ATP/WTA: Privatsphäre? Wimbledon hält am aktuellen Kamerakonzept fest
Nach der Kritik von Novak Djokovic und Coco Gauff an den Australian Open plant Wimbledon keine Änderungen an seinem Kamera-Setup – betont aber gleichzeitig den Schutz der Privatsphäre.
von Stefan Bergmann
zuletzt bearbeitet:
17.02.2026, 17:24 Uhr

Die Diskussion um Privatsphäre im Profitennis geht in die nächste Runde. Nachdem Coco Gauff bei den Australian Open nach ihrer Viertelfinal-Niederlage beim Zerschlagen ihres Schlägers gefilmt wurde und keinen kamerafreien Rückzugsort fand, hatten mehrere Spielerinnen Kritik am umfangreichen „Behind-the-Scenes“-Monitoring geäußert. Nun berichtet die Times, dass Wimbledon trotz der Debatte keine Änderungen an seinem Kamera-Setup vornehmen will.
Sensible Bereiche weiterhin kamerafrei
Neben Gauff meldeten sich auch Iga Swiatek, Amanda Anisimova und Jessica Pegula zu Wort. Novak Djokovic stellte sich ebenfalls auf die Seite der genannten Damen. Es sei „traurig“, sagte der Serbe, dass man sich kaum noch irgendwo unbeobachtet bewegen könne. Er verstehe Gauffs Frust, schließlich kenne er selbst das Gefühl, nach einer Niederlage Dampf ablassen zu müssen – ohne dass sofort eine Kamera daraufhalte. Gleichzeitig räumte er ein, dass sich der Trend wohl kaum umkehren werde: „Wir leben in einer Zeit, in der Content alles ist.“
Wimbledon betont indes, dass sensible Bereiche weiterhin kamerafrei bleiben und Aufnahmen vor einer Ausstrahlung intern geprüft würden. Zudem sollen alle Kamerapositionen klar gekennzeichnet und im Vorfeld kommuniziert werden. Eine grundlegende Kehrtwende beim Thema Überwachung ist vom All England Club jedoch nicht zu erwarten – sehr zur Skepsis mancher Spieler.
