Dominic Thiem exklusiv – „Davon bleibt absolut keiner verschont“

Österreichs Youngster im Rahmen der Pressekonferenz zu den Erste Bank Open 500 im tennisnet.com-Kurzinterview.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 15.09.2016, 21:06 Uhr

Dominic Thiem

Mit derverletzungsbedingten Aufgabe im Achtelfinale mit Knieschmerzenwaren die US Open fürDominic Thiemüberaus bitter zu Ende gegangen. Anderthalb Wochen später kann der 23-Jährige jedoch längst wieder lachen: Das Problem ist gefunden und behoben.Nächste Woche geht es zum ATP-Event nach Metz.Im Rahmen der Pressekonferenz in Wien, zur Präsentation des Spielerfeldes bei den Erste Bank Open 500, sprach der aktuelle Weltranglisten-Zehnte aus Niederösterreich im tennisnet.com-Kurzinterview über die besagten physischen Beschwerden, die sich in letzter Zeit so gehäuft hatten – und natürlich auch über dasimposante Stadthallen-Starterfeldund einiges mehr.

Dominic, du hast am letzten Freitag deinem Bekleidungs-Ausrüster adidas einen kleinen Besuch in Herzogenaurach abgestattet, warst in den letzten Tagen danach auch noch bei einem Einlagen-Macher in Israel. Was war nun genau das Problem?

Die Einlage hat nicht 100-prozentig zum Schuh gepasst. Dadurch hat sich eine Blase gebildet, die, da ich in New York und auch davor extrem viel gespielt habe, nie so richtig weggegangen ist. Und dadurch habe ich dann einen falschen Gang eingenommen, einen Schutzgang. Und so ist das Knie eben dermaßen in Mitleidenschaft gezogen worden.

Also hat sich diese von dir bereits frühzeitig getätigte Vermutung bestätigt?

Ja. Aber es war dafür eine super Nachricht im Rahmen der Untersuchungen, dass ich für einen Sportler eigentlich ein richtig schönes Knie habe. Nur war halt die Flüssigkeit drinnen, das hat die starken Schmerzen verursacht. Es ist alles zwar auch sehr bitter, vor allem im Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers, aber im Nachhinein bin ich froh, dass ich ein super Knie habe. Es war im Sommer in der Hüfte das gleiche Problem, dass ich Flüssigkeit drinnen hatte, von dem her lasse ich das jetzt auf jeden Fall auch wieder gut ausheilen. Am Donnerstag mache ich zur Kontrolle noch eine MR-Untersuchung, und dann kann ich sicher wieder voll loslegen.

Das Schuh- und Einlagen-Problem ist aus deiner Sicht gelöst?

Ja, ich denke schon, wir haben die Schuhe und Schuheinlagen nunmehr optimiert, sodass alles perfekt zusammenpasst.

Wie geht’s dir denn mit diesen in letzter Zeit gehäuften Verletzungs- und Erkrankungs-Sorgen? Ist das, denkst du, einfach auch bedingt durch die intensive, lange Saison, siehst du es als allgemeine Verschleißerscheinungen oder kann das einfach immer passieren?

Das ist für mich eine Kombination von allem. Aber wie man sieht, bleibt absolut keiner davon verschont. SogarDjokovichat jetzt im US-Open-Finale gekrampft, einer, von dem man es nie erwarten würde, und auchWawrinkahat im Finale gekrampft.

Das hat Djokovic aber doch schon mal, nach dem über sechsstündigen Australian-Open-Finale gegenNadal2012.

Ja, aber das ist halt im Jänner gewesen – und nicht wie jetzt im September. Im Jänner ist jeder topfrisch, und im September merkt es, glaube ich, jeder ein bisserl. Das sieht man daran.

Du wolltest in Israel erstmalig seit den US Open wieder auf dem Tennisplatz stehen.Das war aber von den Temperaturen her offenbar fast unmöglich.

Es war ein Wahnsinn! Die Kombination von 35 Grad und megahoher Luftfeuchtigkeit hat zur Folge, dass es zwischen 10 und 18 Uhr wenig Sinn ergibt, irgendwas zu machen. Aber es war auch nur deshalb ein Schonprogramm, um das Knie wirklich 100-prozentig auszuheilen, sonst wären wir jetzt wahrscheinlich auch nicht nach Israel geflogen, wenn schon wieder alles 100-prozentig gut gewesen wäre. Also es hat alles ganz gut zusammengepasst, weil es war jetzt eh nicht geplant, dass ich dort gleich wieder voll trainiere. Durch die ganzen Schuhtests habe ich schon ein paar Bälle geschlagen, aber nicht mehr als das.

Nächste Woche soll es für dich in Metz wieder voll zur Sache gehen. Inzwischen hast du in der Pressekonferenz nach Nennschluss erstmals die Starterliste der Erste Bank Open 500 erstmals gesehen. Wie sehr sind da gleich mal die Knie ins Schlottern gekommen?

Schon ein bisschen, muss ich ehrlich sagen. Ein Cut-off von 34 ist wirklich extrem stark, auch wenn er vielleicht nicht ganz dort bleiben wird. Es warten schon ab der ersten Runde absolute Kracher und viele unangenehme Spieler.

Das Gespräch führte Manuel Wachta.

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Donnerstag
15.09.2016, 21:06 Uhr