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Auslosungs-Skandal auf Donaufeld erschüttert die HTT

Österreichs größte Breitensport-Tennis-Serie ist am gestrigen Freitag von einem schweren Skandal bei...

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 07.08.2016, 10:00 Uhr

Österreichs größte Breitensport-Tennis-Serie ist am gestrigen Freitag von einem schweren Skandal beim August-HTT-250-Turnier und beim gleichzeitig stattfindenden Challenger-Turnier “auf Donaufeld” erschüttert worden. Manipulierte Raster des bulgarischen Turnierleiters Pavlin Pavlov haben zeitig in der Früh die HTT-Volksseele überkochen lassen und für einen in 26 Jahren HTT-Geschichte noch nie dagewesenen Eklat gesorgt. Wütende und sich sportlich betrogen fühlende Turnierteilnehmer haben den ganzen Tag über das Handy des HTT-Veranstalters blockiert, der am späten Nachmittag und nach vierfach manipulierten Tableaus mit einer neuen Auslosung auf die wütenden und zurecht vorgebrachten Proteste reagierte. Ein Bericht von C.L

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HTT nach 26 Jahren erstmals mit einem Auslosungs-Skandal konfrontiert

Es ist eben doch nicht alles Gold, was glänzt! Seit vielen Jahren schreibt die Hobby-Tennis-Tour eine märchenhafte Geschichte, sorgt Woche um Woche für noch niemals dagewesene Rekorde, doch am ersten August-Wochenende 2016 muss auch der seit über zweieinhalb Jahrzehnten im Amt befindliche HTT-Boss eine ganz bittere Pille schlucken. Nach 26 Jahren HTT dachte Veranstalter Claus Lippert eigentlich schon alles erlebt zu haben, was in der bunten und teilweise echt skurrilen Tennisturnier-Szene an Kuriositäten vorfallen könnte. Doch im siebenundzwanzigsten Bestandsjahr der Hobby-Tennis-Tour gab es sogar für den mit über 1000 veranstalteten Single-Turnieren doch recht routinierten Tourverantwortlichen noch was zum Staunen. Ein beispielsloser Skandal rund um die Auslosungen des August-HTT-250-Turniers und des August-Challengers auf Donaufeld haben die Szene in Aufruhr gebracht.

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Freilose gegeneinander und die Topgesetzten gleich in Runde 1-Duellen – die Kuriositäten rund um die manipulierte Auslosung auf Donaufeld

Es ist früh morgens weit vor 7 Uhr, für den HTT-Veranstalter also tiefste Nacht, als er vom mehrmaligen Piepsen seines Handys geweckt wird. SMS um SMS reihte sich da am zerkratzten Display und die Inhalte dieser Kurznachrichten sollten äußerst brisant sein. Von kuriosen Rastern mit Erstrundenpartien topgesetzter Spieler war da die Rede, genauso wie von der beinahe schon amüsanten Mitteilung, dass sich im Challenger-Bewerb mehrere Freilose in Runde 1 gegenüberstehen sollten. Als erste Maßnahme ließ der HTT-Veranstalter einmal die beiden Taubleaus “offline” nehmen, ehe er den zuständigen Turnierleiter um Stellungnahme bat. Die vielen Terminprobleme der Spieler hätten ihn dazu veranlaßt, in die Auslosung einzugreifen. Das Spieler eine erste Runde bestreiten sollten, um dann im Achtelfinale per Freilos in die dritte Runde aufzusteigen, um dem bulgarischen Turnierleiter Zeit zu sparen, verblüffte dann freilich jeden logisch denkenden Menschen beim Anblick des manipulierten Tableaus. Das die topgesetzten Spieler gleich in der Auftaktrunde gegeneinander “gelost” wurden, rechtfertigte der Donaufeld-Mann mit “schönen Matches” die er diesen Spielern zugestehen wollte. Die Rechnung machte Pavlov aber ohne die sehr senible HTT-Gemeinde, die sich angesichts der massenhaften Verfehlungen bei der am Donnerstag Nacht vorgenommenen Auslosung massiv wehrte.

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Imageschaden für Gastgeber-Verein und der HTT-Veranstalter übernimmt nach Entschuldigung die volle Verantwortung für diesen Eklat

Pavlov wurde aufgefordert, die alten Raster zu löschen, und eine neue Auslosung vorzunehmen. Was auch geschah, freilich wieder mit Ungereihmtheiten exzessiver Art. So war der topgesetzte Alexander Nebel im Challenger-Bewerb auf die “Zwei” verbannt, während die Position der “Eins” mit einem “bye” versehen war. Abermals lief die HTT-Community Sturm gegen Auslosung Nr. 2, und so ging das Spielchen bis spät Nachmittags weiter, ehe der HTT-Boss persönlich die Löschung des Tableaus und eine neuerliche Auslosung vornahm. “Es war das totale Chaos, sowas habe ich noch nie erlebt”, schilderten vor Ort gewesene HTT-Stars am Abend am Telefon. Welche Auswirkungen das Skandalturnier beim TC Donaufeld nach sich ziehen wird, steht noch nicht fest, einen kräftigen Imageschaden für den veranstalteten Club wird der kuriose und sportlich mehr als fragwürdige Pavlov-Alleingang  aber sicher haben. Bleibt zu hoffen, dass es sich um einen einmaligen Ausrutscher eines eigentlich engagierten aber in dieser Situation vielleicht überforderten Turnierleiters handelt. “Ich muss mich auf jeden Fall bei allen Spielern und vorallem jenen die durch diese Manipulation betroffen waren, herzlichst entschuldigen, übernahm der HTT-Veranstalter die volle Verantwortung für diesen unentschuldbaren Eklat.

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Sonntag
07.08.2016, 10:00 Uhr