Brüderlicher Kopfschuss, doppelter „Tweener“ und Ohrfeige im Doppelfinale
Bob und Mike Bryan sorgten bei den ATP World Tour Finals für ein Missgeschick, den besten Punkt des Turniers und Erheiterung.
von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet:
17.11.2014, 07:14 Uhr

Mit 6:7 (5), 6:2 und 10:7 im Match Tiebreakgewannen Bob und Mike Bryan am Sonntag am frühen Abend bei den ATP World Tour Finals in London das Doppelfinale gegenIvan Dodig(Kroatien) undMarcelo Melo(Brasilien). Dieses bot nicht nur erwartungsgemäß sehr starkes Tennis, sondern auch je eine besonders spektakuläre Szene im ersten und zweiten Satz.
Die erste zeigt vor, welche Missgeschicke gelegentlich im Hobbybereich, jedoch ebenso dem wohl besten Team aller Zeiten unterlaufen können. Denn Bob fabrizierte beim Spielstand von 4:5 und 30:0 bei seinem Service einen brüderlichen Kopfschuss. Zwillingsbruder Mike rückte kurz vor dem Eröffnungsschlag etwas näher Richtung Platzmitte – was sich rächen sollte. Bob traf ihn prompt mit einem recht harten zweiten Aufschlag auf den Hinterkopf. Mike sank zwar zuerst zu Boden, konnte aber wenige Momente später schon wieder lachen.
Im zweiten Abschnitt bekamen die Zuseher in der O2-Arena bei 4:2 für die Bryans und 15:15 bei Aufschlag von Mike den wohl spektakulärsten Ballwechsel des ganzen Turniers zu sehen. Zunächst konnte Melo einen Smash von Mike Bryan bändigen, danach Dodig einen von Bob, ehe Melo mit einem starken Volley-Lob konterte. Mike erwischte diesen am Netz nicht, Bob spielte im Zurücklaufen einen sensationellen „Tweener“-Lob, den Dodig ebenfalls mit einem „Tweener“ beantwortete. Eine Schlagfolge, wie man sie für gewöhnlich in einem so ernsthaft geführten Profimatch nicht sieht. Dodigs Versuch fiel allerdings zu kurz aus: Mike konnte am Netz punkten und gab Bob nach dem berühmten „Chest Bump“ der beiden, vor lauter Freude über den tollen Punktgewinn, eine Ohrfeige mit auf den Weg. Derartige Szenen hat man beim Masters in diesem Jahr wahrlich kaum bewundern können. Auf diese hatten die Fans gewartet – die Halle tobte.
(Text: MaWa)
Hier die Ergebnisse aus London.
