Auch die Oma ist dabei: Familienbusiness Zverev dem großen Ziel ganz nah
Alexander Zverev setzt für den Erfolg auf die eigene Familie. Nun steht er mit seinen Liebsten kurz vor dem großen Ziel.
von SID
zuletzt bearbeitet:
04.06.2026, 16:42 Uhr

Alexander Zverevs Entourage ist angewachsen. Seit wenigen Turnieren pilgert auch Oma Natalia an die Tennisplätze dieser Welt, klatscht und jubelt begeistert bei gelungenen Aktionen ihres Enkels. "Mein Großvater ist leider verstorben vor einiger Zeit", sagte Zverev bei den French Open in Paris, "da haben wir sie nach Europa gebracht." Und so gehört auch die Großmutter am Bois de Boulogne zum Tross des Hamburgers, der bei der Jagd nach seinem ersten Grand-Slam-Titel seit jeher auf ein Familienbusiness setzt - und nun kurz vor der Erfüllung des großen gemeinsamen Traums steht.
Die Chance ist riesengroß. Zwei Schritte fehlen Zverev in der französischen Hauptstadt noch zum ersehnten ersten Grand-Slam-Titel, am Freitagnachmittag (14.30 Uhr/Eurosport) wartet mit dem jungen Tschechen Jakub Mensik eine knifflige Aufgabe im Halbfinale. Doch auch diese Hürde will Zverev, der sich von Spiel zu Spiel beim Sandplatz-Klassiker steigert und seit dem Aus von Jannik Sinner hoher Favorit auf die silberne Coupe des Mousquetaires ist, überspringen.
Sein verschworenes Umfeld, das seit vielen Jahren alles dem größtmöglichen Erfolg unterordnet, bereitet ihn dabei bestmöglich auf jeden einzelnen Schritt vor. So auch am Donnerstag, als er mit versammelter Mannschaft auf dem Trainingsgelände erschien - und dabei auch einen konzentrierten Blick auf die Arbeit seines nächsten Gegners warf.
Seine Familie gibt ihm aber auch die benötigte Gelassenheit. Vater Alexander senior, Bruder Mischa, Mutter Irina, dazu der kleine Dackel Mischka - und jetzt auch Oma Natalia: Zverev hat seine Liebsten immer nah. Für Boris Becker ist das ein möglicherweise entscheidender Faktor an der Seine. Angesichts der zwei freien Tage zwischen Viertel- und Halbfinale gehe schließlich "natürlich der Kopf los, da kann man sich gar nicht vor wehren", sagte der Eurosport-Experte. Doch da komme dann die Familie ins Spiel, die "wisse schon, was zu tun ist".
Zu seinem Trainer-Papa, früher Spieler des Davis-Cup-Teams der UdSSR, pflegt der Sohnemann dabei ein spezielles Verhältnis. Abseits des Platzes verbringe er "null Zeit" mit seinem Vater, sagte Zverev einst: "Wir haben genug voneinander auf dem Platz." Dort gibt es keinen Raum für private Gespräche, "auf dem Platz geht es ums Training, ums Verbessern". Versuche mit externen Trainern wie Ivan Lendl oder Juan-Carlos Ferrero führten nicht zum Erfolg, Zverev setzt lieber weiter auf Alexander senior.
Während Mama Irina die Spiele ihres Sprösslings aus Nervosität fast nie live in der Arena verfolgt, ist Bruder Mischa natürlich immer dabei. Der 38-Jährige agiert als Manager, bespricht mit seinem neun Jahre jüngeren Bruder zudem taktische Kniffe. Und auch in den Ruhephasen abseits des großen Tennis-Trubels nimmt er eine wichtige Rolle ein - Stichwort Mario Kart.
"Ich spiele gerne mittlerweile. Jeden Abend", sagte Mischa vor der Runde der letzten vier im Eurosport-Interview: "Die kleine Routine bleibt, ein bisschen Mario Kart vor dem Schlafengehen kann nicht schaden."
Die alltäglichen Duelle an der Konsole wollen die Brüder dabei gerne noch länger in der französischen Hauptstadt austragen, und das nicht nur nach einem möglichen Sieg gegen den erst 20 Jahre alten Mensik. "Ich hoffe, dass wir es Samstagabend nochmal tun, wenn alles gut läuft Sonntag wahrscheinlich nicht", sagte Mischa grinsend: "Aber das ist dann auch okay so." Dann soll schließlich die große Party steigen - mit der ganzen Familie.
Hier das Einzel-Tableau aus Roland Garros
