger Federer zu teilen hat. 

Wirklich in der Nähe einer Niederlage hatte Novak Djokovic in dieser Woche eigentlich nur Daniil Medvevedev. In einem Match, in dem neben einem ordentlichen Antrittsgeld und einigen Punkten für die Weltrangliste de facto nichts auf dem Spiel stand. Auch das ist beim Saisonfinale der besten acht Spieler des Jahres eine Ansage. Überhaupt zieht sich das Wort Ansage wie ein roter Faden durch diese Tage in Turin, der 21-fache Grand-Slam-Sieger war ins Pala Alpitour gekommen, um eine Botschaft zu senden. 

Djokovic mit Leidenszeit 

Eine Botschaft, dass mit ihm 2023 zu rechnen sein wird. Fast wie abgesprochen wirkte es dabei, dass noch während des Events durchdrang, dass Djokovic definitiv bei den Australian Open wird starten können. Und dort - das steht spätestens seit diesen Tagen fest - als absoluter Topfavorit ins Rennen gehen wird. Dort soll sich auch ein Kreis schließen für Novak Djokovic, der erst vor gut zehn Monaten in Melbourne die wohl bittersten Tage seiner Laufbahn erleben musste. Und ferner auch die US Open aufgrund fehlenden Impfzertifikats verpassen musste.

Diese Leidenszeit rückt langsam, aber sicher in den Hintergrund, vergessen ist diese jedoch keineswegs. Das ließ auch Goran Ivanisevic durchscheinen: "Dieses Finale ist etwas Besonderes. Das Masters (Anm. Nitto-ATP-Finals) nach sieben Jahren zu gewinnen. Er hat es verdient. Niemand weiß, wie es war, in dieser Saison Teil des Teams mit all den Höhen und Tiefen zu sein", sagte der Übungsleiter des 35-Jährigen im Anschluss an den über weite Strecken ungefährdeten Finaltriumph über Casper Ruud. 

Djokovic wohl Topfavorit in Melbourne

Auch Novak Djokovic ließ direkt nach dem Titelgewinn - vor den Augen seiner Kinder, vor den Augen von Ehefrau Jelena - verlauten, dass diese Saison auch aus negativer Sicht jedenfalls in Erinnerung bleiben wird: "Meine Familie, mein Team, meine Eltern und meine Brüder. Ich danke ihnen allen. Wir haben eine schwere Zeit durchgemacht. Sie haben an mich geglaubt, sie waren eine Schulter, an der man sich ausweinen konnte. Wir sind die Einzigen, die wissen, was wir durchgemacht haben. Diese Trophäe gehört euch genauso wie mir", sagte der Serbe. 

Beenden wird Novak Djokovic das Jahr als Nummer fünf im ATP-Ranking, bei den Australian Open wird der 35-Jährige demnach wohl bereits im Viertelfinale auf einen der topgesetzten vier Spieler treffen. Was angesichts der derzeitigen Verfassung vielmehr für die vier führenden der ATP-Charts nach einem unliebsamen Gedanken anmutet. Denn: wenn Novak Djokovic spielen kann, dann ist der Mann aus Belgrad derzeit der wohl beste Spieler auf diesem Planeten. Zumindest auf Hartplatz - und damit auch in Melbourne. Zumal der 21-fache Major-Sieger dort in absoluter Topform auftreten wird. 

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