Andrey Rublev ein Rüpel? – Neue Vorwürfe wegen Regelwidrigkeiten und Drohungen

Der erst 17-jährige Russe Andrey Rublev besticht weiterhin mit tollem Tennis, allerdings auch mit fragwürdigem Verhalten.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 14.06.2015, 07:30 Uhr

Was ist wirklich los mit Andrey Rublev? Die Tennisfertigkeiten des 17-jährigen russischen Talents stehen außer Frage. So hat der Teenager nicht nur im Vorjahr das Juniorenturnier der French Open gewonnen, sondern stand auch lange Zeit an Nummer eins der ITF-Junioren-Weltrangliste. Einige erfolgreiche Auftritte hat der junge Mann aus Moskau auch schon auf der ATP-Tour hingelegt: So konnte er beim Sandplatzturnier in Barcelona etwa den Spanier Fernando Verdasco in zwei Sätzen bezwingen oderbeim ATP-World-Tour-250-Event in Genf den erfahrenen Finnen Jarkko Nieminen mit 6:3, 6:7 (4) und 7:6 (4) aus dem Bewerb nehmen.

Abseits seiner beachtlichen sportlichen Leistungen steht allerdings hinter dem Benehmen Rublevs ein dickes Fragezeichen.Schon nach bereits erwähntem Triumph über Verdasco machte der erfahrene Iberer seinem Unmut, ob des Verhaltens des jungen Mannes aus Moskau, gehörig Luft.„Es geht nicht um den Kampfgeist, den er besitzt, sondern darum, wie unhöflich er ist. Er ist erst 17 und er ist so schlecht erzogen“, ließ der 31-jährige Frauenschwarm wissen. In eben jene Kerbe schlägt nun auch der ArgentinierRenzo Olivo, der sich nach einer Dreisatz-Niederlage gegen den Russen beim ATP-Challenger in Moskau mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit wandte.

„Mein Kontrahent missachtete die Regeln mehrmals und bedrohte mich“

Derzeit steht Olivo auf Position 164 des ATP-Rankings und scheiterte in der zweiten Runde der Sandplatzveranstaltung in der Hauptstadt Russlands an Lokalmatador Rublev mit 3:6, 6:3, 4:6. Nach der Partie veröffentlichte der Südamerikaner per Twitter einen Brief, in dem er Verfehlungen des jungen Russen zu Protokoll gab: „Ich bin enttäuscht darüber, was während des Spiels passiert ist. Mein Kontrahent missachtete die Regeln mehrmals und bedrohte mich.“ Auch der Schiedsrichter bekam von Olivo sein Fett ab: „Ich bin auch enttäuscht, dass der Schiedsrichter nicht die Entscheidungen getroffen hat, die er hätte treffen sollen. Wir machen auch Fehler, und wir zahlen buchstäblich für sie. Schiedsrichter tun das nicht…“ Dem Argentinier ging das Verhalten Rublevs jedenfalls zu weit: „Ich gebe zu, dass ich auch schon Fehler begangen habe und auch Regeln gebrochen habe. Aber während eines Matches bedroht zu werden, wo die Regeln klar sagen, dass eine Partie abgebrochen werden müsste, das toleriere ich nicht.“

Keine klaren Aussagen von Verdasco und Olivo

Gemein ist den Geschehnissen mit Verdasco und Olivo, dass beide Spieler nicht ausführten, worin das Fehlverhalten des Russen genau bestanden hatte. Es ist somit schwer zu beurteilen, wie weit die Verfehlungen Rublevs jeweils wirklich gingen. Anzumerken bleibt, dass gutes Verhalten auf dem Platz im „weißen Sport“ durchaus eine Tugend ist, die nicht jeder beherrscht. Doch sich in so jungen Jahren bereits den Unmut professioneller Kollegen zuzuziehen, ist ungeschickt. Was auch immer vorgefallen ist, Rublev wäre gut beraten, sich in nächster Zeit im Sinne des Fairplays mit emotionalen Ausbrüchen dieser Art zurückzuhalten.(Text: sb)

von tennisnet.com

Sonntag
14.06.2015, 07:30 Uhr