Der Klub der 30er

Die Top 10 im Herrentennis sind mittlerweile durchschnittlich 30 Jahre alt.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 27.04.2016, 15:00 Uhr

LONDON, ENGLAND - NOVEMBER 12: (L- R) Kei Nishikori of Japan, Novak Djokovic of Serbia, Andy Murray of Great Britain, Roger Federer of Switzerland, Stan Wawrinka of Switzerland, Rafael Nadal of Spain, Tomas Berdych of Czech Republic and David Ferrer...

Alexander Zverevstellten wir euch neulich alseinen der besten Teenager der letzten 25 Jahre vor. Nur sieben Spieler waren vor ihrem 19. Geburtstag erfolgreicher als der aufstrebende Hamburger. Was vor 20 Jahren noch nichts Außergewöhnliches war, ist heute umso bemerkenswerter. Vor allem an der Spitze werden die Spieler immer älter – unter 20-Jährige sucht man in der Eliteklasse vergebens. Alterspräsident unter den Top 10 istRoger Federer, der in diesem Jahr bereits 35 Jahre alt wird. Der „Benjamin“ in der Bel Etage heißtKei Nishikoriund ist mittlerweile auch schon 26 Jahre alt. Die restlichen Top-10-Spieler pendeln sich rund um die 30er-Marke ein:Novak Djokovic(28),Andy Murray(28),Stan Wawrinka(31),Rafael Nadal(29),Jo-Wilfried Tsonga(31),Tomas Berdych(30),David Ferrer(34) undRichard Gasquet(29).

Durchschnittlich sind die zehn besten Tennisspieler der Welt also genau 30 Jahre alt. Eine Entwicklung, die im Jahr 1992 noch unvorstellbar war. Als der US-Amerikaner Jim Courier die Spielzeit als Weltranglisten-Erster beendete, betrug das Durchschnittsalter der Top 10 gerade einmal 23,3 Jahre. Zehn Jahre später, im Jahr 2002, waren die Top-10-Spieler im Schnitt noch 24,5 Jahre alt, wie das Portal „sport.ch“ vorrechnete. Neben Alexander Zverev auf Platz 49 istBorna Coric(ATP 40) momentan der einzige U20-Spieler in den Top 50. In diesem Alter war Boris Becker bereits Wimbledon-Sieger, der sich 1985 im Alter von 17 Jahren die „Rasen-Krone“ aufsetzte. Diese Zeiten scheinen drei Jahrzehnte später ein für allemal vorbei zu sein.

Kein Ende des „Altersbooms“ in Sicht

Die Gründe des Altersbooms im Tennissind vielfältig. Heutzutage wissen die Spieler mehr über Training, Prävention und Rehamaßnahmen als in früheren Jahren, wieChristopher Kaseinst bestätigte. Die ehemalige Nummer 17 im Doppel-Ranking erlebte nochParadiesvögel wie Karsten Braaschauf der Tour, der sich vor dem Match gerne eine Zigarette anzündete. Auch das Ranglistensystem sei heute so konzipiert, dass der Weg nach oben beschwerlicher ist, betonte Claus Marten von Adidas. Der Tennis-Marketing-Experte fügte an, dass die Sponsorengelder für den Nachwuchs heute nicht mehr so locker sitzen wie in der Vergangenheit – so wird oftmals lieber auf die Arrivierten gesetzt, da diese größere Erfolgschancen haben. Eine baldige Trendwende ist nicht in Sicht – die Top 10 im Herrentennis könnte in Zukunft also weitere Altersrekorde brechen.

von tennisnet.com

Mittwoch
27.04.2016, 15:00 Uhr