Ausraster von Baghdatis und Nalbandian

Der Zypriote zertrümmert vier Schläger in 30 Sekunden. Der Argentinier legt sich mit dem Schiedsrichter an und lässt seinen Frust auf der Pressekonferenz raus.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 18.01.2012, 16:05 Uhr

Marcos BaghdatisundDavid Nalbandiansorgten am Mittwoch bei den Australian Open für die Szenen des Tages. Der Zypriote und der Argentinier schieden in der zweiten Runde aus und ließen ihren Frust an ihrem Spielgerät aus. Nalbandian gab dem Schiedsrichter sogar eine Teilschuld für seine Niederlage.

Baghdatis verlor sein Match gegen den Schweizer Stanislas Wawrinka in vier Sätzen. Nachdem der ehemalige Melbourne-Finalist zu Beginn des dritten Satzes ein Break kassiert hatte, zerstörte er gleich vier Schläger hintereinander – zwei davon waren sogar noch in der Schutzhülle.

Nalbandian darf nicht das Hawkeye in Anspruch nehmen

Nicht ganz so amüsant war die Szene, die sich im Match von Nalbandian und John Isner abspielte. Der Argentinier regte sich im fünften Satz beim Stand von 8:8 und Breakball für sich über eine Entscheidung von Schiedsrichter Kader Nouni auf. Ein Ass von Isner wurde zunächst vom Linienrichter Aus gegeben, ehe die Entscheidung von Nouni überstimmt wurde.

Nalbandian war in der hitzigen Atmosphäre nach weit über vier Stunden etwas irritiert, überprüfte den Abdruck und forderte die Challenge an. Doch Nouni wies Nalbandians Forderung zurück, weil dieser seinen Einspruch zu spät bekanntgab. Daraufhin diskutierte der Argentinier minutenlang mit Nouni, ließ den Oberschiedsrichter kommen und brachte sich schließlich selbst aus dem Match. Der entkräftete Isner gewann sein Aufschlagspiel und schnappte sich danach den Sieg. Besonders bitter für Nalbandian: Das Hawkeye zeigte, dass der Ball tatsächlich im Aus war. Nalbandian hätte eine große Chance auf das Break gehabt. Während des dramatischen Matches behandelte Nalbandian, aber auch Isner das Spielgerät nicht immer sanft.

Nalbandian: "Kann man wirklich so doof sein?"

Auf der anschließenden Pressekonferenz war Nalbandian bedient und giftete gegen die Schiedsrichter und die ATP. „Es war sehr laut. Ich habe deshalb gefragt, was passiert ist, weil der Linienrichter den Ball Aus gegeben hat. Er hat mir gesagt, dass er überstimmt hat. Daraufhin habe ich gesagt, dass ich den Abdruck sehe und die Challenge will. Das ist keine große Sache. Er wollte es nicht und hat gesagt, dass es zu spät dafür ist. Wie oft überprüfen andere den Abdruck und fragen danach nach dem Hawkeye? Also, kann ein Schiedsrichter oder jemand von der ATP mir die Situation erklären?

Was soll das alles? Das ist ein Grand Slam. Der Oberschiedsrichter sagt, dass es die Entscheidung des Schiedsrichters ist. Was macht die ATP dabei? Ich habe es in dieser Situation nicht verstanden, 8:8, Breakball. Kann man wirklich so doof sein, das in diesem Moment zu tun? Was brauchen die Schiedsrichter? Presse, einen Namen? Am nächsten Tag in der Zeitung stehen? Unglaublich. Wie auch immer, ich habe deswegen nicht verloren, aber es war eine sehr schlimme Situation“, sagte ein wütender Nalbandian in der Pressekonferenz.

Nalbandian giftet gegen Kader Nouni

Besonders Kader Nouni bekam sein Fett ab, den Nalbandian nicht für einen qualifizierten Schiedsrichter hält. „Absolut. Keinen Zweifel. Im gesamten Match ist nichts passiert. Und in diesem Moment überstimmt er. Ich frage nach dem Hawkeye, und er gibt es mir nicht. Ich habe so etwas noch nie gesehen. Die ATP muss überprüfen, was sie mit den Schiedsrichtern tut. Trainieren diese? Gucken sie überhaupt? Ich weiß es nicht.“(Text: cab; Foto: YouTube)

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Mittwoch
18.01.2012, 16:05 Uhr