ATP gibt Regelung für Rankings bekannt: Rafael Nadal der große Gewinner?

Die ATP hat in einer Presseaussendung die Regelung für die Weltrangliste bis Ende 2020 bekannt gegeben. Die Quintessenz: Kein Spieler wird Punkte, die er bei einem Turnier nach Indian Wells 2019 gewonnen hat, verlieren.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 06.07.2020, 19:34 Uhr

Rafael Nadal kann sich punktemäßig zurücklehnen
© GEPA Pictures
Rafael Nadal kann sich punktemäßig zurücklehnen

Nicht, dass Rafael Nadal noch sonderlich viel Wert auf die Frage legen würde, ob er im jeweiligen Vorjahr erspielte Punkte auch wirklich verteidigen kann. Im am Montag von der ATP vorgelegten Konzept über die Regelung hinsichtlich der ATP-Weltrangliste bis Ende 2020 muss er das aber auch nicht. Denn es soll wie folgt verfahren werden: Punkte, die ein Spieler im Jahr 2019 gewonnen, aufgrund der Pause durch die Corona-Pandemie in diesem Jahr aber bislang nicht verteidigen konnte, bleiben auf jeden Fall in der Wertung. Es sei denn, der betreffende Spieler holt in den Wochen nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs Mitte August in Washington mehr Zähler als vor Jahresfrist.

Konkret am Beispiel Rafael Nadal heißt das: Für den Spanier werden auch nach Abschluss der French Open Anfang Oktober auf jeden Fall noch die 2.000 Punkte für den Sieg bei den US Open, 360 für das Halbfinale in Madrid, 1.000 für den Sieg in Rom und 2.000 für den Erfolg in Roland Garros in der Wertung bleiben. Unabhängig von den tatsächlichen Ergebnissen bei den genannten Turnieren. Auch Daniil Medvedev kommt gut weg: In Cincinnati hat der Russe den Hauptpreis eingesackt, bei den US Open das Endspiel erreicht (wie auch schon zuvor in Washington). Das sind schon mal 2.500 Punkte auf der sicheren Seite für Medvedev.

Djokovic und Thiem mit Potenzial nach oben

Profitieren könnte indes Dominic Thiem: Zwar hat der Österreicher bei den French Open kaum Luft nach oben, die 1.200 Zähler für den Finaleinzug bleiben ihm dennoch erhalten. Bei den US Open aber liegen die Punkte buchstäblich auf der Straße - in New York hat Thiem 2019 in Runde eins gegen Thomas Fabbiano verloren. Ebenso übrigens  wie in Rom gegen Fernando Verdasco.

Und auch Branchenprimus Novak Djokovic hat nicht wenig Spielraum: Djokovic ist bei den US Open 2019 im Achtelfinale an Stan Wawrinka gescheitert, in Roland Garros war bei Dominic Thiem im Halbfinale Endstation. Die große Frage also bleibt: wer profitiert von dieser Regelung? Spieler wie Nadal und Medvedev, die ohne Druck aufspielen, aber kaum etwas gewinnen können? Oder eher Djokovic und Thiem, die im Vorjahr Versäumtes ab dem Spätsommer 2020 nachholen können?

Mit Beginn 2021 soll dann wieder zum ursprünglichen Modus zurückgekehrt werden.

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Montag
06.07.2020, 19:17 Uhr
zuletzt bearbeitet: 06.07.2020, 19:34 Uhr

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