Goldener Karriereherbst – „Stan Wawrinka wird auch mit 35 noch top sein“

Das behauptet der Schweizer Tennisexperte René Stauffer, der „Stan, the man“ große Erfolge bis ins hohe Sportleralter zutraut.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 14.09.2016, 12:52 Uhr

NEW YORK, NY - SEPTEMBER 11: Stan Wawrinka of Switzerland reacts against Novak Djokovic of Serbia during their Men's Singles Final Match on Day Fourteen of the 2016 US Open at the USTA Billie Jean King National Tennis Center on September 11, 2016 in...

Stan Wawrinkawar bei seinemUS-Open-Siegstolze 31 Jahre und fünf Monate alt. Damit schaffte es der „spätreife“ Schweizer in den illustren Kreis der ältesten Grand-Slam-Sieger der Profi-Ära. Vor ihm stehen in dieser Liste nur Ken Rosewall (Australian Open 1972; 37 Jahre und 2 Monate), Andrés Gimeno (French Open 1972; 34 Jahre und 10 Monate) und Andre Agassi (Australian Open 2003; 32 Jahre und 8 Monate).

Die Masterminds heißen Norman und Paganini

In Zeiten, in denen Spieler jenseits der 30 so große Erfolgsaussichten haben wie nie zuvor, prophezeit René Stauffer dem Romand noch viele weitere gute Jahre. „Ich gehe davon aus, dass er mit 34 oder 35 immer noch top sein wird“, frohlockt der Szenekenner im „Tagesanzeiger“. Neben dem oft unterschätzten„Super-Coach“ Magnus Normanhabe auch Fitnesstrainer Pierre Paganini einen großen Verdienst an Wawrinkas Aufschwung der letzten Jahre, so Stauffer. „Er steht an der Basis von all den Erfolgen, die die beiden Schweizer feiern konnten. Paganini ist ein sehr intelligenter Fitnesscoach(der auch seit langem mitRoger Federerzusammenarbeitet; Anmerkung)– vielleicht sogar der beste im Tennis.“

Die vergleichsweise geringe Verletzungsanfälligkeit des Kraftpakets aus Lausanne könnte demnach ein zusätzlicher Vorteil für weitere Großtaten auf der ganz großen Bühne sein. „Man sieht einem Spieler an, wenn er seinen Zenit überschritten hat. Bei Wawrinka ist das noch nicht der Fall“, erkennt Stauffer und präzisiert: „Er war aber auch einer der lange brauchte, bis er sein Potenzial optimal umsetzen konnte. Deshalb ist er trotz seinem Alter relativ unverbraucht. So bestritt Wawrinka in seiner Karriere bisher „nur“ 677 Matches.  Roger Federer, zum Vergleich, hat fast doppelt so viele Partien auf dem Tacho (1.325). Vor allem in den Endspielen wurde Wawrinka regelmäßig zum „Stanimal“. Der 31-jährige konnte zuletzt elf Finals in Folge gewinnen – wenn es Spitz auf Knopf stand, spielte er meist sein bestes Tennis.

Karriere-Slam in Wimbledon – warum nicht?

Das liegt wohl auch daran, „dass Wawrinkas Höchstleistung momentan besser ist als die seiner Konkurrenten“, bemerkt Stauffer. Ein großer Titel fehlt jedoch noch in der Grand-Slam-Kollektion des Spätzünders. Ob Wawrinka auch auf dem „Heiligen Rasen“ von Wimbledon reüssieren kann, ist ungewiss, bisher kam der Weltranglisten-Dritte an der Londoner Church Road nie über das Viertelfinale hinaus. Der Experte des „Tagesanzeigers“ hält den Karriere-Slam dennoch für möglich: „Er hat selber schon gesagt, dass er am liebsten Wimbledon gewinnen würde.“ Das Viertelfinale von 2014 gegen Federer habe gezeigt, dass er auch auf Gras durchaus mithalten kann; immerhin dominierte er den „Rasen-König“ damals über anderthalb Sätze, bis die Kräfte zu schwinden begannen.

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14.09.2016, 12:52 Uhr