ATP Miami - "Wollte nur nicht hinfallen": 94-jähriger Daniil Medvedev krampft und siegt

Daniil Medvedev hat das Match des bisherigen Turniers in Miami bestritten - und trotz heftiger Krämpfe gewonnen. "Einer meiner süßesten Siege", kommentierte er danach.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 29.03.2021, 14:08 Uhr

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Daniil Medvedev
Daniil Medvedev

Manchmal ist es doch gut, wenn man die ersten Matchbälle nicht gleich nutzt. Daniil Medvedev hatte sie beim Stand von 7:6 (3) und 5:4, gleich drei Stück in Folge. Nachdem er zuvor bereits sein Aufschlagspiel zu null abgegeben hatte. Aber Alexei Popyrin blieb cool, glich aus, holte sich den zweiten Satz - und schickte Medvedev auf Höllentour./

Der Weltranglisten-Zweite nämlich bekam Krämpfe und hickelte am Ende des Satzes wahlweise wie Charlie Chaplin, wie ein 94-Jähriger oder eine Ente auf Speed über den Platz, wie Tennis-Twitter amüsiert kommentierte.

Weniger amüsiert freilich: Gegner Popyrin. Denn in den Ballwechseln drehte Medvedev auf, spielte Alles-oder-nichts, am Ende brachte er das Match mit starken Aufschlägen nach Hause - 7:6 (3), 6:7 (7), 6:4 hieß es nach 2 Stunden und 37 Minuten.

Medvedev: "Gekrampft wie irre"

Dass er seine ersten Matchbälle fast exakt eine Stunde zuvor nicht genutzt hatte - ein Geschenk für Tennisfans. Und auch Medvedev war seinem Krampfsieg wohl nicht ganz böse. "Es ist wohl einer der süßesten Siege meiner gesamten Karriere", konstatierte er nach Spielende, "denn ich habe gekrampft wie irre in Satz 3." Es sei eine Sache, wenn die Krämpfe begännen, wenn man in Führung liege und das Ganze mit dem Aufschlag regeln könne, so Medvedev, "aber bei mir ging das schon vorher los. In dieser Situation war es hart, an einen Sieg zu glauben."

Er habe schon bei den Matchbällen in Satz 2 gespürt, dass Krämpfe kommen würden, so der Mann aus Russland.

Das Einzige, was er gehofft habe, so Medvedev, sei gewesen, dass er nicht hinfalle. "Denn wenn ich hingefallen wäre, wäre ich wohl nicht mehr in der Lage gewesen, aufzustehen. Das hat man ja schon einige Male auf dem Tennisplatz gesehen."

Den schlimmsten Schmerz haben er beim 4:3 im dritten Satz verspürt, der Aufschlag, bis dato "vielleicht das Schlechteste im Match", habe ihn gerettet.

Medvedev: "Hätte in zwei Sätzen gewinnen müssen"

Seine Beine seien ihm nicht mehr gefolgt, erläuterte Medvedev weiter, er habe sie nicht beugen oder strecken können, "ich musste in derselben Haltung ausharren, konnte keinen Schritt größer als vielleicht zehn Zentimeter machen." Der Aufschlag sei schließlich das Entscheidende gewesen. "Natürlich ist es besser, wenn man sich abdrücken und springen kann, aber die Schulter und der Arm machen doch einen großen Teil aus. Ich wusste also, ich muss den Aufschlag reinbringen, ihn hart schlagen, und das hat funktioniert."

Für Gegner Popyrin sei es natürlich nicht einfach gewesen, gab Medvedev zu. "Er hat gesehen, dass ich gestrauchelt bin, hat sich gesagt: 'Okay, ich bringe ein paar Bälle zurück, die kriegt er nicht.' Dann zittert die Hand, man verspannt... er hat ein paar Fehler gemacht und ich habe gewonnen."

Das Verrückte sei ja, "dass ich in zwei Sätzen hätte gewinnen müssen, dann würden wir über das alles nicht sprechen. Aber so ist es natürlich ein Match zum Erinnern."

Das Gute für Medvedev und seine Beine: Sie haben heute Ruhepause. Erst am Dienstag trifft "Meddy" auf Frances Tiafoe.

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