ATP: Harte Bandagen im Doppel-Zirkus

Francisco Cabral und Lucas Miedler sind gemeinsam immer stärker geworden. Jetzt gehen sie getrennte Wege. Für viele Beobachter ziemlich überraschend.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 16.03.2026, 16:41 Uhr

Lucas Miedler und Francisco Cabral mit dem Siegerpokal in Brisbane
© Getty Images
Lucas Miedler und Francisco Cabral mit dem Siegerpokal in Brisbane

Undank ist der Welten Lohn, könnte man in Hinblick auf die von Francisco Cabral initiierte Trennung von Lucas Miedler sagen. Schließlich war der Österreicher ein etablierter Doppel-Profi aus der erweiterten Weltspitze, als die beiden im Jahr 2025 ihre Partnerschaft begannen. Um Cabral dagegen war jetzt nicht gerade das größte G´riss. Gemeinsam haben die beiden vier Titel geholt, den bislang letzten Anfang der Saison in Brisbane.

Da könnte aktuell nur noch einer dazukommen: nämlich in Miami. Danach gibt es einen Partnertausch. Francisco Cabral wird sich Joe Salisbury, einem mehrmaligen Gewinner von Majors, anschließen. Lucas Miedler dagegen startet einen zweiten Versuch an der Seite von Alexander Erler. Der erste ist ja herausragend gut gelungen.

Suche nach dem besten Set-Up

Dennoch ist es immer wieder erstaunlich, wie schnell und emotionslos im Doppel die Partner gewechselt werden. Miedler hat das in einer ersten Reaktion als Teil des Business bezeichnet, sogar Verständnis dafür signalisiert, dass Cabral das Angebot von Joe Salisbury annahm. Jeder lege laufend für sich fest, wer gerade das beste Set-Up für einen biete. 

Es wird also ständig optimiert. Das hat vor ein paar Jahren auch Mate Pavic mit unnachahmlicher Konsequenz gemacht, als er sich 2018 nach erfolgreichen Jahren von Oliver Marach in Richtung Bruno Soares verabschiedet hat.

Es hält also nichts ewig im Paarlauf, es sei denn, man spürt familiäre Bande. Ganz stark haben dies natürlich Bob und Mike Bryan vorexerziert. Und zuletzt in Indian Wells haben zwei Cousins dafür gesorgt, dass ein bisschen Futter ist Familien-Sparschwein kommt - auch wenn sich Arthur Rinderknech und Valentin Vacherot im Endspiel im Tennis Paradise dann doch geschlagen geben mussten

von Jens Huiber

Dienstag
17.03.2026, 09:51 Uhr
zuletzt bearbeitet: 16.03.2026, 16:41 Uhr